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Hier gibt es nichts zu gewinnen!

Wieder einmal ein paar Gedanken zum Mitmachweb und Social Media. Die Sättigung fällt nicht nur mir auf, auch andere bemerken wie wenig Reaktionen es gerade auf Twitter noch gibt.

Vor 1 Jahr gab’s für Links & Tweets sicher 3Mal häufiger RT / Favs. Aber heute hab ich 3x mehr Follower. -> Alle nur noch 10% der Zeit hier?

@suewestcom

Es scheint, dass je mehr nun Firmen Social Media nutzen, der Effekt massiv zurückgeht. Das heisst, wie schon immer, wer wahrgenommen werden will, muss lauter und stärker brüllen, der Materialeinsatz wird grösser und die Abnutzungserscheinungen beim Publikum bleiben dieselben wie immer.

Interessanterweise haben die heerscharen von Social Media Beratern auch nichts neues zu bieten, sondern kopieren meistens einfach Dinge. Da fällt positiv auf, dass ein Wirt eines Kleinstdorfes im Bündnerland eine Idee hat, die um die Welt geht. Negativ ist hier wiederum nur, dass die lieben Social Media Berater diese Idee nicht schon selber hatten. Zum Beispiel für Luzern. Oder so.

Aber egal, ich schreibe hier ja nicht über Social Media Agenturen und ihre Leistungen, sondern will nur festhalten, dass es keinen Spass mehr macht Wettbewerbe zu organisieren. Ich hatte eigentlich vor, dass Samsung Galaxy 10.1 Tablett und das Samsung Galaxy SII in einem linkRiss! oder leumund.ch Wettbewerb zu verlosen. Aber ehrlich gesagt, ich spar mir den Aufwand und schicke die Ware einfach an die Samsung Pressestelle zurück.

Da ich meine Wettbewerbe meistens im Umfeld von Blog und Twitter lanciere, habe ich mir mittlerweile eine Erklärung zugelegt. Ich glaube die Social Media Szene ist in einem wirtschaftlich gut situiertem Umfeld anzusiedeln. Der durchschnittliche User hat genug zum Leben und kauft sich grundsätzlich die Dinge, die er gerne besitzen will. Dazu spielt er noch ein wenig Lotto um sich vielleicht mal die grossen Dinge leisten zu können und jede Woche 2 mal vom grossen Gewinn träumen zu können. Aber einen Einsatz bringen um etwas zu gewinnen, das ist schon ein wenig viel verlangt.

Aber es kann auch einfach daran liegen, dass meine Wettbewerbe nicht attraktiv genug sind. Ich bin überzeugt, es wird immer wieder einen Wirt geben, der eine clevere Idee hat die um die Welt geht. Was meint ihr zu diesem Thema? Ist es die Wohlstandsgesellschaft Schweiz, ist es Sättigung?

P.S. Ich hätte ein Gratisabo von Blacksocks abzugeben. Irgendjemand Interesse?

22 Kommentare

  1. Genau! Ob Socken oder Tablet – ich kaufe mir das Zeug dann, wenn ich es brauche. Wettbewerbli gibt in anderen Medien genug.

  2. Ich habe eigentlich einen uuhuerelangen Kommentar auf meinem iPhone geschrieben und dann auf den «Vorheriger Artikel»-Button gedrückt, weil er so blöd platziert war, dass man meinen könnte, es sei der Senden-Button.
    Anyway; Ich glaube, dass es mittlerweile einfach zu viele gibt, die wollen, dass man irgendwie mitmacht. Alle möchten auf den «Social Media»-Zug aufspringen und ihre Scheibe vom Kuchen abschneiden. Ich überlege mir dann jeweils, ob mir die Zeit wert ist, bei dem Wettbewerb mitzumachen, oder ob ich nicht doch lieber etwas anderes mache. Denn gerade, wenn es nichts gescheites zu gewinnen gibt, ist der Anreiz zu klein oder man könnte in der Zeit etwas machen, das für einen selber wertvoller ist (Prinzip der Opportunitätskosten (für die Wirtschaftler unter uns)).
    Ich beobachte, aber dass viele «Facebook-Müde» sind (in Anlehnung an den Beitrag von sprain) und keinen Bock mehr auf den vielen Trash dort haben. So ähnlich geht es mir manchmal auch bei den Wettbewerben. Aber bei einem Abo von Blacksocks würde ich meinen Kopf jetzt schon noch hinhalten. Sonst geht es mir aber ähnlich wie tinu; wenn ich es brauche kauf ich es mir. Meistens habe ich das Teil bei Wettbewerben schon oder ich möchte es gar nicht. Manchmal aber auch nicht. ;-)

  3. @sprain
    Ja, Internetmüde könnte sein! Oder dass sich das Nutzungsverhalten wirklich verändert. Dass man heute mobil schon die Informationen hat, und dann Abends gar nicht mehr auf diesen Seiten rumtreiben muss.

    @gwundrig
    So einfach kann man heute gewinnen! Du hast alle Infos in der E-Mail!

    @tinu
    Danke. Die Bestätigung meiner These.

    @Michael
    Ja, schön wenn nun viele Firmen auf den Zug aufsteigen, der schon abgefahren ist.

    @Elternplanet
    Ich versuch eigentlich vielfach bei Kreativen Sachen auch mitzumachen. So zum Beispiel bei Hello Jrene wo es nicht mal was zu gewinnen gibt, oder beim letzten Wettbewerb von @bloggingtom. Hier staune ich aber auch immer, wie wenig Leute denn nun wirklich kreativ sind.

    Für mich im Nachhinein eindrücklich ist mein im 2006 veranstalteter Pimp the LeuMund Wettbewerb für den damals über 100 Bilder eingingen. Zu gewinnen gab es 2 iPod Shuffles(!!!). Irgendwie heute trotz viel mehr Social Zeugs nicht mehr vorstellbar.

  4. Hallo Leumund

    Schade ist das Blacksocks-Abo schon weg… Wäre definitiv auch in meinem Interessensbereich gelesen ;). Gratuliere @gwundrig zum Gewinn :D

    p.S: Du kannst – anstatt die beiden Samsung-Geräte an Samsung zurückzuschicken – diese auch an meine Adresse liefern =) *freches grin*. Ich meine, das Tablet darf Samsung derzeit ja eh nicht mehr verkaufen – was wollen sie auch damit :D.

  5. Erstmal was sind Blacksocks?
    Sobald man kreativ werden muss zum gewinnen bin ich voll und ganz dabei, wenn ein müdes Gefällt mir!/RTweeten reicht finde ich es doof da es da nur um die Gefällt mir!s und RTweets und nicht um denn eigentlichen Wettbewerb geht… (#erugf Video Wettbewerb von Blogging Tom – mein #Siegervideo) :)

  6. Mein Lieber Leumund
    Du hast recht. Man muss heute lauter brüllen. Das wiederum kommt dann aber bei den Leuten wieder „marktschreierisch“ und somit ein bisschen negativ an. Ist ein klassischer Schwanzbeisser….
    Und ach ja:
    Die Antwort auf deine nicht gestellte Wettbewerbsfrage ist: Blau. Klingt komisch, ist aber so!
    Gerne nehme ich nun für diese richtige Antwort zum Beispiel ein Samsung Galaxy 10.1 Tablet als Preis.
    Schönen Sonntag Abend noch :-)

  7. die gesellschaft wird je länger je mehr eine konsumgesellschaft, aber das ist ja nix neues. socken brauche ich keine, aber zu den samsung-teilen würd ich nicht nein sagen.

  8. Das mit den Wettbewerben ist eben immer so eine Sache, find ich. Denn gewinnen tun ja immer nur die ersten 3 bis vielleicht 10, die mitmachen. Aber mitmachen heisst oft auch gratis Content liefern mit der eben recht mässigen Aussicht auf einen Preis.

    Und was ist denn der Grund für einen Wettbewerb? Reichweite steigern, Adressen sammeln, etwas Gutes tun? Ich finde es gar nicht so schlecht, wenn die einfachen Tricks nicht mehr ziehen.

    Es ist immer ein Geben und Nehmen.

  9. Das „Mitmachweb“ bedeutet eben nicht „Ich mach bei Wettbewerben mit“ sondern eher „Ich mache mit anderen zusammen, was mich interessiert“.

    Ein klassischer Wettbewerb, und sei er noch so angereichert mit „sei doch Kreativ“-Elementen, bleibt ein Konzept aus dem „Prädigitalikum“. Ein Zeremonienmeister ruft die anderen dazu auf, für ihn etwas kreativ zu sein. Es gibt dann zwar so etwas wie ein Gruppenfeeling für die Beteiligten, aber sie bleiben letztendlich ein Rudel gezähmter Tiere im Zirkus des Ausschreibers.

    Dann kommt sicher auch das Element dazu, das Du und Michael erwähnt haben: „Die Zeit ist knapp und wir müssen uns überlegen, wie wir diese verbrauchen“. Ich habe auch in der „alten“ Welt kaum an Wettbewerben teilgenommen, weil Aufwand- und Ertrag für mich nicht stimmen. Und ich würde mal behaupten, dass der grösste Teil der Menschen in meinem Umfeld (und wohl auch in Deinem) früher und heute in der Regel nicht an klassischen Marketing-Wettbewerben teilnehmen.

    Das bedeutet aber noch lange nicht, dass das „Mitmachweb“ ausgelutscht wäre, im Gegenteil.

    Das wichtigste am Social Web ist, dass Dinge geschehen, dass Menschen sich finden um gemeinsam etwas umzusetzen. Dazu gehören Beispielsweise Events wie PokeRT, der Foto Night Walk, oder auch Euer SSLPT von 2009, Projekte wie Sebastiano’s Ukulele Videos auf Youtube oder der Dokumentarfilm PressPausePlay.

    Es gibt Millionen von kreativen Projekten im Netz, auch bei uns, und es werden jeden Tag mehr. Dieser Prozess ist kaum mehr aufzuhalten.

    Viele Menschen wollen kreativ sein und sie sind es auch, jeder und jede nach seiner Façon und Möglichkeiten, im Kleinen wie im Grossen. Gemeinsam ist ihnen vor allem, dass sie keinen Zeremonienmeister mehr benötigen.

    Ich glaube das ist es, was das „Mitmachweb“ verändert. Nicht die Lust an der Kreativität verschwindet, sondern die Notwendingkeit des Dompteurs. Das heisst nicht, dass auch heute noch Projekte von jemandem angestossen werden müssen, aber dieser jemand handelt dann mit den anderen, die er zum mitmachen gefunden hat auf derselben Augenhöhe. Sie machen was gemeinsam. Die meisten Wettbewerbe entsprechen eben nicht diesem Kriterium.

  10. Ich glaube es liegt an den Schweizern. Bei mir machen immer nur ganz wenige Schweizer mit. Nur Oesterreicher sind noch weniger aktiv in dieser Beziehung.. Falls du das Tablet noch nicht zurückgeschickt hast, kannst du es zu mir schicken. Danke im voraus. ;-)

  11. ich stelle auf diversen kanälen fest, auf denen ich einblick habe, dass das mitmachen stetig zunimmt.

    du hast oben das beispiel von retweets zitiert. ich kann mich an eine zeit erinnern in denen ich tweets von dir retweetet habe. in dieser zeit fand ich es toll dir zu folgen. ich entdeckte viele tolle dinge dank dir im netz. heute finde ich bei dir eher selten einen tweet, welcher es nach meinem ermessen wert ist zu retweeten. daher kannst du dich selber auch fragen, ob bei dir was geändert hat oder ob sich die zeit gewandelt hat?

  12. Also, ich hätte interessen am Blacksocks Abo und hätte auch gerne ein Samsung Galaxy Tab und/ode phone gewonnen… aber nun werde ich mir wohl „nur“ das Ace kaufen statt auf den Gewinn eines SII zu hoffen oder eines zukünftigen, neuen Nexus zu warten ;-)
    Und : ich bin immer noch bereit, meinen Facebookstatuts mit Wettbewerb-Beiträgen zu verunstalten aber nur wenn ich den Gewinn UND die Firma, welche den Preis verlost, wirklich like.

  13. @Christian Zumbrunnen Verdammt! Du hast recht. Hatte an dem Tag wohl mein Handtuch nicht dabei…. Wenn ich das Galaxy Tab dann habe, schicke ich dir ein paar Fotos davon :-)

  14. Gute Diskussion. Ich bin kein Wettbewerbfan, nicht nur weil ich Glueck in der Liebe habe (also Pech im Spiel ;) Aus Sicht der Ausschreiber fand ich es auch vor ein paar Jahren noch lustiger, weil die Leute aus Spass mitmachten, ich glaube nicht dass es wirklich ums zu gewinnende T-Shirt ging, sondern mehr um eine ueberschaubare Community in der Schweiz.

    Die vielen ‚wir machen jetzt mal nen Wettbewerb in Facebook Aktionen‘ von Werbern haben oft wenig mit Kommunikation zu tun und versanden eh. In Twitter gibt es heute vielleicht mehr Selbstinszenierer, weniger RTs und trotzdem Top-Inhalte. Ich entscheide selbst, wen und was ich lese und klicke. Charakter, Meinungen und Menschsein gibts heut gratis dazu. Auch das ist Social Dingens, finde ich, Kusito.

    Uebrigens, Wenn ich Wettbewerbe unterstuetze, dann weil mich die Idee begeistert oder ich den Ausschreiber einen kleinen Klickgefallen tun will.

  15. Hier gibt es nichts zu gewinnen!
    Und dann die Werbung darunter:
    Gewinne Preise von 3500 CHF.

    Einfach nur gut. So kann sich der Kunde als Leser gleich zu Beginn entscheiden.

    Im Ernst: Ich finde wie Andreas von Gunten jene Moves spannend, bei denen durch Internetcontentler etwas angestossen wird, das zu einer verbindenden, gemeinsam durchgeführten Aktion führt.

    Wir leben ja sicher nicht in der Welt, in der kommerzielle Antriebe für ein Tun – und seien es werbetechnische – per se zu verdammen wären. Manchmal ist das aber einfach zu wenig.

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