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Location Based Baustellen von Google und Facebook

Meiner Abneigung gegen Gowalla und Foursquare zum trotz finde ich ja das Thema Location Based Services sehr interessant. Ich bin wie schon vor einem Jahr überzeugt, dass sich unsere Konsumgewohnheiten und die Dienstleistungsqualität mit diesen Diensten verändern wird. Die Innovatoren Gowalla und Foursquare werden von Facebook und Google konkurrenziert, die aber ihre Power aus verschiedenen Gründen nicht auf den Boden bzw. den Place bringen.

(Zu) Grosse Auswahl an Places im Flughafen Zürich

Aufgrund der hohen Facebook Nutzerdichte (aktuell über 2,5 Millionen User in der Schweiz), habe ich bei dem Launch von Facebook Places eigentlich damit gerechnet, dass sich dieser Dienst sehr schnell entwickeln könnte. Nun, Facebook hat ein Riesenproblem mit der Qualität der verschiedenen Places. So sind alleine für den Flughafen Zürich mindestens 10 verschieden benannte Check-Ins möglich. Dadurch wird es natürlich schwierig Freunde die per Zufall am selben Ort wären zu bemerken.

Leider hat sich in dieser Sache nichts getan, sowohl hat der Flughafen Zürich seinen Place nicht offiziell auf Facebook beansprucht, noch hat das Melden der verschiedenen Einträge als Doubletten eine Verbesserung gebracht.

In dieser Hinsicht startet Google nun mit einer verbesserten Version von Google Latitude einen neuen Versuch mit Location Based Services. In der neuen Version kann man nicht nur die Position aktualisieren, sondern man kann sich optional wie bei Facebook, Foursquare und Gowalla auch in Google Places einchecken.

Google Places sind schon länger im Google Ecosystem vorhanden, waren aber, wie viele andere Google Dienste nicht wirklich sichtbar.

Mit einer eigenen iPhone App für Google Places, der aktualisierten Google Mobile iPhone App und der neuen Google Latitude iPhone App sieht man aber auch, wie sehr Google mit diesen Produkten fragmentiert funktioniert. Kommt dazu, dass Google Places als Verzeichnis von Geschäften, Restaurants, Dienstleistern und anderen Standorten wiederum eine Bewertungsplattform namens Google Hotpot beinhaltet. Hier werden Bewertungen aus anderen Plattformen eingebunden, anderseits kann der Benutzer von Google Places sein Feedback direkt erfassen.

Die Hausaufgaben für die beiden Giganten sind klar. Facebook muss es schaffen eine gute Datenbasis für seine Plätze zu erhalten. Hierzu wird es auch erforderlich sein, temporäre Places in das System zu integrieren. Also zum Beispiel wie bei Allfacebook erwähnt die Möglichkeit sich in einen Event einzuchecken. Google wiederum hat eine gute Datenbasis, muss aber versuchen diese ganzen Services und Tools unter ein gemeinsames Dach zu bringen (hätte ich einen Job bei Google ich würde mein 20% Projekt in diese Richtung machen).

21 Kommentare

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  2. Christian, du bekommst bei Facebook aber auch eine Push-Benachrichtigung, wenn jemand in der Nähe eincheckt. Somit erfährst du, wenn Freunde da sind. Aber ich stimme dir trotzdem zu, die Qualität leidet extrem.
    Schuld daran sind die unwissenden Nutzer und zurückhaltenden Unternehmen.

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  7. Stimmt! Aber die Zurückhaltung der Unternehmen kann ich ein Stück weit verstehen. Es hat sich hier zu lande noch kein Dienst herauskristallisiert, der hochfrequentiert genutzt wird. Ich würde es foursquare wünschen und nutze dies auch.

  8. Facebook wird doch so oder so das System sein, das sich durchsetzt, nicht? Weil alle mit Facebook-Apps rumlaufen, die noch nicht mal eine Ahnung von Location Based Services haben.

    Klar, sie können es mit solch schlechter Qualität vergeigen – aber die Verbreitung von Facebook ist ein Vorsprung, das sehr viel Vergeigen benötigt, um überholt zu werden (aber sie sind ja fleissig dran).

  9. @ Mr. Leu:
    Für den 20% Job – noch folgende Gedanken.

    Datenharmonisierung (1) in Tabellen ist ja so ein Ding. Räumliche Informationen auf den gleichen Nenner zu bringen erst recht. Was ist nun ein Flughafen? Ein Punkt? Eine Linie? Eine Fläche? Oder ein funktionaler Raum der sich physisch als Gebäudekomplex mit verschiedenen Ebenen präsentiert? Wie soll sich ein Gerät (der der dranhängende User) präzise orten können, wenn das Gerät gerade mal zwei Dimensionen einigermassen gut kennt und die dritte mehr oder weniger erahnt? Wie also Ortet man sich? Wie präzise soll denn die Information sein? Die Triangulation zwischen den Mobilfunkantennen wird gerade in Gebäuden die meist aus Glas und Metall gebaut sind eher schlechter – auch wenn der Empfang gerade dank der hohen Dichte von Antennen gut ist – die Signalablenkung und Reflektion der Baumaterialien tut der Ortung keinen Dienst erweisen.
    LBS kämpft eben da wo der „Lokus“ zu Lokeen (Loküsser?) wird, also da, wo die virtuelle Aufschlüsselung der Welt in Geometrien / Zellen / Sphären erfolgen muss. Und solange der User diese Räume selbst definiert, werden diese Systeme unter dem Inividualgeist und Impulsivlogik vieler Nutzer leiden oder wie Du im Titel sagst, eine Baustelle bleiben.

    (1) Ein interessantes Beispiel der Harmonisierung bei Croudsourcing bietet Open Street Map – schon mal gesehen auf wie viele Arten man die Öffnungszeiten beschreiben kann … http://wiki.openstreetmap.org/wiki/Key:opening_hours

    @Sam Steiner:
    LBS ist nicht nur Freunde suchen :-)

    @Chris: Und ich für mehr funktionale Räume! – Aber sagt in etwa gleich viel aus …

  10. I Like? Ich hätte jetzt gerne eine Diskussion über LBS lanciert. Wie also sollen Apps schlau programmiert werden können, wenn die Technologien das Erhoffte schlicht und ergreifend nicht leisten können?

    Wie wäre es denn also, wenn man die Anforderungen der Nutzer an das technisch Mögliche adaptieren würde? Was wären dann die Nutzen? Wie sähen dann die Applikationen aus die einen zu seinen „Freunden“ navigiert?

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  14. @yves
    Sorry, hab mir deine Gedanken zu LBS nochmals durch den Kopf gehen lassen. Im Endeffekt wird sowas nur funktionieren wenn es einfach und relevant ist. Das heisst, die grosse Masse muss es nutzen und für die Relevanz müssen die Anbieter sorgen. Wie schon oben geschrieben, Google hat mit Places eine sehr hohe Datenqualität und ich kann mir gut vorstellen, dass dort irgendwann auch eine breitere Masse ist. Dann werden die nichtrelevanten Daten erst recht untergehen. Hier ist auch interessant, in welcher Weise nationale Anbieter, wie z.b. die Directories ihren Datenbestand nutzen könnten um die Qualität z.b. bei Facebook zu erhöhen. Es wird sicher zu neuen Kollaborationen kommen.

  15. Was ist relevant? So wie die Entwicklungen laufen ist ja das was Populär ist auch relevant – wie macht man aus dem was jeder will, aber keinen Rappen bezahlen möchte etwas Relevantes.

    Wie relevant ist es, dass ich im Terminal meine „Freunde“ (zufällig) treffe, reicht es dank den engen Flugplänen gerade mal zu einem „Hallo, muss grad weiter“ …

    Kennst Du das Wort „Geoslavery“? Hier findest noch ein lesenswerter Artikel: http://magk.p13.org/2010/05/25/geo-slavery/

    Du willst im Flughafen geortet werden? Voilà … http://www.nytimes.com/2011/03/22/business/22airport.html?_r=1

    Und: Leider ist mein Kurs „Mobile GIS“ der kommenden Freitag und Samstag (uops – das ist ja ab Morgen …) sattfindet ausgebucht – aber das nächste Mal lass ich es dich wissen wann und wo der stattfinden wird. Könnte Dich u.U. interessieren.

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