Stromverbrauch sichtbar machen

16. Februar 2009 · 28 Kommentare · Umwelt

Eigentlich interessant dass heute nicht viel mehr getan wird um Energie zu sparen. Die Energiewerke machen zwar Werbung zum Energiesparen aber so ganz ernst ist es Ihnen damit wohl nicht.

zaehler_dw_wirtscha_184021g

Das richtige um den Energieverbrauch in Haushaltungen zu reduzieren sind Anzeigesysteme die den Stromverbrauch visualisieren. Denn sobald man sieht wieviel Strom im Moment verbraucht wird hat man auch Möglichkeiten dies zu reduzieren. Solange wir aber weiterhin Blind konsumieren und alle 3 Monate eine Abrechnung erhalten können wir unser Konsumverhalten schlecht verändern.

Ich habe mich im Internet ein wenig umgesehen und einige Tools zur Stromkostenvisualisierung gefunden:

Wattson
Der Watson hat ein stylisches Gehäuse aus weissem Plexiglas oder in einer Deluxe Edition auch in Holz. Die Anzeige des Stromverbrauchs erfolgt über eine RGB LED Anzeige im Gehäuse. Sieht stylisch aus, benötigt keine Verkabelung da der Sensor über Funk seine Daten überträgt. Die Sensoren können für 1 bis 3 Phasen installiert werden und erfassen so den kompletten Stromverbrauch eines Haushalts.

wattson
www.diykyoto.com/uk

OWL Electricity Energy Monitor
Etwas weniger stylisch, dafür auch etwas günstiger ist The Owl. Auch hier gibt es einen Sensor mit Funkverbindung zur Anzeige. Die Anzeige zeigt den Stromverbrauch und die Kosten in Echtzeit an. Dank dem Batteriebetrieb kann der OWL überall aufgestellt werden. Auch hier werden 1-3 Phasen überwacht.

owl_wireless_energy
www.theowl.com

Agile Waves Resource Monitor
Hier haben wir es mit einem System zu tun das nicht nur den Stromverbrauch misst und anzeigt sondern auch Wasserverbrauch und Heizkosten anzeigt. Entwickelt von NASA Ingenieuren ist dies eigentlich die Zukunft. Denn durch die Analyse der gesamten Verbrauchsmittel können wir unser Verhalten optimieren. Da die Lösung aber sicher ein wenig aufwendiger und kostspieliger ist wohl eher für Umweltbewusste Eigenheimbesitzer geeignet.

agilewaves

www.agilewaves.com

Im Endeffekt wäre es wünschenswert dass unsere Energieversorger solche Geräte an die Kunden abgeben. Durch die Installation beim Kunden würde der Kunde eine neue Transparenz über seine Stromkosten erhalten.

Ich werde mich mal bei meinem Elektrizitätswerk erkunden ob sie nicht für einen solchen Versuch mitmachen würden.

Update: Google Powermeter
Wie ich erst im nachhinein festgestellt habe ist auch Google dabei eine entsprechende Visualisierung des Stromverbrauchs einzuführen. Mehr dazu bei Renato, Sebastian und bei Google.

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Google PowerMeter Geräte • haushalt, kosten, messen, strom, verbrauch, vergleichen • leumund.ch
12. Oktober 2009 um 08:02

{ 24 Kommentare… lies sie unten oder schreib selbst einen }

1 skubo 16. Februar 2009 um 13:24

Glaube kaum, dass jemals Energieversorger so etwas ihren Kunden anbieten werden, denn sie haben absolut KEIN Interesse, WENIGER Strom zu verkaufen.

So bleibt es entweder der Politik oder eben jedem Einzelnen überlassen…

2 Jonat 16. Februar 2009 um 13:33

Das gibt es schon. Und zwar bietet EKZ ein solches Gerät an. Das nennt sich “CLICK”. http://www.ekz.ch/click – leider ist Aktion nicht ganz so verlaufen wie sich das EKZ und die Kunden vorgestellt haben. Das Gerät war ab dem ersten Tag ausverkauft und ist erst wieder ca. wieder im März 2009 lieferbar. Ich warte…

3 Renato 16. Februar 2009 um 13:41

Google ist da auch am Ball, hält sich aber noch bedeckt wie das genau gelöst sein soll: http://mitra.ch/dies-das/google-hilft-strom-sparen

4 chm 16. Februar 2009 um 16:11

daran wäre ich auch interessiert!

5 Christian Leu 16. Februar 2009 um 18:53

@skubo
Wie oben geschrieben machen Elektrizitätswerke sehr viele Kampagnen zum Strom sparen. Ich denke die werden irgendwann auch solche Geräte abgeben.

@Jonat
Bei dem CLICK handelt es sich um eine Lösung für einzelne Geräte. Ich denke die oben vorgestellten Lösungen gehen weiter indem sie den gesamten Stromverbrauch im Haus anzeigen. (Auch Kühlschrank, Ofen etc. )

@chm
Wir könnten vielleicht über OO so ein THE OWL bestellen. Der bringt uns das sicher aus London mit. Was meinst du dazu? 70.- CHF inkl. 2 zusätzliche Sensoren. Sonst noch jemand interessiert?

6 Jonat 16. Februar 2009 um 19:01

@Christian: Da hast Du natürlich recht. Hmm. Ist THE OWL auf eine Spannung von 220/230 Volt ausgelegt? England hat ja eigentlich auch 220 Volt, die USA jedoch nicht. Das wäre noch zu beachten. Auf der Website finde ich keinen Hinweis darauf…

7 Christian Leu 16. Februar 2009 um 19:20

@jonat
ich hab im usermanual gesehen dass man die spannung einstellen kann. Einzig die Währungssymbole sind $ £ und €. Aber damit könnte man wohl leben.

8 chm 16. Februar 2009 um 19:20

Ich habe gerade nachgeschaut: bei uns im MFH ist die Installation von der OWL leider nicht möglich.

9 Christian Leu 16. Februar 2009 um 19:26

@chm
wieso denn? Du hast ja sicher einen Sicherungskasten in der Wohnung?

10 chm 16. Februar 2009 um 19:50

Nein, eben nicht. Es gibt nur einen grossen Kasten im Keller. Und dort liegen die einzelnen Zuleitungen nicht frei.

11 Thomas Schumann 16. Februar 2009 um 22:40

Interessante Diskussion.
Das Thema ist weltweit aktuell.
Es gibt (leider im Ausland, z.B. Deutschland) auch innovative Energielieferanten, die solche Systeme pilotweise schon anbieten (z.B. http://www.ewe.de).

Ich finde, dass es nicht genügt, nur den Verbrauch anzuzeigen. Es ist ja wie beim Auto, wo in vielen Modellen der Verbrauch pro 100 km angezeigt wird. Aber wird deswegen energiesparender oder gar weniger gefahren??

Bei der Adhoco AG (die ich aufgebaut habe), entwickeln wir eine nachrüstbare Lösung für die Wohnung, wo sich bei BoN (=”Betrieb ohne Nutzen”) die Geräte von allein ausser Betrieb nehmen: das fängt beim Licht an, gilt für Heizung und Klimaanlage, und umfasst selbstverständlich auch Geräte wie Kaffeemaschine oder Drucker. Mehr darüber unter http://www.adhoco.com (erhältlich ab diesen Sommer).

12 Samuel 18. Februar 2009 um 10:10

ein interessanter und guter ansatz, wird wohl irgendwann in diese richtung gehen müssen. obs sich aus eigener motivation durchsetzen wird, wird sich zeigen – aber da kann der staat ja ev. nachhelfen…

13 oo 19. Februar 2009 um 20:43
14 Christian Leu 19. Februar 2009 um 23:44

@oo
Danke für die Links. Da ich ja ein wenig dem Basteln abgeschwört habe finde ich die Eule eigentlich ganz in Ordnung. Gehen wir von 70.- CHF aus, auch preislich eigentlich ganz in Ordnung im Vergleich mit den Gerätschaften die du noch angibst. Den Brennenstuhl kenn ich, find ich aber wie schon gesagt nicht so gut, da es nur ein Gerät einbezieht.

15 Frank 20. Februar 2009 um 07:40

Servus Christian,

die Eule ist offensichtlich leider nur für UK bestimmt. Zum einen finde ich keinen Hinweis auf die Möglichkeit andere Währungen in der Anzeige einzustellen, zum anderen wird sie nur nach UK verschickt – zumindest vom offiziellen Shop. Ob sie technisch auch im Ausland geeignet ist, ist fraglich. Hast Du darüber Informationen?

Der Wattson ist zwar ganz nett, allerdings auch doppelt so teuer als die restlichen Geräte. Am sinnvollsten scheint mir im Moment das Gerät von Conrad (Energy Control 3000) – das ist auch mit mehreren Sensoren zu betreiben um z.B. einzelne Steckdosen zu erfassen und die erfassten Daten können am PC ausgelesen werden. Für 60€ für das Grundset scheint das ganz in Ordnung, wenngleich ich kein großer Fan der Voltcraft-produkte bin und das Display keinen sonderlich guten Eindruck macht.

Ich muss mal sehen wie viel Platz bei uns im Sicherungskasten ist und ob die Stromversorgung für den Sender vorhanden ist.

16 Christian Leu 20. Februar 2009 um 19:17

@Frank
Also technisch ist Strom bei uns derselbe Strom wie Strom in England. Zum Messen muss man bei 3 Phasen 2 zusätzliche Sensoren kaufen und der Sender funktioniert ganz einfach mit Batterie. Damit sollte der Sender überall laufen wo man Zugang zu den Zugangsleitungen hat. Betreffend der Währung kann man den OWL gemäss Handbuch zwischen $,£ und € umstellen. Was fehlt sind Schweizerfranken. Ich könnte mir aber vorstellen € einzustellen und mir CHF zu denken. :-)

Bin aber noch nicht ganz sicher ob ich mir wirklich so ein Gadget zulegen will.

17 Christian Leu 15. April 2009 um 19:47

Ich habe mich jetzt entschieden The Owl zu kaufen und hier mal meine ersten Eindrücke niedergeschrieben.

18 @leumund 17. April 2009 um 15:11

@paavos ju, es gibt noch andere systeme, die sind aber leicht teurer: http://tinyurl.com/dxnxzm

19 roman 18. April 2009 um 08:06

und wer ganz vorne mitmachen will, der tritt gleich mal diesem Verein bei:

http://www.digitalstrom.org/

20 Christian Leu 18. April 2009 um 08:38

@roman
äusserst interessanter Link. Vielen Dank. Ich werde mir das mal genauer anschauen und dann auch noch etwas darüber schreiben. Als Privatanwender kann ich ja wohl nicht im Verein mitmachen?

21 Jonas 12. Oktober 2009 um 09:39

Die manuelle Alternative: auf http://www.stromverbrauch-online.de anmelden und regelmäßig den Zählerstand eingeben. Nicht ganz so exakt, für den groben Überblick oder die WG-Abrechnung aber völlig ausreichend…

22 Roland 5. Februar 2010 um 22:44

ich habe mir einen CurrentCost ENVI zugelegt und kann ihn WÄRMSTENS empfehlen.
Leider gibt es in noch nicht in Deutschland, aber via ebay/amazon & paypal kann man ihn problemlos bestellen. Ob die allerdings auch in die Schweiz liefern weiss ich nicht. Ich selbst bin aus D.
Wer Interesse an den Details hat – einfach ne Nachricht hinterlassen bzw. hier Fragen. Hätte auch einen Link wie das ganze aussieht wenn man 3 Phasen misst und die Werte dann naach rrdtool schiebt.

23 Christian Leu 5. Februar 2010 um 23:11

Der Envi sieht auch sehr interessant aus. Ist der mit Google Power kompatibel? Also kann der die Daten ins Internet senden?

24 Roland 5. Februar 2010 um 23:21

leider nicht direkt – das Teil hat “nur” eines usb/seriell Schnittstelle. Dafür ist das Protokoll offen und man braucht keine teuren Zusatzdevices sondern nur entspr. Kabel, was es für kleines Geld gibt.

Also herstellerseitig geht Internet-Connectivity noch nicht – aber mit ein wenig Grips und Zusatztechnik kein Problem. Siehe http://umweltsuen.de/envi-demo-static/ (hab den an meinem Home-Server hängen)

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