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Wochenpost für Private

Schon seit einiger Zeit überlege ich mir immer wieder, ob es eigentlich notwendig ist, Privaten die Post im Tagesrhythmus zuzustellen. im Rahmen der Liberalisierung der Postdienste könnte doch einer der 27 Mitbewerber wie die AWZ einem Grosskunden wie der Swisscom anerbieten die Rechnungen einmal wöchentlich auszuliefern. Im Moment würde wohl die 50 Gramm Grenze dies noch verhindern, in Zukunft wird diese wohl auch noch fallen.

Dass die Schweizer Post auch Randregionen nur noch 2 mal wöchentlich beliefert wird wohl erst dann möglich sein wenn auch der letzte Bergbauer seine Zeitung auf dem iPad liest.

22 Kommentare

  1. Weisst du was das Lustige an deiner Idee ist? Noch heute beklagen sich ältere Leute, dass die Post nicht mehr wie früher 2x täglich ausgetragen wurde. Irgendwann vor x Jahrzehnten hat sie aus Spargründen auf die tägliche Lieferung umgestellt.

  2. Eigentlich eine gute Idee!
    Warum ist da die Swisscom nicht schon selber drauf gekommen?
    Mit einem Deal mit der AWZ könnten so vielleicht auch noch Kosten gespart werden.

  3. nana, gibt da auch noch ein leben abseits vom bildschirm…
    aber gut, post zb. di /do/ sa… würde glaub ich net wirklich einschränken – zudem kosten sparen (da wären wir ja immerhin bei 3x/wo:-).
    aber glaub gar nicht, dass die leute die zeitung am compi lesen wollen (post =? zeitung, anyway?). guck mal welcher durchschnitt schon was von rss feeds u/o -readern gehört hat… um mal ganz bei den alten tagen zu beginnen… und selbst wenn – die zeitung gehört einfach in den briefkasten. und denk mal an deinen paps/ deine mom… oder aber all die kiddies, die wirklich noch gerne briefe/postkarten schreiben und erhalten – da kannst du lange auf dasselbe erlebnis/ dieselben gesichter warten, wenn einfach mal schnelle eine email oder ein tweet reinflutscht…
    nb: brauchste gar net bergbauer zu sein, um dich zu fragen, wer sich denn wirklich n‘ ipad zulegen sollte oder aber überhaupt zulegen kann – rein des geldes wegen…
    cheers

  4. manchmal habe ich schon das gefühl, gewisse leute lebten in der illusion, dass alle anderen so leben sollten wie sie selbst. die senkung der zustellfrequenz wäre ein eindeutiger qualitätsverlust. in der vergangenheit war es fast nie so, dass ein neues medium ein altes komplett abgelöst hätte. das wird beim ipad ganz sicher auch so sein. webfreaks wie wir werden sich auf das ding stürzen. aber was ist mit der breiten masse? da musst Du gar keinen bergbauern bemühen, schon die meisten „normalen“ 60-jährigen werden wohl auf die anschaffung verzichten.

    im übrigen finde ich, dass die einschränkung der zustellungsfrequenz in randregionen fundamental mit schweizerischen werten kollidiert. warum sollen städter besser (bzw. häufiger) behandelt werden als landleute? es gibt noch andere faktoren, neben den ökonomischen, die für solche entscheidungen massgebend sind. zum glück.

  5. Hey, wir versuchen hier nur der Post Geld zu sparen. Dass die Menge an versendeten Briefe abnimmt und die Konkurrenz zunimmt, ist Realität. Wenn die Post nicht darauf reagiert, werden wir ihr wieder vorwerfen, ein langsamer Ex-Monopolist zu sein.

    Heutzutage kriege ich ausser unbeachteter Werbung und ein paar ungeliebten Rechnungen kaum mehr etwas in der Post. Auf erstere kann ich verzichten und letztere werden dank dem E-Billing der Postfinance und dank solchen Erfindungen wie SuisseID auch immer weniger werden.

    Eine Senkung der Zustellfrequenz von ungewollter Post würde also in einer Steigerung der Lebensqualität resultieren. :-)

  6. @goose @amade
    Ich habe die Bergregion als Referenz genommen, da in den Städten die Zustellung von Zeitungen zumeist von der Post getrennt erfolgt. In der Stadt ist es dadurch noch viel einfacher. Ich denke abgesehen von Tageszeitungen und Expresslieferungen wäre eine wöchentliche Sammelzustellung für 90% der Briefe (vorwiegend Rechnungen) vollkommen ausreichend.

    Dies würde insofern mehr Sinn machen dass ein B-Post Brief in die wöchentliche Auslieferung kommt, anstatt wie letzthin mein B-Post Paket von Fashionfriends 3 Tage lang im Paketzentrum in Härkingen rumhängt.

    Hier könnte also die Post eine kleine Tour mit der A-Post und Express machen, und eine grosse wöchentliche Tour mit der B-Post. Ich bin überzeugt dass dadurch die Effizienz gesteigert werden könnte. Man wüsste sogar wann die Post kommt.

  7. ….. bin aus zwei gründen gegen die wöchentliche post-zustellung…..
    ….. der erste is‘ rein egoistisch, denn dann würd‘ der herr postwart, der auch ’n kumpel von mir is‘, nur mehr einmal die woche zum kaffee vorbeischauen, und mir wär’s die restlichen tage langweilig….. :-)
    ….. und der zweite geht in eine ähnliche richtung, denn nicht jede hausfrau kann sich ’nen gärtner leisten und der milchmann is‘ ja auch schon seit jahren nicht mehr unterwegs….. ;-)

  8. Ja zuerst Briefe und somit auch Päckchen. Finde die Zustellung sowieso schon lahm und die Postschalter Öffnungszeiten sind auch unpassend und jetzt auch noch wöchentliche Zustellung. Wozu braucht man dann noch Briefkästen?

    Eigentlich würde es mich ja nicht stören, aber irgendwie kommt es mir vor wie ein Rückschritt ins Mittelalter.
    Wegen Mangel an Zeit und Arbeitskräften wollen die das umstellen, oder was? Noch mehr Arbeitsplätze streichen?

  9. @Chris
    Die Dienstleistungen der Post in den Randgebieten sind excellent. Der Kunde hat ein spezielles Identifikationsmittel mit dem er dem Postboten anzeigen kann dass er Postgeschäfte erledigen will. Dies geschieht dann an der Haustüre. Eine Leistung, die niemand in der Stadt hat.

    Bezüglich Paketen gibt es genügend Anbieter und Wettbewerb die dir ermöglichen dein neustes Gadget schon am nächsten Tag in der Hand zu halten. Hier spielt der Wettbewerb.

    Ich denk einfach die tägliche Zustellung von Briefpost ist für Private aller Schichten heute doch ein spezieller Luxus. Wie geschrieben, 80% des Briefpostvolumens ist doch heute Rechnung oder Mahnung?

    Die Sicherung der Arbeitsplätze kann nicht durch das festhalten an alten Traditionen geschehen. Vielmehr muss auch die Post überlegen wie sie sich organisiert und wo in Zukunft die Märkte der Post sind.

  10. Ok Christian, im Briefpost Sektor hast du recht. Aber solange der Paketdienst des Mitbewerbs nur zustellt, wenn jemand daheim ist bringt das nix. Bei der Post kann man es wenigstens abholen.

    Ich glaube, wenn ich hier mit dir jetzt weiter diskutiere sprengt das den Rahmen :)

  11. ich schreibe das hier gerne nochmals: solche dinge sollten nicht immer bloss aus ökonomischer sicht betrachtet werden. und selbst wenn: die post würde aus meiner sicht ihren grössten wettbewerbstvorteil das klo runter spülen. es ist tatsächlich luxus, dass man in der schweiz irgendwo einen brief mit a-post-marke bestückt in einen gelben kasten werfen kann, und einen tag später ist das ding beim empfänger.

    Du argumentierst nur für die wegrationalisierung, weil die änderung Dich selbst nicht betreffen würde. das ist immer sehr einfach. Du kannst nicht alle schweizer zwingen, so zu leben wie Du. selbst wenn es vielleicht ökonmischer wäre.

  12. @amade.ch

    Du hast recht. Ich kann nicht alle dazu bringen, so zu leben wie ich. Nur leben wir in einer sehr schnellen Gesellschaft. Wenn jetzt also ein Brief geschrieben wird, dauert das eine Woche oder zwei bis der irgendwo ankommt. Einerseits wird man sich darüber nerven, anderseits wird man evtl. in andere Technologien investieren. Zum Beispiel den elektronischen Weg stärken. Vlt. werden dann auch mehr Personen auf den elektronischen Weg umsteigen.

    Mit gefällt einfach allgemein nicht, was die Post so macht. Wie schon erwähnt, die kürzeren Öffnungszeiten und dann noch so komplizierte…
    Aber was mir gefällt ist die SuisseID :)

  13. Reine Briefpost ist wohl täglich nicht zwingend nötig. Wenn aber das Argument von ökonomisch und ökologisch gelten soll, muss man sich etwas mit den Zeitungen überlegen. An meinen bisherigen Wohnorten wurde die Zeitung immer von Hausfrauen in einem Auto zu jedem Briefkasten gefahren und dort eingeworfen. Als Nebenjob der halt schon um 8 Uhr morgens vorbei ist… Das ist ökologisch reiner Schwachsinn!

  14. @chris
    Leider hat die Post es verpasst eine Art Trustcenter im Internet zu werden. In Kombination mit OpenID und den Werten die die Post seit Jahren vertritt eine ideale Kombination. Hier ein paar Gedanken dazu. Ich glaube das wäre fast praktischer wie eine SuisseID gewesen.

  15. Lustig, sitze in Berlin und habe mir gerade überlegt, ob wohl bei Swiss Post Box am Samstag keine Briefe eingescannt werden. Dabei habe ich ja schon selbst die Samstagszulieferung eingestellt.

  16. Ich hätte nichts gegen eine Post-Zustellung alle zwei Tage. Wie ein Vorredner schon sagte: Meist kommen auf diese Wege eh nur noch Werbebriefe oder Rechnungen. Anders sieht es bei Paketen aus, die ich gerne schnell bekomme. Aber dafür nutze ich – hier in Deutschland – Amazon Prime und hole mir die Pakete in der Packstation ab. Das spart der Deutschen Post auch Kosten auf der letzten Meile – und mir bringt es einen Vorteil, weil ich die Pakete rund um die Uhr nur wenige Minuten von zu Hause entfernt abholen kann.

  17. @Sebastian
    Ja, die Packstation finde ich auch sehr praktisch. Nur wird es als temporär in Deutschland lebender Schweizer relativ schwierig sich dafür zu registrieren. Ich könnte aber mal einen Versuch über meine Deutsche Swiss Post Box Adresse starten.

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