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8'000.- CHF Bruttolohn von der Sozialhilfe

Eigentlich habe ich gestern morgen nur über einen Zeitungsartikel getwittert den ich jemandem in die Firma mitgenommen habe.

Da sich postwendend einige meiner follower für den Artikel interessiert haben hier nun noch der Ausschnitt. Es geht darum, dass eine 4 köpfige Familie in Bern bis zu 6’100.- Schweizer Franken von der Sozialhilfe und anderen Ämtern erhalten kann. Da dies ja über dem Einkommen eines einfachen Büetzers liegen kann ist das Echo auch dementsprechend.

Leider finde ich den zugehörigen Original-Artikel der Bernerzeitung im neuen Newsnetz nicht, dafür habe ich eine Folgediskussion im Bieler Tagblatt online gefunden. Dort wird auch darauf hingewiesen dass Steuerfreie 6’100.- einem Bruttolohn von 8’000.- CHF entsprechen:

bruttolohn____________ 8’000.-
sozialabzüge 9.08%_____ -730.-
pk prämie (ca.)_________ -470.-
netto vor kinderzulage___6’800.-
kinderzulage____________ 320.-
nettolohn______________7’120.-
pro rata steuern_______ -1’000.-
netto, steuerfrei________6’120.-

So scheint auch der Anreiz etwas arbeiten zu gehen äusserst klein zu bleiben. Denn ausser man war mal Chef der Armee oder sonst was qualifiziertes kann es nur fast nur weniger werden.

26 Kommentare

  1. Ganz so einfach wie es aussieht, wird es auch nicht sein. So viel ich weiss, wird vom Sozialamt die Miete und die Krankenkasse übernommen. Es kann verlangt werden, dass der Bezüger sich eine billigere Wohnung sucht oder ihm auch eine andere Wohnung zu Verfügung gestellt werden. Dann wird mal geschaut, was für ein Grundbedarf besteht. Wenn noch ein Einkommen besteht, wird dies natürlich auch berücksichtigt. Wenn jemand nichts arbeitet, wird auch auswärtige Verpflegung oder Kosten für ein Auto, Kinderbetreuung etc. nicht vergütet. Unvorhergesehene Ausgaben wie Gesundheitskosten werden nicht pauschal vergütet. Dafür braucht es einen Nachweis der Kosten. etc. etc.

    In der Theorie ist es nicht schön, wenn man auf Sozialhilfe angewiesen ist. Es wird für jeden Franken Rechenschaft verlangt und man ist ständig auf den Goodwill der Behörde angewiesen. Nix mehr mit freiem Leben. Aber eben, in der Theorie. Dies wird häufig auch von Bezügern und Beamten umgangen.

    Die „Mustertabelle“ sieht nur so aus, weil es sich um Durchschnittswerte handelt. Ist kein Praxisbeispiel.

  2. Karsten Füllhaas 26. August 2008 um 08:53

    Wenn man 6105 durch vier Personen teilt, erhält man 1526. Auch wenn in diesem Rechenbeispiel 2 Kinder eingerechnet sind, kann man doch nicht ernsthaft behaupten, dass 1500 irgendwo zuviel Geld für eine Person wären. Wer hat schon mal mit einem Existenzminimum versucht, durch den Monat zu kommen? Und villeicht sogar ein Jahr? Kleider, Schuhe, Haushaltgeräte… wollen auch ab und zu ersetzt werden. Und das alles aus dem Existenzminimum? das ist nicht möglich. Solche theoretischen Rechenbeispiele entsprechen nicht der Realistät und tragen nur zur gegenwärtigen Hetze gegen Sozialhilfebezüger und sozial Schwache bei.

  3. Pingback: Ordnungspolitik konkret: hohe Sozialhilfe setzt falschen Anreiz auf Ordnungspolitischer Blog

  4. Zuerst möchte ich ymo für seinen Beitrag danken, er relativiert das alles genau richtig. Ich war geraume Zeit ‚Sozialminister‘ (Gemeinderat, Exekutive) in einer 1500-Seelengemeinde im Aargau, Agglomeration von Zürich, kann das ein wenig beurteilen.

    Wie Du das verbreitest, Leu, entsteht der Eindruck, dass irgendwer einfach durch die Tatsache, Hilfsbedürftig zu sein, einfach so an die Kohle kommt. Dem ist DEFINITIV nicht so. Um ehrlich zu sein, während meiner Amtszeit wäre ich selber lieber nicht Sozialhilfe-Empfänger gewesen. Knallhart, Minimum und das auch nur im Notfall, war da immer die Devise. Meine Kolleginnen und Kollegen sonstwo haben das auch so gehandhabt – über Parteigrenzen hinaus – wir reden ja miteinander.

    Du bist da der Medienpolemik aufgesessen, Leu. Das Leben ist anders.

  5. @karsten
    Na ja, die Rechnung ist jetzt ein wenig einfach.

    @Ray
    Ich wollte eigentlich nur den Zeitungsausschnitt hier hinstellen ohne gross wertend zu wirken. Habs wohl wieder mal nicht ganz geschafft. Aber ist ja saudumm das ganze ohne Zusammenhang und Originalartikel zu publizieren.

  6. No problem. Ich tendiere dazu grantig zu reagieren, wenn man den Staat und die Leute, die für den arbeiten mit solchem Zeug irgendwie kritisiert.

    Ich habe 26 Jahre in der Privatwirtschaft, bei einem äusserst erfolgreichen Unternehmen in leitender Position gearbeitet. Wie die Welt funktioniert habe ich aber als Gemeinderat im Nebenamt erfahren und gelernt.

    Ich sage das gerne hier: Wenn es um Organisation, Budgettreue, Effizienz und Ethik, Moral und Weitsicht in der Verwaltung geht, darf sich der Rest der Welt mal ein Stück von der lieblichen Gemeinde Oberlunkhofen im Aargau abschauen. Nicht mein Verdienst, beileibe nicht – ich bin seit vielen Jahren nicht mehr dort. Aber dort habe ich gelernt, worum es geht.

    Egal. Der Artikel, die Vorrechnung da ist rechte Scaisse, den kannst Du einfach vergessen. Das richtige Leben ist anders. Und die gute Nachricht dabei: Es ist besser anders. ;-)

  7. Ich verstehe nun wirklich nicht, wieso sofort wieder „Propaganda“ geschrien wird. Tatsache ist, dass CHF 6100 steuerfrei mehr ist als viele Normalfamilien mit einem arbeitenden Vater zur Verfügung haben.
    Und das ist doch hochgradig unsozial, oder verstehe ich da etwas falsch? Der Familienvater mit 5800 Monatseinkommen zahlt noch Sozialhilfebeiträge für die Familie mit steuerfreien 6100… ist das im Sinne des Erfinders?
    Ganz nebenbei hat z.B. ein vorher normalverdienender Sozialhilfebezüger gar keinen Anreiz mehr, sich eine Stelle zu suchen. Er wäre ja wirklich blöd, für weniger Geld arbeiten zu gehen. Und an die Einstellung zu appelieren ist wohl nur noch naiv!

  8. Der Artikel, die Vorrechnung da ist rechte Scaisse, den kannst Du einfach vergessen. Das richtige Leben ist anders.

    Was ist im richtigen Leben anders? Bestreiten Sie, dass Sozialhilfe gemäss den SKOS-Richtlinien geleistet wird? Bestreiten Sie, dass viele Personen im unteren Einkommenssegment schlechter dastehen als Sozialhilfeempfänger? Ja, Sozialhilfeempfänger erhalten weniger Geld (Cash) ausbezahlt, aber die ganzen Naturalleistungen summieren sich. Und eben, es entfallen direkte Steuern und viele Sozialabgaben.

  9. Das die Sozialhilfe in den Gemeinden unterschiedlich und teilweise mutmasslich ausbezahlt wird, kann ich aus eigener Erfahrung auf diesem Amt bestätigen.

    Es ist auch korrekt, dass v.a. in ländlichen (Klein)-Gemeinden die verantwortlichen Personen auf dem Sozialamt komplett überfordert sind und teilweise nicht einmal die rechtlichen Grundlagen kennen. Kein Wunder, wenn man einfache Hausfrauen in solch ein Amt „wählen“ kann.

    Nichts desto trotz möchte ich dem Artikel zustimmen. Die Berechnung bezieht sich auf eine Situation, mit einer arbeitsfähigen Person. Auch müssen die Kosten wie genannt monatlich nachgewiesen werden. D.H. antraben mit den Orignialrechnungen.
    Diese müssen anstandslos bezahlt werden. Die Aussage, dass nur im äussersten Notfall bezahlt wird, ist (rechtlich) nicht statthaft.

    Bitte berücksichtigt, dass Zahnarztliche Untersuchungen sowie teure Eingriffe bei Kindern (Spangen) bei Notwendigkeit ebenfalls durch das Sozialamt bezahlt werden. Die Miete kann auch durchaus höher liegen – da ist die Ortsüblichkeit von Belang. Es gibt Orte, da bezahlt das Sozialamt mehr als 1500 Franken für eine Wohnung für 4 Personen! Falls das Sozialamt gleich Sozialwohnungen parat hat, kann man selbstverständlich über den Umzug nachdenken. Aber wo in aller Welt ist dies der Fall? Es können sich nicht alle Gemeinden separate Sozialwohnungen leisten.

    Dass die genannten 4-köpfige Musterfamilie auch keine Steuern bezahlt, muss auch noch erwähnt werden. Bei diesem Einkommen sind dies auch noch etwa zwischen 600 – 1000 CHF pro Monat die dazukommen (je nach Steuersatz).

  10. Köstlich, wenn das so einfach ist kündige ich doch meinen Job und verdiene doppelt so viel. Wieso hab ich eigentlich 10 Jahre gearbeitet wenn ich ohne Job schon längst reich sein könnte?
    mal im Ernst: die Leute die da angesprochen werden glauben das vielecht sogar und kommen her und dann? gehts ihnen beschissner als in Deutschland und dazu werden Sie Sich noch als Ausländer fühlen. Auch nicht schön.

  11. Es ist unfassbar, welche Illusionen über die Schweizer Sozialhilfe hier verzapft werden.

    Es stimmt, dass es zuweilen vorkommen kann, dass ArbeitnehmerInnen unter Umständen weniger verdienen, als Sozialhilfe-EmpfängerInnen. Jedoch: Wer in der Schweiz Lohn bezieht, der das Existenzmonimum nicht abdeckt, kann unter gewissen Umständen ebenfalls Sozialhilfe bis zur Höhe des Existenzminimums beziehen. Damit gibt eine solche Person jedoch sein selbstbestimmtes Leben auf. Denn Sozialhilfe beziehen bedeutet auch in der Schweiz wie in anderen Ländern kein arbeitsloses selbstbestimmtes Leben in Saus und Braus. Es ist eine NOTHILFE. Und Nothilfe bedeutet in aller Regel nein Zustand auf Dauer.

    Grundsätzlich gilt für die ganze Schweiz gemäss Bundesgesetz: Es besteht grundsätzlich kein ANSPRUCH auf Sozialhilfe. Es besteht lediglich ein Anspruch auf NOTHILFE im Rahmen einer Sicherung des materiellen Existenzbedarfs.

    Die SKOS, die Richtlinien zur Bemessung der Sozialhilfe herausgibt, ist ein privater Verein. Die SKOS-Richtlinien sind dennoch mehr oder weniger für alle Kantone und deren Gemeinden im Rahmen der gesetzlichen Gleichbehandlung aller verbindlich, sofern ein Kanton die SKOS-Richtlinien als Grundlage anerkannt hat. Dies ist heute bei allen Kantonen zwar der Fall, aber jeder Kanton hat noch eigene Sozialhilfe-Gesetze, die es auch zu beachten gilt. Ein Kanton kann die SKOS-Richtlinien akzeptieren und gleichzeitig festhalten, dass für den Lebensbedarf nur z.B. 80% bezahlt werden. Diese 80% gelten dann für alle im entsprechenden Kanton.

    Nicht vergessen bei der ganzen Sache darf man, dass für den Zugang zur Sozialhilfe in der Schweiz Bedingungen erfüllt werden müssen. So darf zum Beispiel das private Vermögen (inkl. Hausrat) nicht höher als 4’000.– betragen. Wer ein höheres Vermögen hat, muss zuerst sein Vermögen verzehren. Ein Auto liegt da z.B. nicht drin, verkaufen bitte…

    Eine Familie mit zwei Kindern (als Beispiel) wird kaum 8’000.– sfr erhalten können. Nach den SKOS-Richtlinien bekommt eine Familie mit zwei Kindern die folgende Unterstützung:

    2’054.– für den gesamten Lebensbedarf + Miete inkl. Nebenkosten + Krankenkosten-Grundbedarf (KK-Prämie, Franchise, Selbstbehalte) + AHV-Prämie. Nicht mehr und nicht weniger.

    Dauer: Die Sozialhilfe wird nicht etwa dauerhaft einfach so bezahlt, sondern in aller Regel vorerst für ca. ein halbes Jahr. In dieser Zeit müssen sich Sozialhilfe-Empfänger bemühen, wieder Arbeit zu finden, damit sie den Lebensunterhalt wieder selber bestreiten können.

    Arbeit: Klappt dies nicht, müssen sie damit rechnen, dass ihnen das Sozialamt irgend eine Arbeit zuweist. Weigert sich eine Person, „eine ihr mögliche, zumutbare und konkret zur Verfügung stehende Arbeit anzunehmen“, kann die Sozialhilfe ganz oder teilweise gestrichen werden. Und unter „zumutbar“ wird in der Schweiz ziemlich viel (auch niedrigste Dreckarbeit) verstanden…

    Miete: Nicht jede Miete wird einfach so übernommen. Die Mietkosten müssen in einem ortsüblich normalen Rahmen liegen. Unter Umständen (wenn zum Beispiel KEINE örtliche Verankerung und gefestigte Integration besteht, was bei Ausländern, die erst ein Jahr in der Schweiz sind, sicher der Fall ist), kann ein Umzug in eine güstigere Wohung verlangt werden. Und wenn jemand in einer teuren Stadtwohnung wohnt, kann eine günstigere Wohnung auch auf dem Land oder gar im letzten Kaff gefunden werden.

    Rückzahlungspflicht: Die Sozialhilfe ist in der Schweiz kein Geschenk, sondern unter Umständen rückzahlungspflichtig. Unter normalen Umständen (z.B. wenn jemand wieder Arbeit gefunden hat und einen normalen Lohn bezieht) wird keine Rückzahlung gefordert. Sobald aber jemand wieder überdurchschnittlich Lohn bezieht, ist die Sozialbehörde schnell zur Stelle und fordert gemäss den gesetzlichen Bestimmungen die Rückzahlung sämtlicher bezogener Sozialhilfe-Leistungen.

    Zahnarztkosten: Ja, die werden von der Sozialhilfe auch bezahlt. Dazu braucht es von einem Zahnarzt einen Kostenvoranschlag. Wer nun glaubt, die Sozialhilfe bewillige einfach jede Zahnbehandlung, täuscht sich gewaltig. Nicht der Zahnarzt und der Sozialhilfe-Empfänger bestimmen, was da repariert werden soll, kann und muss; Unter Umständen setzt sich die Sozialhilfe mit ihrem Vertrauenszahnarzt in Verbindung, der dann bestimmt, was notwendig, zweckmässig und kostengünstig ist. Und Schweizer Behörden verstehen unter „Kostengünstig“ in aller Regel so billig wie möglich…

    Selbstbestimmung: Wenn man die Bedingungen erfüllt, ist der Zugang zur Sozialhilfe in der Schweiz in der Tat einfach. Aber das Leben mit Sozialhilfe ist von A bis Z frendbestimmt. Dazu kommt die massive Ächtung durch die Gesellschaft, die Sozialhilfe-Empfängern das Leben zuweilen zur Hölle machen. Ein Leben mit Sozialhilfe ist dermassen fremdbestimmt, dass es doch immer häufiger SchweizerInnen gibt, die lieber auf Sozialhilfe verzichten und es vorziehen, auf der Strasse in Freiheit zu leben. Auch in der Schweiz ist nicht alles Gold, was glänzt…

    Walter Koller

  12. Vergleich Schweizer Sozialhilfe – Hartz IV in Deutschland

    Effektiv vergleichen kann man eigentlich nur der derzeit in Deutschland gültige monatliche Betrag von 351 Euro für Hartz IV-Empfänger mit dem derzeit gültigen Betrag für Sozialhilfe-Empfänger in der Schweiz von Fr. 514.– (pro Person bei einer Familie mit zwei Kindern) für den Lebensbedarf:

    Deutschland: Hartz IV: monatlich 351 € = Fr. 531.–
    Schweiz: Sozialhilfe: monatlich Fr. 514.–

    Alle anderen Kosten werden sowohl in Deutschland als auch in der Schweiz nur dem effektiven individuellen Bedarf entsprechend zusätzlich bezahlt. Da der allgemeine Lebensbadarf in der Schweiz doch immer noch wesentlich teurer ist als in der Schweiz (15%-20%), sind Hartz IV-Empfänger in Deutschland gegenüber den Sozialhile-Empfängern in der Schweiz (wesentlich) besser gestellt.

  13. Bei dieser Site kräuseln sich meine Fingernägel.
    Hier wird soviel falsch aufgeführt und geschrieben dass ich es schon bald nicht mehr glauben kann.
    Ich hoffe ihr Deutschen lasst euch nicht so leicht hinters Licht führen….

  14. Pingback: Vergessen Sie die Schweiz | der leumund.

  15. Hinweis!

    Ich habe aufgrund von Hinweisen per E-Mail und den gestiegenen Zugriffszahlen über die Verlinkung von come-to-switzerland.com Erfahren. Ich möchte klarstellen dass ich die oben abgebildete Tabelle aus einer Zeitung entnommen und ohne grossen Kommentar in meinem Blog publiziert habe.

    Ich habe in der Zwischenzeit diesen Artikel für Zugriffe von come-to-switzerland umgeleitet auf diesen neuen Beitrag.

    Mit höchster Wahrscheinlichkeit wird so der Link zu meinem Blog innerhalb weniger Tage wieder verschwinden.

    Vielen Dank auch all denen die in den Kommentaren einen Teil dazu beigetragen haben die Situation zu klären!

  16. @Ray: Oberlunkhofen? Krass – da komm ich her. Wusste nicht, dass sonst noch jemand mit Internet-Anschluss aus diesem Kaff kommt. :-)

  17. Pingback: Der LeuMund.ch

  18. @Walter Koller
    Der Lebensbedarf meiner und vieler anderer Familien liegt weit unter 2′054.– ! Und ob Zahnarztrechnung bezahlt werden oder nicht – das wie spielt gar keine Rolle. Selbstverständlich wird nur die günstigste Behandlung bezahlt – dies soll ja auch so sein. Billiger Zahnarzt heisst nicht schlecht!
    Ein Sozialhilfeempfänger kann auch in eine günstigere Wohnung verdammt werden – das ist korrekt. Jedoch nicht in eine andere Gemeinde. Welche Gemeinden verfügen über eigene Sozialwohnungen, die günstiger sind als ein ortsüblicher Mietzins?
    Es ist nicht korrekt, dass ein Auto verkauft werden muss. Familien mit Kinder können in begründeter Weise auch ein tolles und teures Auto verfügen. Es spielt nämlich keine Rolle, warum und wie jemand Sozialilfeempfänger geworden ist. Fakt ist, dass wenn ein Grund vorhanden ist, ein Sozialhilfeempfänger auch einen BMW fahren kann, den er in seinen guten Zeiten bereits bezahlt hat.
    Und Fakt ist auch, dass Sozialhilfeempfänger in einem Eigenheim wohnen können. Warum soll das Sozialamt einen höheren Mietzins bezahlen, wenn das Abstottern der Hypothekenschuld günstiger kommt als ein ortsüblicher Mietzins?

    Fakt ist auch, dass keine Steuern bezalt werden.

    Fakt ist auch, dass bei Integrationsverweigerern die Sozialhilfe nicht gestrichen werden darf. Nein, dafür gibt es die sogenannte „Integrationszulage“. Ueber diese Zulage entscheidet meist ein „ausgebildeter“ Sozialarbeiter, ob sich der Sozialhilfeempfänger genügend zur Arbeitsintegration bemüht. Je nach „Befinden“, erhält der Empänger noch Zuschüsse.

    Fakt ist, dass sich von unserer Sozialhilfe nicht schlecht leben lässt!

    Und ob man von einer „orstüblichen Wohnung“ in der Stadt-Mitte in eine günstige Wohnung „im Chracher“ umziehen muss, würde mich als Sozialhilfeempfänger nicht stören. Hauptsache, man hat ein Dach über dem Kopf und eine warme Wohung.
    Welche Familie hat schon 2000 monatlich für Essen, Kleider und Schuhe zur Verfügung?

    Als Mitarbeiter eines Sozialamtes reichte in der Weihnachtszeit eine Schweizerin ein Gesuch. Sie wollte doch sage und schreibe CHF 300.– vom Sozialamt, damit die Snowboard-Jacke Ihrer Tochter finanziert werden kann….
    Viele werden sich jetzt denken…Ja gehts noch? Die Moral von der Geschicht:
    Die CHF 300 wurden der Sozialhilfeempfängerin ausbezahlt….
    Das ist einfach der Hammer.
    2 Woche später in der ersten Januar-Woche habe ich für unseren Sohn eine tolle Skijacke für CHF 110.– im Ausverkauf ergatter.

    Solche Geschichten erlebe ich auf dem Sozialamt praktisch täglich.

    Und ich erwähne hier noch die Untersuchung des Sozialamtes in der Stadt Zürich. Dort wurden von einer externer Revisionsgesellschaft sämtliche Sozialhilfebezüger-Dossiers überprüft. Man stellte fest, dass in ca. 50% aller Fälle ZU VIEL SOZIALHILFE ausbezalt wurde….

    Ich sollte ein Blog eröffnen, in dem ich aus dem Alltag eines Sozialamtes berichte….

  19. AHV-Bezüger…….werdet sofort Sozialhilfebezüger!
    Es ist unfassbar:
    Ich erhalte nach über 40 Jahren Arbeit und fast 1000 Diensttagen in der Armee für diesen Staat eine AHV-Rente von CHF 2100.–. Die muss ich aber auch noch versteuern! Dabei erfolgt kein jährliche Teuerungsausgleich!

    Da werde ich doch lieber gleich Sozialhilfebezüger! Bezahlte Krankenkasse, bezahlte Wohnung, monatlicher Grundbedarf, bezahlte Zahnarztkosten plus noch dies und jenes auf Antrag. Dies alles Steuerfrei!

    Was das mit sozialer Gerechtigkeit zu tun hat, konnte mir bisher noch keiner erklären!

  20. @ Factsammler.
    Was du da vom Stapel lässt, könntest du Zeile um Zeile selber korrigieren, wenn du dir nur mal die Mühe nehmen würdest, auf die Websites der entsprechenden offiziellen Institutionen (AHV IV Sozialhilfe SKOS etc.) zu steigen, um dich über die Fakten zu erkundigen. Ich habe keine Lust dazu, deine seltsamen Vorstellungen und Meinungen zu kommentieren, denn es kann nicht meine Aufgabe sein, einem „Factsammler“ Entwicklungshilfe zu leisten, damit er seinen als Fact dargestellten Realitätsverlust heilen kann.

    @ Baba
    Es scheint Mode zu sein, dass Personen aus sozial schwachen Gruppe gegen Personen anderer sozial schwacher Gruppe wettern. Arme sind dann in unserer Gesellschaft integriert, wenn sie anderen Armen auch mal etwas gönnen können.

    Allerdings: So arm dran bist du (im Vergleich zu Sozialhilfeempfängern) nun wirklich nicht. Denn entweder beziehst du zusätzlich zu deiner AHV-Rente noch eine Rente aus der 2. Säule (BVG) oder hast Anspruch auf ca. 800.– bis 1000.– Ergänzungsleistungen. Dies dann, wenn deine gesamten Einkünfte (AHV-Rente, BVG-Rente, andere Einkünfte) nicht das Existenzminimum ausmachen.

    Davon ausgehend, dass du als Einzelperson neben der AHV-Rente von Fr. 2100.– keine anderen Einkünfte hast, kannst du weitere rund Fr. 700.– bis 1000.– steuerfreie Ergänzungsleistungen beziehen. Darin enthalten sind dann alle Beträge, die du den Sozialhilfeempfängern missgönnst: Krankenkasse, Miete inkl. Nebenkosten bis 1100.–, monatlicher Grundbedarf, Krankenkosten (Selbstbehalt und Franchise), Zahnarztkosten, AHV-Prämie… Dies alles steuerfrei!

    Ausserdem kannst du für zahlreiche ausserordentliche Ausgaben (zum Beispiel Umzug, Möbel, Ferien, Fahrten, etc.) noch die dafür zuständige Pro Infirmis (zum grossen Teil Bundesgelder) anzapfen.

    Ich rate dir also, nicht Sozialhilfeempfänger werden zu wollen, denn du würdest hochoffiziell rund 30% weniger bekommen. Und das ist – auch wenn für einen AHV-Rentner 3000 Stutz verdammt wenig ist und für einen Sozialhilfeempfänger 2200 Stutz skandalös wenig ist – dennoch so etwas wie „soziale Gerechtigkeit“. Denn für Sozialhilfeempfänger ist die Unterstützung eine vorübergehende Angelegenheit, während AHV-Rentner ein Leben lang mit dem für sie errechneten Existenzminimum klar kommen müssen.

    Und deine 1000 Diensttage in der Armee, die nebenbei erwähnt auch von Sozialhilfeempfängern geleistet werden müssen, haben mit dem Thema nichts zu tun; Die jährlich drei Wochen geleisteten WK-Ferien berechtigen nicht dazu, im Alter vom Staat einen höheren Obulus einzufordern. Wer „gedient“ hat, darf vielleicht stolz darauf sein, ist aber selber Schuld…

  21. Pingback: Leus linkRiss!

  22. @Walter Koller,
    Es geht weder um jammern, noch Missgunst oder Neid und es geht auch nicht um mich persönlich. Ich bin zufrieden, obwohl ich tatsächlich nur die AHV und aus diversen Gründen auf EL keinen Anspruch habe und auch kein PK. Dies will ich hier gar nicht näher erläutern.

    Allerdings ist das Argument der EL und PK nicht relevant, denn auch dies sind erarbeitete und angesparte Leistungen. Dahinter steht und stand Leistung und zwar für viele, viele Jahre!

    Vielmehr geht es mir um die Verhältnismässigkeit zwischen AHV-Rente und Sozialhilfebezug. Zweifellos gibt es eine grosse Zahl von Menschen, welche diese Unterstützung dringend und zwingend benötigen und ohne Zweifel ist das eine gute Sache.

    Aber muss man auch sehen, wie unsere Sozialwerke abgezockt werden und die zuständigen ‚Sesselfurzer‘ in den Ämtern sind dabei ahnungs- und wirkungslos, sowie offenbar handlungsunfähig. Der ‚Factsammler‘ sollte tatsächlich ein Blog darüber machen!

    Man muss nur mal schauen,WER diese Sozialhilfeempfänger überwiegend sind. Ich wohne in einem Zürcher Quartier, wo der gefühlte Ausländernateil ca. 80% und deutsch eine Fremdsprache ist, wo kopftuchtragende Frauen nicht mal Zeit haben auf ihre Rabauken aufzupassen, das sie gerade beim Kaffekränzchen im GZ sind. Wenn Du sie darauf ansprichst, verstehen sie nix deuts!

    Diese Leute kommen aus schon eher sehr bescheidenen Verhältnissen und arrangieren sich mit unserer Sozialhilfe. Ausserdem wissen sie sich auch zu organisieren, sodass bereits ganze Strassenzüge mit ‚Balkanis‘ gefüllt sind. Diese Leute haben mit unserer Sozialhilfe im Rücken, nicht den geringsten Anlass, sich je wieder eine Arbeit zu suchen, es sei denn ’schwarz‘! Ghettoisierung anstelle von Integration!

    Nein, nein, das Verhältnis zwischen AHV und Sozialhilfe stimmt bei weitem nicht und das schleckt keine Geiss weg und auch kein Walter Koller. Es geht dabei nicht um Neid, aber um Recht- und Verhältnismässigkeit. Jeder AHV-Bezüger muss sich heute ‚besch….eiden‘ vorkommen, wenn er erleben muss, was denen konstant in den allerwertesten geschoben wird.

    PS:
    Ähnliches gilt für die IV! Es gibt in unserer Strasse 2 IV-Empfänger mit Migrationshintergrund, welche zwar jahrelang gearbeitet haben, nun aber ein IV-Rente beziehen. Grund: Der Rücken und die Hand tut es nicht mehr. Das gilt aber nur für bezahlte Arbeit auf dem Bau. Für ihren eigenen, grosszügigen und eigenhändigen An- und Umbau im und am Haus, gilt das natürlich nicht! Da wird gearbeitet als ginge es um die eigene Existenz! Auch das sind Facts!

  23. Hallo,
    Ja, ich habe dies alles hierher gelesen, und finde es lustig. Ihr seid reich-so meine ich. Ich bin Deutsche aus Breslau, kann nicht zuruck nach Vaterland ( persónliche Grunde) und habe nix zu essen, finde keine Arbeit hier, die Polen wissen wie dies blockieren.
    Also Gute Nacht….
    und nicht vergesen: Nie im Leben nach Polen….Ost war schon unser Problem, nicht wahr?

  24. Der Beitrag von Factsammler zeigt eigentlich nur, dass viele Menschen noch sehr desinformiert sind was die Sozialhilfe betrifft. Factsammler wird seinem Namen nicht gerecht, denn seine Beschreibungen lassen viele Fakten vermissen.

    Ich habe selbst Sozialhilfe beziehen müssen und kann aus erster Hand beurteilen, dass das Leben mit Sozialhilfe psychisch sehr belastend ist und das Geld sehr knapp bemessen ist. Leider haben einige immer noch die Illusion, dass man von Sozialhilfe wie ein König leben kann…

    Zitat Factsammler:
    „Ein Sozialhilfeempfänger kann auch in eine günstigere Wohnung verdammt werden – das ist korrekt. Jedoch nicht in eine andere Gemeinde. Welche Gemeinden verfügen über eigene Sozialwohnungen, die günstiger sind als ein ortsüblicher Mietzins?“

    Wenn die Wohnung zu teuer ist und der Sozialhilfeempfänger sich keine billigere Wohnung sucht, dann muss er die DIfferenz aus seinem Grundbedarf bezahlen. In der Stadt Bern werden bei 2 Personen maximal 1100Fr Mietkosten vergütet. Kostet die Wohnung aber effektiv 1500Fr, so muss der Sozialhilfebezüger den Aufpreis von 400Fr selbst berappen.

    Zitat Factsammler:
    „Fakt ist, dass wenn ein Grund vorhanden ist, ein Sozialhilfeempfänger auch einen BMW fahren kann, den er in seinen guten Zeiten bereits bezahlt hat.“

    Das mag sein, aber nur im Spezialfall und wenn der BMW nicht mehr viel Wert ist. Zum Beispiel wenn das Fahrzeug für die Arbeit benötigt wird oder wenn derjenige gehbehindert ist. Beträgt das Vermögen mehr als 4000Fr und das Auto zählt schliesslich zum Vermögen, dann muss es verkauft werden. Denn sobald man über 4000Fr Vermögen hat, hat man auch keinen Anspruch auf Sozialhilfe.

    Zitat Factsammler:
    „Fakt ist auch, dass bei Integrationsverweigerern die Sozialhilfe nicht gestrichen werden darf. Nein, dafür gibt es die sogenannte “Integrationszulage”. Ueber diese Zulage entscheidet meist ein “ausgebildeter” Sozialarbeiter, ob sich der Sozialhilfeempfänger genügend zur Arbeitsintegration bemüht.“

    Was Sie hier behaupten, ist bei den Sozialämtern nicht üblich. Wenn jemand eine Stelle nicht annimmt oder sich nicht genügend bewirbt, so wird ihm die Sozialhilfe gekürzt. Sie kann aber auch gestrichen werden, dann bleibt nur noch der Weg über das Gericht, welches Nothilfe aussprechen KÖNNTE, welche deutlich tiefer ist als die Sozialhilfe.

    Zitat Factsammler:
    „Welche Familie hat schon 2000 monatlich für Essen, Kleider und Schuhe zur Verfügung?“

    Ein weiterer Irrtum. Die 2000Fr monatlich für einen 4köpfigen Haushalt, welcher vom Sozialamt unterstützt wird, hat nicht 2000Fr nur für Essen, Kleider und Schuhe zur Verfügung. Sie vergessen Stromkosten, Kosten für Telefon, Internet und TV. Und Hygiene oder Putzmittel braucht kein Mensch, was?

    Das mit der Snowboardjacke glaube ich Ihnen nicht. Das Sozialamt verweist auf Kleiderbörsen und im Grundbedarf sind die Kleidungskosten bereits inbegriffen.

  25. „Ich habe 26 Jahre in der Privatwirtschaft, bei einem äusserst erfolgreichen Unternehmen in leitender Position gearbeitet.“

    schliesst das hier aus

    „Ich sage das gerne hier: Wenn es um Organisation, Budgettreue, Effizienz und Ethik, Moral und Weitsicht in der Verwaltung geht, darf sich der Rest der Welt mal ein Stück von der lieblichen Gemeinde Oberlunkhofen im Aargau abschauen.“

    Niemals, ich meine wirklich niemals, kann einer in der Chefetage beurteilen, was Effizienz ist. Die beginnt nähmlich ganz unten, teils wegen der Identifikation mit seinem Beruf, teils aus schierer Faulheit heraus.

  26. Guten Tag
    Ich habe eine Frage und vielleicht kann mir jemand helfen.
    Ich bin sozialbeziher mit Frau und ein 6 järigen Kind.
    Wohnungsmiete:
    Unsere Wohnung kostete 1680.- 3 Zimmer Wohnung da wir seit Jahren in dieser Wohnung wohnen ist der Vermieter auf 1550 runter inkl Nebenkosten.
    Beim Sozialamt bekommt Mann soviel ich weis 1450.- für eine dreiköpfige Familie
    Jetzt sagen sie die Miete ist zu teuer und müssen eine günstigere Wohnung suchen
    Für die 100.- was zu teuer ist.
    Ich arbeite im integrationsprogram als zügelmann, Reinigung, Hauswart, Entsorgung usw
    Mein Sohn geht sehr nahe in dem Kindergarten was auch in der ersten Klasse der fahl sein wird.
    Wir möchten nicht aus dieser Wohnung raus weil wir uns da gewöhnt haben und günstigere Wohnung gibt es aber zum Beispiel für 1450.- 60m2 und wir haben 80 m2
    Und der ganze umzugsstress würde der Gemeinde einiges mehr kosten.
    Was könen wir tun oder gibt es ein Gesetz das sagt die 100.- können vom Unterhalt bezahlt werden.
    Ich Bitte um mithilfe Dienerin möchten hier bleiben da der kleine auch freunde gefunden hat.
    Vielen Dank für ihre Mühe

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