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Betteln 2.0

Vor einer Woche habe ich mich dazu hinreissen lassen, das Flattr Zeugs einzubauen. Und gestern habe ich mich entschieden Flattr wieder vom Blog zu nehmen. Irgendwie ist nämlich dieser bunte penetrante Button bei jedem Beitrag genauso mühsam wie die bunten Punks im Bahnhof, die jeden Passanten um einen Stutz anhauen. Nur mit dem Unterschied dass der Passant beim Punk weiss was ihn erwartet, dieser bunte Flattr Button aber überhaupt keine Message hat.

Nur Insider wissen, was es damit auf sich hat, ein Klick auf den Button für Aussenseiter führt garantiert zu keinem Ergebnis. Zu inzestiös ist das System aufgebaut, dass im Endeffekt die Web 2.0 Szene sich gegenseitig Geld hin- und herschiebt und irgendwann dank der Kommission von 10% der Flattr Betreiber gar nichts mehr da ist, ist nur ein Detail.

Im Endeffekt ist ein Donation Button von PayPal wie ihn zum Beispiel Thilo Baum in seinen Seiten prominent einsetzt viel ehrlicher und direkter, da er eine klare Aussage hat.

Hier muss ich mich wieder einmal auf meine Prinzipien zurückbesinnen. Ich habe ja dank Google AdSense für Google Suchbesucher und Amazon Partnerlinks eine kleine Einkommensquelle für diesen Blog. Und im Endeffekt blogge ich ja nicht damit ihr mir Geld gebt, sondern weil ich Freude daran habe.

Und damit ich es nicht vergesse:
Mir bedeutet es mehr einen linkRiss! Leser zu haben, einen Feedabonnenten zu gewinnen, ein like, retweet, share, Fan, einen Auftrag für ein Social Media Training oder einen Kommentar zu erhalten als durch einen Flattr Klick 20 Rappen für einen Beitrag zu kriegen.

27 Kommentare

  1. Pingback: David Bigler

  2. Pingback: Susanne Westphal

  3. Pingback: Thomas Lippert

  4. Recht hast du… auch bei mir fliegt er raus – vor allem hat man als kleinerer Blog nur enormst minimale Chancen, überhaupt einen Teil vom sowieso schon kleinen Kuchen ab zu bekommen.

  5. Ist es vielleicht nur ein Missverständnis ?!?

    Ich interpretiere die Social Payment-Dienste Flattr und Kachingle nicht in erster Linie als „Kaffeekasse“ für Blogger, sondern als künftige Haupteinnahme-Quelle für professionelle Medien.

    Und dass die Social Payment-Dienste in der Beta-Phase mit wenigen Hundert Teilnehmern in vielen Sprachen rund um die Welt kaum Einkommen generieren, ist klar.

    Du musst den Social Payment-Diensten Zeit geben!

    Wer hätte noch vor zwei Jahren gedacht, dass 30 Prozent der Schweizer bei Facebook mitmachen? Vielleicht bezahlen in zwei Jahren 30 Prozent der Schweizer die Texte (von professionellen Medien und Bloggern), die ihnen ein Honorar wert sind, mit Flattr und Kachingle !?!

  6. @Jürg
    Ich denke einfach dass die grosse Masse dieses Umverteilen und freiwillig zahlen nicht verstehen wird. Im Endeffekt wird ein Kachingle doch auch nur eine Suisa bzw. Billag sein, die kontrolliert und misst und das Geld wieder umschichtet. Und zwar den grossen viel Geld gibt, und den kleinen weniger. Und genau gegen die Suisa und die Billag wehren wir uns, sobald aber jetzt Social dransteht finden wir es toll.

    Die Verlage und Publisher müssen sich selber ihre Gedanken über Einnahmequellen machen. Jammert TAMEDIA dass 20 Minuten gratis verteilt wird? Ich glaube es nicht.

    Hätte man vor 3 Jahren gedacht dass Menschen Milliarden bezahlen um kleine Programme für ihr Telefon zu kaufen? Dieser Markt war inexistent. Apple hat es geschafft mit einer klaren Leistung Geld für diese Dinge zu kriegen und damit auch hunderte von Entwicklern glücklich gemacht.

  7. Der wichtige Unterschied im Facebook Vergleich:
    Bei Facebook mitmachen kostet Herrn und Frau Schweizer keinen Rappen, ganz im Gegensatz zu Paidcontent.

    Sich über ein (für die meisten neuartiges, mit Aufwand verbundenes) Zahlungssystem anzumelden, kostet da schon etwas mehr Überwindung, würde ich sagen.

    Gerne lasse ich mich aber auch positiv überraschen ;)

  8. Witzig, ich habe gestern die Buttons auf meiner Seite auch wieder entfernt!
    Ich hab lieber ein paar Rappen weniger verdient und meine Website sieht dafür ohne diesen bunten Flattr-Button besser aus!
    Zudem kenne ich keinen einzigen in meinem Bekanntenkreis, der „normaler“ Internet-User ist, der sich bei Flattr anmelden würde! Hingegen haben viele einen Facebook-Account.

  9. Ich teile die Meinung von Jürg und Leu. Gute Idee in den Anfängen und derzeit siehts tatsächlich etwas nach Betteln aus. Diese Microbeträge lohnen sich auch für gut frequentierte Blogs noch nicht.

    Das Problem v.a. in der Schweiz ist ein anderes. Reichweite bzw. die begrenzte Anzahl Leser macht es mit jedem Modell schwierig, einen angemessenen Preis zu erhalten, bzw. einen nennenswerten Teil des Einkommens als Blog Autor zu erwirtschaften.

    Und solange ist die Währung „Aufmerksamkeit“, Klicks, Hits, Ilikes, Retweets wesentlich mehr wert.

    Trotzdem bleiben Social Payments, Peer-to-Peer Finance etc. hochspannend.

  10. Leuchtet ein und stimme dir zu. Werde vermutlich den Flattr-Button auch nächstens wieder entfernen. Zudem finde ich deine „Prinzipien“ gut, werde ich wohl ähnlich aufgleisen. Mal schauen. Generell ist das halt so eine Sache mit dem Geld verdienen per Blog; wäre irgendwie schön, wenn man am Ende des Jahres wenigstens den Unterhalt für Hosting/Domain bezahlen könnte mit Einnahmen, die das Blog generiert. Für mich als kleinen Fisch wird’s damit eher knapp ;)

  11. Hm, also erstens habe ich nicht an jeden Beitrag einen Knopf drangemacht sondern nur einen aufs Blog.

    Zweitens wird seit Jahren nach sinnvollen Micro oder gar Nanopaymentsystemen gerufen. Jetzt kommt eins, bauet eeetwas langsam auf (daher haben es eben viee noch nicht) und dann muss man erstmal motzen.

    Paypalknöpfe bleiben deutlich ungenutzeter (so meine These, ich hatte auch schon welche) und ehrlich gesagt tue ich mich leichter ein ‚find ich gut‘ zu klicken und erstmal 2 Eur im Monat zu verteilenm, als zu sagen ‚Ok, dieser Beiag war mir jetzt … EUR wert…“ (da können ja an sich nur unsinnige Beträge eingetragen werden, oder?).

    Grundsätzlich denke ich ebenfalls, dass eher Medien (oder wie man grade in D sieht) Vereine wie der CCC davon „profiteren“.
    Für den Rest der Welt springt ggf. irgendwann das Hosting dabei raus, so wie bei Adsense auch.

    Warum wenn man 90% durchreichgt ’nachher nichts mehr übroig ist‘ weiß ich nicht genau, dem argument kann ich nicht folgen.
    Dass natürlich 2 zu provisionierende Geldverschieber dazwischenhängen (und die Bank ja auch noch), ist bedauerlich. Vielleicht kauft Paypal (oder jemand anders) ja Flattr ;)

    Nur ein ganz kleines bisschen erinnert mich das aktuelle Flattrgembashe an das Twitterbashing der ersten Zeit (das in den Printmedien ja fröhliche Urstände feuert).

    Ich mag dann aber nicht wieder in 2 Jahren Blogartikel lesen die anfangen mit:
    „Anfangs fand ich ja Flattr blöd, aber dann …“ wenn ich das aktiuell in nem Blog lese, dann nehm ich erst mal nen Übelkeitskaugummi.

    Mal ein anderes Modell:

    Ich habe diverse Blogs und auch Sites, u.a. welche mit 4000 Rezesionen oder 4000 Links zum Thema Literatur. Die letzen beiden sind dei einzigen, die relevante (wenn auch nicht üppige) Umsätze abwerfen.

    Es wäre spannend zu sehen, was passiert, wenn man dort Flattr einsetzt.

    Auch eine Monetarisierung qualitativ hochwertiger Gruppenblogs (bildblog, Spreeblick, Gizmodo etc.) werden durch Flattr denke ich vereinfacht.

    Wo wie Facebook, XING, Twitter und Wasweissich noch Entwicklungsschritte durchgemacht haben, wird das auch bei Flattr der Fall sein.

    Ich hab übrigens im ersten Monat 2 EUR ausgegeben und horrende 1 EUR 75 oder so eingenommen. Das find ich voll OK ;)

  12. @oliver
    Vielleicht hast du recht und ich gebe dem ganzen zuwenig chancen. Anderseits finde ich es witzig:

    Ich hab übrigens im ersten Monat 2 EUR ausgegeben und horrende 1 EUR 75 oder so eingenommen.

    Wobei die 25 Cent Differenz eigentlich in etwa den Beträgen entsprechen die Flattr und PayPal eben als Kommissionen abzweigen. Investierst du im Folgemonat nur noch die 1.75 Euro die du auch eingenommen hast wird es im nächsten Monat wieder ein wenig weniger sein und im Endeffekt:

    dass im Endeffekt die Web 2.0 Szene sich gegenseitig Geld hin- und herschiebt und irgendwann dank der Kommission von 10% der Flattr Betreiber gar nichts mehr da ist

    Na ja, die Grundidee ist ok, lustigerweise wird es als Mikropayment angesehen obwohl die Gebühren deutlich höher sind als bei PayPal (im Mikropaymentmodus). Ich lass mich gerne von einer Erfolgsstory Flattr überraschen.

    Dass die Medien aber eigene Revenuemodelle entwickeln sollten bin ich weiterhin der Meinung.

  13. Das mit den 25 Cent ist sicher Zufall.

    Gegenüber PP ist der Vorteil, dass ich eben nicht darüber nachdenken muss, wieviel ich geben will. Es ist eben ein reines ‚Like‘, das nettwerweise monetär gepuffert iost UND ich hab volle KOstenkontrolle, indem ich sagen kann, was es mir im Monat wert ist. (Realistisch müsste ich also wohl eher mit 100-300 EUR aufladen statt mit 2 ;) )

    Wenn 5 Klicks schon ca 1,75 bringen, dann sind bei 2 EUR 5 Klicks a 35 Cent drin, ich selbst hab glaub ich 3* geklickt (an sich öfters, offenbar holpert da was..

    Wenn man jetzt sieht dass eien Chaosexpress-FGolge 200+ Klicks hat (hypothetosch a 35 cent) kommt schon dei eine oder andere Pizza zusammen. Und das ist noch jetzt zu zeiten, wo es noch nicht Millionen Asccounts gibt.

  14. Pingback: links for 2010-06-13 « Where is my towel?

  15. Ich filtere Flattr-, Facebook- und sonstige Buttons – jedenfalls auf dem Desktop, wo ich im Browser filtern kann … der Grund liegt hauptsächlich darin, dass Websites mit all diesen Buttons deutlich langsamer geladen werden als ohne.

  16. Also ich sehe das fast wie Martin. Ich habe auch das Gefühl, dass die Buttons eher nerven, also dem Betreiber was bringen.

    Aber der Dienst ist ja noch neu, mal sehen wie sich das ganze so entwickelt. Viele hoffen ja das als Haupteinnahmequelle nutzen zu können.

  17. Warum solltest du das für mich suchen wollen? Habe doch ganz normal hier nachgefragt, ob der Autor mir die Adresse von besagter Person geben könnte. Immerhin schreibt Er von dieser Person in seinem Artikel hier.

  18. Oh weh, gehst Du eigentlich bei jedem so ab?

    Ich habe ganz höflich hier angefragt ob der Autor des Blog mir eventuell die URL/Adresse von dem Thilo Baum geben könnte von dem Er hier im Artikel geschrieben hat, da keine Adresse angegeben war. Zum einen wird es wie im Telefonbuch mehrere Menschen mit dem Namen geben und zum anderen, was ist dein Interesse an deiner Einmischung hier?

    Ausser mich komisch von der Seite anzumachen, ob ich nicht selbst suchen könnte danach? Was bitte ist dein Problem? Das ich hier angefragt habe, per Kommentar und nicht per persönlicher E-Mail? Oder was genau?

  19. War ich irgendwie unhöflich? An welcher Stelle genau war ich das?

    Ich hab dir ja sogar ganz am Anfang angeboten es für Dich zu googeln ;)

    Und alles was ‚mein Problem‘ war, hab ich gesagt: Ich frage mich, warum du den Namen nicht einfach bei Google eintippst anstatt dich von mir beleidigt zu fühlen – was definitiv nicht meine Absicht war.

    Dei ersten 10 Suchtreffer verweisen alle auf den selben Thilo Baum, und der ist hier:
    http://www.thilo-baum.de/

    Aber gut, dass wir drüber gesprochen haben.

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