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Dütsch für alli.

Die aktuelle Kampagne von bfu, TCS und Polizei zum Schulanfang kann man wohl unter Massnahmen zur Einschränkung der Wirtschaftskrise abhacken. Das Plakat ist sowas von schlecht, da fragt man sich für was man Steuern zahlt und ist glücklich nicht beim TCS Mitglied zu sein.

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Endlich ist es soweit dass jeder Autofahrer in der Schweiz Gäll, du haltisch für mich aa. versteht. Toll, wir haben die Integration endlich vollzogen und die Deutsch für Ausländer Kurse sind genauso überflüssig wie die englischsprachige Website des bfu.


Ansonsten finde ich die Gestaltung des Plakates einfach sehr schlecht. Wie man im obigen Bild sehen kann ist das Plakat aus einem fahrenden Auto sicher nicht zu entziffern.

Ich frage mich schon, wer solche Arbeiten zu verantworten hat. Es handelt sich doch um die Basis von jeglicher Kommunikationsarbeit dass man dem Einsatzzweck entsprechende Kommunikationsmittel erstellt. Wenn eine Bundesamt, ein Verein und eine Werbeagentur solche Arbeiten abliefern ist dies einfach nur lächerlich.

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Diese Art der Information am Dorfeingang von Kerzers ist wohl weitaus effizienter, auffälliger und klarer.

18 Kommentare

  1. Mir ist das Plakat auch schon aufgefallen. Ich hlelt es auch für einen ziemlichen Fail das in der ganzen Deutschschweiz das Mädchen Zürideutsch sprechen muss.

  2. 1.) die Gestaltung des Plakates ist aus meiner Sicht als Grafiker schlecht, sogar die Qualität der Umsetzung ist übel (das Foto hat wohl die Agenturchefin mit ihrem iPhone geschossen). Ich hab da schonmal dieses Plakat mit einem gleichen Präventionsplakat von früher verglichen (http://dworni.ch/post/160480666/war-die-werbung-fr-her-besser).

    2.) Viel viel schlimmer, ein richtiger Megafail, finde ich DIE LÄNGE der Headline! Zum lesen der (erstnoch in Mundart getexteten) Headline braucht man 3-4 sek! Da diese Plakate vorwiegend an Strassen aufgestellt werden, heisst das konkret, dass Autofahrer gefährlich lange diese Plakate lesen! Man sollte diese Plakate verbieten, echt. SO bewirken die ja genau das Gegenteil. Hoffe das BFU nimmt hier in den Kommentaren mal Stellung dazu.

  3. Blitzer aufstellen, so wird das bei uns gemacht, ist sehr effektiv. (Natürlich die Blitzer vor der Schulen aufstellen). Wir hatten zudem Schülerlotsen im Einsatz (auch bei Stellen nicht unmittelbar vor einer Schule, die aber durchaus „Schülerwege“ waren).

  4. Die schweizerdeutsche Anrede und die Länge der Headline ist tatsächlich Quatsch. Und, hallo Kinderstube? Warum duzt mich die Kleine?
    Zudem existiert das Plakat auch für die Westschweiz („Merci de t’arrêter pour moi“), aber in den zwei anderen Sprachregionen gibt es anscheinend keinen Schulanfang, habe jedenfalls keines gefunden auf der bfu-Seite.

    Was mir bei der Aussage des Haupttextes spontan durch den Kopf ging: Darf ich denn bei den anderen (Nicht-Kinder-auf-Schulweg-) Fussgängern einfach durchfahren? Ist zwar Blödsinn, aber wenn ich schon solche Assoziationen habe …

  5. Nachtrag:

    bfu deutsch:
    Ein neues Plakat zeigt ein Mädchen, Larissa, das sich an die Fahrzeuglenkenden wendet: «Gäll du haltisch für mich aa?», ergänzt mit dem Hinweis «Achtung, Kinder auf dem Schulweg!».

    bfu français:
    Sur la nouvelle affiche, une fillette, Vanessa, s’adresse aux conducteurs en ces termes: «Merci de t’arrêter pour moi.».

    Ein und das selbe Bild, zwei Namen, ts, ts, ts!

  6. Danke allen für das Feedback. Bin ja froh wenn ich solche Sachen nicht als einziger komisch finde. Dass das Mädchen 2 verschiedene Namen hat ist ja super. Und meine Freundin hat auch gesagt das Kind sei verschissen bünzlig angezogen.

  7. Einverstanden, die Kampagne (bzw. das Plakat) ist unglücklich. Wichtiger finde ich aber, dass sich der TCS nach wie vor für die Verkehrssicherheit einsetzt (vgl. zweites Foto). Dieser Einsatz wird zu einem grossem Teil von uns TCS-Mitgliedern bezahlt. Ich stelle die Frage an alle, die sich auf einen „Gratis“-Pannendienst verlassen: was tut dieser oder bzw. was tun Sie konkret für die Strassenverkehrssicherheit der Jüngsten? Nichtstun verhindert ganz bestimmt keine Verkehrsopfer.

  8. Ehrlich gesagt ist doch scheissegal, wie gut das Bild ist. Es geht hier ja nicht um Hochglanz-Produktbroschüren. Lieber ein paar hundert Plakate mehr, dafür schlechtere Qualität. Hier geht’s um die Sicherheit der Kleinen.

    Den Zürideutsch-Text find ich auch nicht optimal. Aber im Gegensatz zu euch habe ich das Schild schon beim ersten Mal auf Anhieb lesen und verstehen können.

    Und mal ehrlich, wen interessiert der Name des Mädchens oder ob es mich mit Du oder Sie anspricht?! Spart euch eure Spitzfindigkeit doch für die nächste Gilette- oder Mercedes-Kampagne und haltet einfach an, besonderes wenn kleine Kinder am Fussängerstreifen stehen. Und ich meine wirklich ANHALTEN, nicht verlangsamen und durchwinken. Anhalten!

  9. @Christian: Auch auf eine rhethorische Frage gibt’s natürlich eine Antwort, wenn auch nur eine mit einem „gewissen“ Unterton …

    Was steht denn auf dem Plakat? „Gäll, Du haltisch für mich aa.“ und „Achtung: Kinder auf dem Schulweg.“ Steht da etwas wie „Gilt nur, solange das Plakat sichtbar ist.“ oder „Denken nicht erlaubt!“? Nicht? OK … ;-)

  10. @Denken nicht erlaubt
    In der Sache gebe ich euch recht, leider wirken aber niedliche Plakate zu wenig eindringlich, viele Verkehrsteilnehmer fahren eben gedankenlos durch die Gegend. So erhöhen kurz und deutlich gehaltene Informationen auf prägnanten Schildern einfach besser die Aufmerksamkeit! Siehe TCS Banner oben.

    Obwohl „Achtung, Neue Verkehrsführung“ eigentlich so eine kurze, prägnante Information ist, wurde ich kürzlich am Wankdorfplatz in Bern fast 2x abgeschossen. Der Gewohnheitseffekt ist der Verkehrssicherheit grösster Feind.

  11. wenn wir schon spitzfindig sind: sehe ich das falsch oder ist nicht das „gute“ plakat am dorfeingang von kerzers vom tcs? das passt dann aber irgendwie nicht ganz zum anfang des textes oder?

  12. „und haltet einfach an, besonderes wenn kleine Kinder am Fussängerstreifen stehen.“
    Und bei Erwachsenen kann ich schon mal durchfahren? Und Mercedes oder Gilette – Werbung hat ja keinen Präventionsauftrag!
    Ok, fertig mit Sauglattismus, die Sache ist auch zu ernst, wie die Opferzahlen auf Fussgängerstreifen zeigt. (z.B.2007: 334 Schwerverletzte, Tendenz steigend)

    Eigentlich handelt es sich bei den gezeigten Beispielen ja um zwei verschiedene thematisierte Sicherheitsaspekte:

    1. Dem „Gäll, du haltisch für mich aa.“ Plakat liegt die Idee zu Grunde, dass die Fahrzeuglenker bis zum Zebrastreifen hinfahren und dort ANHALTEN sollen (Stillstand) . Danach das/die Kind(er) NICHT durchwinken. Die Kinder werden vom Verkehrsinstruktor instruiert, die Strasse erst dann zu überqueren, wenn das Fahrzeug steht. (Entgegen dem früheren „Luege, lose, loufe“. Oha, war doch schon mal eine Kampagne in Mundart) ;-)
    Siehe auch Bericht im tagesanzeiger.ch

    2. Die TCS Banner stehen bei den Ortseinfahrten und weisen GENERELL auf Kinder auf dem Schulweg hin, also auf eine allgemeine Gefahr des plötzlichen Auftauchens eines unachtsamen Schulkindes.

    Während das 2. Plakat die Botschaft klar rüber bringt, ist bei Vanessa/Larissa die beabsichtigte Verhaltensregel für Fahrzeuglenker (Anhalten ohne Durchwinken) leider nicht erkennbar.

  13. Pingback: Die Kiffer Verkehrskampagne vom BFU • bfu, kiffen, lsd, schweiz, suva, verkehr • leumund.ch

  14. Vielen Dank für eure zahlreichen Reaktionen.

    Wir nehmen jede Meldung ernst und haben euer Feedback gerne den Verantwortlichen weitergeleitet.

    Die Kampagne wird seit 2015 mit breiter medialer Präsenz durchgeführt und gemäss einer repräsentativen Umfrage von über 90% der Automobilisten wahrgenommen und verstanden.

    Es ist uns wichtig, dass das Thema auch weiterhin beachtet und diskutiert wird. Denn uns liegt die Sicherheit der jüngsten Verkehrsteilnehmenden am Herzen. Und je mehr Personen wissen, wie sie sich – u.a. am Fussgängerstreifen – verhalten sollen, desto besser.

    Mehr Informationen findet ihr übrigens auf tcs.ch/verkehrssicherheit. Wir wünschen euch einen schönen Tag.

    Liebe Grüsse, euer TCS-Team

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