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Freude am Fahren! Den BMW i3 auf der Kurzstrecke getestet.

bmw i3 steuerrad

Nachdem ich letzte Woche in Bern ausgiebig das Tesla Model S Probefahren durfte, stand heute morgen schon die nächste Testfahrt mit einem Elektrofahrzeug auf dem Programm. Ich bin der Einladung von @bmwi auf Twitter gefolgt und habe mich für eine Testfahrt angemeldet um mir auch diesen Wurf anzusehen.

bmw i3 am allianz arena

Die Testfahrt beginnt hier relativ emotionslos und mit ein wenig Verspätung mit dem Erledigen von Papierkram und einer anschliessenden, kurzen Einweisung im Testgefährt. Der erste Eindruck beim Einsteigen in das Fahrzeug ist gut. Die erhobene Sitzposition und die wertige Verarbeitung des i3 gibt einiges her. Sofort wird man über die Funktion von einigen der über 50 Schalter und Hebel im Cockpit informiert und die Fahrt geht los.

bmw i3 flügeltüre

Die hintere Türe öffnet nach hinten, der Fahrer muss die Gurte lösen damit die Türe geöffnet werden kann.

Auch beim BMW i3 entsteht sofort dieses the 5th Element Gefühl. Ich glaube mittlerweile, die verlust- und geräuschlose Fortbewegung erinnert einen an diesen Film. Auch hier, in den Morgenverkehr einspuren und gleich mal davonzischen Richtung Allianzarena. Der erste Eindruck ist auch beim BMW sehr eindrücklich, Freude am Fahren in jeder Situation, natürlich im Stadtverkehr, aber auch auf der Autobahn ist man auf der Überholspur.

bmw i3 leder stoff carbon

Die ganze Karosserie scheint durch die Kohlefaser-Bauweise extrem stabil zu sein. Die teilweise sichtbare Kohlefaser scheint eine sehr hohe Stabilität bei einem sehr geringen Gewicht zu haben. Aus dieser Perspektive ist der i3 für BMW sicher eine sehr interessante Plattform um Erfahrungen zu sammeln. Man sieht dem Fahrzeug an, dass in der Konstruktion neue Wege gegangen wurden um dem geänderten Antriebsstrang gerecht zu werden.

 

bmw i3 cockpit Interessant ist, dass zwar das Innendesign radikal modern wirkt, dass man aber funktionell gesehen kaum was überdacht hat. Angefangen beim iDrive System, welches ich als Audi-Fahrer wohl nur nach einer zweitägigen Schulung begreifen werde, über die vielen Schalter kann ich mich mit dem Konzept nur schwer anfreunden. Ich bin froh, auf der einstündigen Probefahrt zumindest eine Adresse im Navi eingeben zu können. Viel mehr erschliesst sich mir nicht. Hier wäre es wirklich wünschenswert, dass sich unsere Autobauer mal wirklich zurückziehen und eine Bestandsaufnahme machen. Welche Funktionen benötigen zwingend einen direkten Zugriff über einen Schalter, wie gestaltet man das User-Interface etc.. Da wäre die Unterstützung eines UX/UI Experten sicher nicht falsch.

Die kurze Testfahrt endet mit einer Reststrecke von ca. 90km nachdem ich mit 130km Reichweite gestartet bin. Das entspricht den etwa 36 Kilometern die ich gefahren bin. Der i3 scheint mir als Stadt- und Aggloauto durchaus geeignet zu sein. Die in den technischen Daten angegebene Reichweite von 130-160km ist aber eher für Stadtfahrten zu nutzen als für Überlandfahrten. Auch hier wird man in Deutschland sehr schnell an Grenzen stossen, während es unter Umständen in der Schweiz ein ideales Fahrzeug sein kann. Am Schluss entscheidet der Käufer, ob sich das Fahrzeug einsetzen lässt. Im Fall des i3 besteht ja die Möglichkeit, wie beim Opel Ampera einen Range Extender mitzubestellen. Damit wird die Reichweite besser, ob es aber sinnvoll ist, so zu fahren sei mal dahingestellt.

Foto (13)

Fazit, der i3 ist eine tolle Fahrmaschine mit dem es Spass macht durch die Stadt zu düsen. Im Alltagseinsatz kann ich mir aber gut vorstellen, dass man schnell mal den Stromverbrauch im Auge behalten muss um nicht auf der Strecke zu bleiben. Die vollständige Ladung dauert am normalen Ladestecker mit 16A bis zu 7 Stunden, bei der optionalen Schnellladung mit Gleichstrom kriegt man 80% der Batterie in 30 Minuten geladen.

Beim getesteten Fahrzeug handelt es sich um den i3 ohne Range Extender mit einer Batterienkapazität von 18,8kWh, einem Leergewicht von 1195kg, einem Antrieb mit einer Leistung von 125kW und einem maximalen Drehmoment von 250Nm und einem Preis ab 35.000 Euro. Weitere Informationen und Probefahrten gibt es direkt bei BMW.

4 Kommentare

  1. Christian Leu 6. Mai 2014 um 15:28

    Ich habs nicht mal geschafft im Navi auf eine Ansicht zu stellen in der ich konkrete Fahrhinweise bekomme.

  2. Seltsam. Ich bin schon einige Fabrikate gefahren und bin eigentlich sicher, dass BMW am besten mit der Komplexität zurechtkommt bzw. es dem/der Fahrenden am einfachsten macht.

  3. Danke für den interessanten Testbericht aus der Sicht eines Anwenders. In Sachen BMW iDrive muss ich dir auch widersprechen, da ich beruflich doch mit vielen Navi-Systemen zu tun habe, ist das System von BMW, das Beste was es aus meiner Sicht momentan gibt. Fachtestberichte unterstreichen dies zusätzlich. Da scheint wohl die Audi-Markenbrille etwas arg kritisch eingestellt zu sein … Perfekt ist es wohl mit Abstand auch noch nicht. Aber zumindest intuitiver als manch anderes …

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