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Das neue Altpapier

Seitdem die regionalen News über Freiburg im Newsnetz online verfügbar sind passiert es mir immer häufiger dass ich bei der abendlichen Lektüre der Zeitung das Gefühl habe, die Zeitung schon am Vortag gelesen zu haben da mir alles bekannt ist.

Dann frag ich mich jeweils ob sich TaMedia die ganze Newsnetz Strategie zu Ende gedacht hat. Denn gerade aus obengenanntem Grund überlege ich mir nämlich mein Abo der Berner Zeitung zu künden.

Da ich wissen wollte ob das anderen auch so geht habe ich mich bei der Tamedia Pressestelle nach den Abonnentenzahlen der letzten Jahre erkundigt. Beim Tagesanzeiger sieht das von 2005 bis 2008 so aus:

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Zwischen 2005 und 2008 hat der Tagesanzeiger 16’562 Abonnenten verloren was einem Minus von 8 Prozent entspricht. Würde mich nicht erstaunen wenn der Tagesanzeiger zwischen 2008 und 2009 weitere 10% Leser verliert.

Egal. Was mich noch mehr beeindruckt ist diese Umfrage die im Newsnetz vor ein paar Wochen gemacht wurde.

Wären Sie bereit für Tagesanzeiger.ch/Newsnetz zu bezahlen, wenn Sie dafür keine Werbung angezeigt bekämen?

Und sowas fragt ein Verlag der seit Jahren Abonnements verkauft. Für Zeitungen die voll von Werbung und Werbematerial sind!

Im Endeffekt ist man wohl bei der Tamedia nicht ganz sicher wie man mit dem Newsnetz Geld verdienen will.

Ich denke man hätte bei Newsnetz zuerst den Business Case festlegen sollen. Zum Beispiel freien Zugriff für Abonnenten der Zeitung, ein pures Online Abo und ein auf die Leitartikel beschränkter Zugriff für alle anderen.

Oder ein Kombiabo, die Wochenzeitung online, das Magazin und die Sonntagszeitung offline.

Mit einem geschickten Preismodell für die Online Abos hätte man da sicher ein zukunftsträchtiges Model finden können. Die Gratiszeitung gibts ja schon.

14 Kommentare

  1. Wir haben den Tages-Anzeiger aus dem von Dir erwähnten Grund nicht mehr abonniert: Wieso für Inhalte bezahlen, die man auch online findet, und die den Druck auf Papier häufig sowieso nicht wert sind?

  2. Ich denke man hätte bei Newsnetz zuerst den Business Case festlegen sollen. Zum Beispiel freien Zugriff für Abonnenten der Zeitung, ein pures Online Abo und ein auf die Leitartikel beschränkter Zugriff für alle anderen.

    Oder ein Kombiabo, die Wochenzeitung online, das Magazin und die Sonntagszeitung offline.

    Mit einem geschickten Preismodell für die Online Abos hätte man da sicher ein zukunftsträchtiges Model finden können. Die Gratiszeitung gibts ja schon.

    Du vergisst, dass fast alle Zeitungen Gratiszeitungen sind – auch Bezahlzeitungen finanzieren sich primär über Werbung (und andere, hmmm, Geschäfte), die Käufer und Abonnenten zahlen in erster Linie für die Distribution. Aus diesem Grund funktioniert auch das Geschäftsmodell von Gratiszeitungen, sofern sie mit möglichst geringem Distributionsaufwand an den Mann gebracht werden können.

  3. Das geht mir insbesondere mit der Sonntagszeitung schon lange so ,-)

    Aber auch die Tageszeitungen und sogar die Gratisblätter haben das selbe Problem. Ich habe alles schon auf einem mobilen Gerät unterwegs gelesen. Der Blick am Abend hält sich zwar gar nicht so schlecht…

    Mit Twitter ist es noch schlimmer. Ich habe alles in Twitter schon gelesen, was danach in den Blogs steht. Nicht so detailliert natürlich aber die Info war wesentlich früher da.

  4. Anderes Businessmodell: die mehr oder weniger exklusive Lokalberichterstattung (das interessiert die Leute!) kostet, das Archiv kostet auch, die überregionale Berichterstattung (die sowieso bei fast allen Blättern Agenturmaterial ist) als Loss Leader frei zugänglich.

    Ich kenne noch keinen Verlag, der das nach dem Muster macht.

  5. Oder ein Kombiabo, die Wochenzeitung online, das Magazin und die Sonntagszeitung offline.

    Das wäre wohl meine Variante…

    Aber bei all den guten Vorschlägen frag ich mich doch gleich, ob wohl nicht die falschen Leute bei den Verlagen sitzen. Jene, die keine guten Ideen haben….?

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  7. Bitte nicht vergessen: Wir gehören zur digitalen Elite, eine kleine Minderheit bei den Zeitungslesern. Uns macht es nichts aus stundenlang Tete am Bildschirm zu lesen. Die breite Mehrheit hingegen zieht echtes Papier nachwievor vor.

  8. @bugsierer
    Ich weiss nicht was das für ein chart sein könnte. hast du da eine bestimmte vorstellung oder soll ich einfach einen Zeichnen?

    @christian
    hmm, bei gemäss aktuellen WEMF Zahlen von etwas über 1 Million Unique User für Tagesanzeiger.ch würd ich das nicht mehr sagen.

  9. ª leu: öhm… also ich meine: die klassischen medien gehen in den letzten jahren steil bergab mit den leserzahlen. wie du oben schön gemalt hast. die neuen medien, also alles online zeugs, nehmen aber zu. interessant wäre jetzt ein chart, um wieviel die zunehmen.

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