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Die Zukunft der Leserbindung

Ich bin ernüchtert und geheilt. Geheilt vom Glauben dass ich mit meinem Newsletter wirklich die langjährige Bindung mit den LeuMund Lesern herstellen kann die ich so gerne hätte. Definitiv, ich glaube euch, E-Mail ist das falsche Medium.

Nur, wie kann ich die treuen Leser, die sporadischen Leser und die Freunde aus dem Reallife in regelmässigen Abständen von mehreren Monaten bis zu einem Jahr auf wichtige Dinge hinweisen und mobilisieren. Wie kriege ich es hin dass Leute die sich über einen Zeitraum für meinen Blog interessieren über Jahre hinweg kontaktierbar sind und mitkriegen was läuft?


Welche Möglichkeiten bleiben mir denn?

RSS Feed
Funktioniert nur, wenn RSS Feeds abonniert werden und auch gelesen. Mehr ein Tool für die Web 2.0 affinen Leute.

Twitter
Natürlich ist Twitter das coolste Tool um für seinen Blog zu werben, für eingefleischte Fans gibts sogar den Kommentar- und Beitragsfeed als speziellen Account @leumund_rss. Nur, wer nicht twittert kriegt nichts mit.

Google Friend Connect
Das ist eigentlich ein cooles Tool. Man kann sich mit auf einer Site einschreiben und da Google Accounts heute allgegenwärtig sind funktioniert das mit fast allen. Das Problem von Google Friend Connect sind die fehlenden Kommunikationstools. Ich kann nicht mit den Members meines Blogs kommunizieren.

Facebook
Eher widerwillig schreibe ich jetzt hier über Facebook. Dabei weiss ich eigentlich, dass gerade eine Facebook Gruppe für meinen Weblog mir die Möglichkeiten bietet die ich will. Ich habe mich seit Monaten nicht mehr bei Facebook eingeloggt und das ganze ist mir dort eigentlich Overkill. Ich kann aber gerade mit Facebook diese langjährige Bindung mit den definierten Zielgruppen herstellen. Ich glaub ich versuch es mal.

Man sieht, die Tools sind vorhanden, nicht alle Tools sind für diesen Zweck auch nützlich und brauchbar. Was wird das nächste Grosse Ding sein mit dem wir uns verbinden? Google Latitude? Google Wave?

18 Kommentare

  1. Die richtige Marketingstrategie wäre, ein genaues Profil deiner Leser zu erstellen und an deren Gewohnheiten angepasst zu kommunizieren.

    Sind deine Leser beispielsweise mehr Twitter-affin, ist das der richtige Weg, erfolgen die meisten Zugriffe bei dir über RSS, bleib dabei.

    Eine langfristige Bindung erzielst du meiner Meinung nach nur, wenn du auch langfristig attraktive Inhalte bietest (und daran scheitert es auch mit meiner eigenen Website. :-).

  2. Ich habe mich mit Facebook arrangiert. Damit es für meine „Facebook“ Freunde spannend bleibt, verlinke ich nicht jeden Post auf Facebook, sondern nur jene, die vielleicht nicht so geeky und techie dafür vielleicht etwas persönlicher sind. Ich verlinke ausschliesslich von Hand und verzichte auf die automatische Publikation allers Posts und Tweets.

    Ich hoffe, dass ich so nicht allzufest unter „Ralph verbergen“ leiden werde. Die Klickrate ist meist zwischen 5 – 10 Prozent. Und ich bekomme Feedbacks von sehr vielen Leuten, die ich weder mit RSS oder auf Twitter erreiche.

  3. Hmm, „geläutert und geheilt“? Ich fand deine Idee mit den „Best of“ E-Mails sehr gut. Wollte sie eigentlich auch bei mir einbauen. Haben sich zu wenige angemeldet? Vielleicht braucht es einfach mehr Zeit, ist ja noch nicht sooo lange her.

  4. Was hat denn zu diesem „Ausbruch“ geführt?

    Hast du schlechte Erfahrungen oder negatives Feedback über deinen Newsletter gesammelt?

  5. Ich denke, die Leumund-Leser sind tooo much Web 2.0-affin für einen Newsletter. Wer wie selbstverständlich RSS und Twitter nutzt, braucht einen Newsletter so dringend, wie eine durchschnittliche (im doppelten Sinne des Wortes) Tageszeitung.

    Weblogs oder Websites mit Usern ohne diese Web 2.0-Medienkompetenz profitieren dagegen nach meinen Erfahrungen von einem gut (!) gemachten Newsletter als perfektes Instrument zur „Kunden“-Bindung.

    Und es dürfte wohl eher eine optimistische Annahme sein, dass 10 Prozent der User echte Web 2.0-Medienkompetenz haben… Insofern hat der Newsletter noch eine lange Zukunft vor sich.

  6. Was wird das nächste Grosse Ding sein mit dem wir uns verbinden?

    Vielleicht sollten wir wieder einmal mit unseren Nachbarn reden, ganz altmodisch über die eigene Stimme? ;)

  7. Ich glaube, die wichtigere Frage ist: Welche Zielgruppe Du mit welchen für sie wichtigen Informationen binden willst. Je heterogener die Zielgruppe ist, wenn du also völlig verschiedene Leute ansprichst (wie bei Twitter oder Facebook – das einzige was die Leute hier verbindet, ist die starke Affinität zum Internet und zur Kommunikation mit anderen), desto schwieriger, wenn nicht unmöglich ist es, sie an Dich zu binden. Und wenn du nicht weißt, was die Leute interessiert, kannst du nur quer durch den Garten Infos bieten – das ist nicht genug. Auf den Punkt: Du musst klaren Nutzen bieten, das kannst du aber nur, wenn du weißt, was die Leute treibt. Ich habe schon so manches Newsletterprojekt daran scheitern sehen, dass die Zielgruppe zu schwammig war. Beispiel aus meiner Erfahrung: Büromitarbeiter. Da sitzt der 21-jährige gerade ausgelernte Sachbearbeiter, die Mama mit 3 Kindern, die wieder eingestiegen ist der wenig motivierte Vorruheständler. Geht nicht!

  8. Ich glaube, es bauchst mehrere Kanäle. Mit Facebook erreichst man vor allem Menschen, die man persönlich kennt, die aber nicht wirklich 2.0 Web-User sind. Sie sind auf Facebook um Bilder auszutauschen, irgendwelche „doofen Spiele“ zu spielen und mit Freunden zu kommunizieren. Andererseits erreichst du mit Twitter die 2.0 Web-User, denn die haben eh alle einen Twitter-Account.
    Meiner Meinung nach gibt es keinen einzigen richtigen Kanal um Leser zu binden, du musst die Leute dort abholen, wo sie sind. Die einen auf Facebook, die anderen bei Twitter usw.

  9. Ich behaupte jetzt einfach mal, dass du in spätestens einem Jahr Google Wave auf deinem Blog einsetzen wirst. Und dies nicht nur für die Leserbindung.

  10. facebook bietet zur gruppe die möglichkeit, dass du das login deiner seite, respektive einzelne profile direkt miteinander verlinkst. so könnte man zB einrichten, dass wenn jemand hier einen kommentar reinschreibt und er die option freigeschaltet hat, der kommentar auf seinem fb.profil angezeigt wird – direkt verlinkt mit der website – und sichtbar in der benachrichtigungsspalte seiner freunde…

    ich habs noch nicht fertig ausgetestet, aber will das unbedingt ausprobieren. schlägt mehrere klappen miteinander: a) nur ein statt zwei userprofile b) bessere/ sichere personifizierung c) werbung via automatischer verlinkung zwischen site und facebook.

  11. Wie die Leute erreichen? Ich glaube, das Kernproblem ist: Nicht beliebig sein. Jede Automation in der Benachrichtigung, jede Phantasie einer großen, möglichst riesigen Gruppe, die man erreichen will, führt genau dazu: Man selektiert nicht mehr (Inhalte), sondern will möglichst alles abbilden – und man investiert nicht wirklich in den Kontakt, sondern ins Management der Kontakte: Ein paar Minuten Zeit, ein persönliches Mail, und Du findest vielleicht einen Leser für Jahre, „bindest“ ihn, gerade weil Du so frei warst, Dich selbst für ihn zu interessieren.
    Für mich ist alles andere verpuffte Energie – ich verstehe den meisten Tech-Kram gar nicht. Früher habe ich es noch versucht, da hinterher zu sprinten. Heute habe ich das aufgegeben. Ich schreibe einfach. Und versuche die Mails, die rein kommen, ernst zu nehmen. Und ich schreibe. Briefe. Jawoll. Briefe. Für die Statistik ist das nix. Viel zu aufwändig. Für Beziehungen und „Bindungen“ aber, wie es hier so schön geheißen hat, ist es das Einzige.

  12. Vielen Dank für all die tollen Feedbacks. Ich werde jetzt nicht auf die einzelnen Kommentare eingehen werde aber dank den Feedbacks folgende Learnings in meine Überlegungen einbeziehen:

    1. Es gibt kein ideales Medium zur Leserbindung
    2. Ich muss die verschiedenen Zielgruppen auch verschieden ansprechen
    3. Ich werde meinen monthly Newsletter nicht sterben lassen sondern weitermachen
    4. Ich muss mich unbedingt wieder mal bei Facebook einloggen.
  13. Also, ich habe Deinen Newsletter abbestellt. Da ich immer mal wieder gern „persönlich“ vorbei komme, ärgert mich dann der Newsletter nur, weil er vieles wiederholt, was ich schon kenne. Ich erfahre darin nix Neues. Und wenn ich von „Bekannten“ Mails ungesehen weg zu klicken beginne, dann ist es Zeit, den Letter abzubestellen – am Schluss nehme ich sonst dem Absender sein Tun noch übel, was natürlich genau so Quatsch wäre – aber genau so kommt es raus.
    Da fällt mir ein: Ich muss die Newsletter-Kästchen bei mir mal alle wegputzen. Hab die Dinger nie wirklich in Funktion gesetzt…

  14. @kurt
    Das find ich voll ok. Ich werde mir merken dass ich dir ab und an einfach eine E-Mail schreibe. :-) Genau so wie du das hier auch beschrieben hast. Einfach persönlich.

  15. Bin gerade dabei meine Einstellung zu Facebook zu ändern. Mit der Fanpage habe ich nämlich ein Tool mit dem ich mit den Usern Interagieren kann. Muss ich demnächst mal schreiben.

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