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Kein Hahnenwasser mehr in Coop Restaurants

Daniel Ebneter hat vor einigen Tagen in seinem Weblog gefragt ob Wasser im Restaurant gratis sein soll. Ich habe dazu einen Kommentar geschrieben (der leider verschwunden ist) dass ich seit längerer Zeit finde dass es eine Super Dienstleistung ist, in den Coop Restaurants Hahnenwasser kostenlos abzugeben. Leider hat Coop per Ende Jahr die Wasserhahnen abmontiert und das kostenlose Hahnenwasser ersatzlos gestrichen.

Auf meine Nachfrage bei der Kassiererin wurde mir erklärt dass es seit dem neuen Jahr kein Gratis-Hahnenwasser mehr gebe. Sie verweist mich auch gleich auf einen Artikel im heutigen Le Matin der sich um dieses Thema kümmert.

Gemäss dem Artikel scheint sich Coop wegen möglichen Bakterienverunreinigungen von den Wasserkaraffen und den Wasserhahnen zu verabschieden. Da aber der Kindersirup weiterhin in der Karaffe verkauft wird scheint es doch eher aus wirtschaftlichen Gründen zu sein.

Kehrseite der Geschichte, eine 5dl Flasche Evian Mineralwasser ohne Kohlensäure kostet 3.60 CHF. Und hier bin ich nun mal nicht bereit soviel zu bezahlen. Umgekehrt würde ich aber für ein Glas Wasser auch bis zu 1.- CHF bezahlen womit Coop sicher auch einen Profit machen würde.

Ausnahmsweise bin ich der Meinung dass der Konsument sich hier wehren sollte. Welche Meinung habt ihr zu diesem Vorgehen der Coop und welche Möglichkeiten haben wir als Konsumenten?

30 Kommentare

  1. Pingback: Daniel Ebneter

  2. gratis-wasser muss nicht sein, finde ich. 1 franken für ein glas wasser fänd‘ ich fair.

    das vorgehen zeugt von einem schlechten gewissen, wenn das so klammheimlich getan wird. nicht gerade toll von coop.

  3. ob chf 1.- noch profitabel ist bezweifle ich! auch ein wasserhahn muss gewartet sein und das glas abwaschen und bereit stellen kostet alles auch. aber kostendeckend ist es sicherlich.

    ich finde das es durchaus etwas kosten darf! mit einem franken könnte sich coop abheben von der konkurenz und sicherlich auch stammkundschaft halten…

    gratis sein muss und kann es nicht. diese ewige gratis mentalität geht am schluss leider nicht auf!

  4. @amade.ch @kusito
    Danke für eure Meinung zu diesem Thema. Ich glaub ich werde weiterhin einfach ein Glas nehmen und es dann halt ungebraucht wieder in die Geschirrablage stellen. Dann sind die Kosten für Coop ja genau gleich hoch. :-)

    Bezüglich vorgehen musste ich heute auch schmunzeln. Der Wasserhahn wurde kurz vor Weihnachten abmontiert worauf das Trinkwasser bis Ende Jahr dann noch vom Personal in Karaffen abgefüllt wurde.

  5. Warum eigentlich kein Gratis-Hahnenwasser? Als Serviceelement kann es durchaus sinnvoll sein, es gratis abzugeben. Bsp. USA: Dort wird man gar nicht erst gefragt oder muss gar selber fragen, es steht einfach auf dem Tisch (wenn auch meist viel zu kalt). Dort ist es ganz klar ein Service, die Bedienung schenkt sogar noch nach – und erhofft ein besseres Trinkgeld. Und in China gibt’s selbstverständlich Gratis-Tee zum Essen. Andere Länder, andere Sitten!?

  6. in den USA ist das servicepersonal auf trinkgeld angewiesen! war mehreremale dabei als über 100$ als tringeld floss! bei vier personen. beim nachfragen wurde mir gesagt, dass zb in colorado im service kein mindestlohn vorgegeben ist! sprich die arbeiten für 3-5$ die stunde! andere länder andere sitten!

  7. „ein Glas nehmen und es dann halt ungebraucht wieder in die Geschirrablage stellen“ – ein bisschen trötzele oder was?

    Die Angst vor mikrobiologischen Verunreinigungen ist riesengross bei allen Unternehmen. Mir widerstrebte es schon immer für Wasser so viel zu bezahlen wie für ein Herrgöttli, nahm immer mit Blöteri und extra Zitrone plus Röhrli wenn’s kein Hahnenwasser gab. Oder halt ein Goggi light, auch wenn ich das eigentlich nicht mag, oder ein Espresso danach mit Hahnenwasser.

  8. Pingback: kate rageth /baumann

  9. Wasser wird in der Zukunft zum kostbaren Gut werden und gratis wird es nirgends mehr zu bekommen sein. Dies ist einfach mal eine Tatsache, die allerdings wohl nur wenig mit den Massnahmen von Coop und anderen Restaurants direkt zu tun hat. Ich finde gerade Unternehmen, welche sich „Kundenfreundlich“ nennen und sich sozial engagieren können es sich nicht leisten kein Hahnenwasser mehr abzugeben. Wir als Konsumenten haben nur dann eine Chance wenn genügend viele Leute reklamieren und dies möglichst öffentlich.

  10. @chnübli
    nahm immer mit Blöteri und extra Zitrone plus Röhrli wenn’s kein Hahnenwasser gab Wasser mit allem grad?

    Zum Espresso gibts ja auch kein Wasser denn wo kein Wasser ist, ist auch kein Wasser.

  11. Dieses Thema ist seit Jahren ungeklärt. Und der Beitrag wird hoffentlich zu reden geben und vielleicht sogar etwas bewegen.

    In kleinen Restaurants ist es eine Frage des gesunden Menschenverstands wie des Wirt damit umgeht. Aber bei unseren „Grossen“ dürfen wir erwarten, dass sich jemand der Problematik stellt, einen Preis definiert (was gerechtifertigt wäre) und dafür den Kopf hin hält.

  12. Weshalb wehren? Noch immer gilt der Grundsatz, dass man für Dienstleistungen auch bezahlen muss. Coop erbringt eine Dienstleistungen für den Kunden, wenn es diesem auf Bestellung ein Glas Wasser bringt, sei es ein teures Markenwasser à la Henniez oder Hahnenburger. In jedem Fall erbringt Coop eine Dienstleistung, die folglich auch vergütet werden muss. Daher hat der Kunde unter normalen Umständen keinen Anspruch auf ein kostenloses Glas Wasser.

    In der Praxis hingegen, gilt es in der Regel als selbstverständlich, dass ein Glas Hahnenburger nicht verrechnet wird, wenn man eine Mahlzeit oder anderes Getränk (z.B. Kaffee) konsumiert. Es liegt wohl vielmehr daran, dass Kunden diese kostenlose Zuwendung ohne andere Konsumation ausgenutzt haben.

  13. also der vergleich mit amerika hinkt ein bisschen hinterher! warum soll ein glas wasser den selbstverständlich sein nur weil das servicepersonal vom trinkgeld lebt? das wasser, glas, abwaschen… usw. zahlt doch der restaurantbesitzer und NICHT das servicepersonal!
    aber nun zum thema: also ich finde ein glas wasser sollte es immer gratis, vielleicht auch für CHF 1.-, geben. sind wir den schon wirklich soweit, dass alles bezahlt werden muss? kennen wir wirklich keinen kundenservice mehr? ich glaube wegen einem glaswasser, auch wenn es 100 kunden sind, ist noch kein restaurant pleite gegangen.
    zum glück gibt es bei uns in der kantine das wasser (noch) gratis… ein kleiner funken hoffnung.

  14. @pictura @Man in Helvetica
    Wie gesagt, ich erwarte nicht dass es gratis ist. Ich finde aber man sollte sich wehren damit das Hahnenwasser nicht einfach verschwindet sondern dass es eben eine bezahlbare Alternative zu Mineralwasser in PET Flaschen aus Frankreich ist. Ob es nun 1.- oder 2.- Franken sind, ökologisch sicher sinnvoller. Und gerade bei Coop wo man immer ein Theater rund um Natura-Beef und Bio-T-Shirts macht!

  15. @Christian
    ich hatte das schon so verstanden.
    Und bin eben auch der Meinung, dass wir gerade von einem Coop hier eine Lösung erwarten dürfen. Drehen sie einfach den Hahn zu, drücken sie sich vor der Verantwortung.

  16. Lösung Hiltl: Es gibt einen Wasserhahn, wo man selber gratis Hahnenwasser holen kann. Wenn man es serviert haben will, kostet es etwas.
    Lösung Commi-Halle (ist lange her): 1/2 Liter Karaffe Hahnenwasser kostet CHF2.-
    Und dann war ich neulich in einem schönen Restaurant irgendwo am Ende der Welt, da haben die für ein Glas Hahnenwasser doch tatsächlich CHF 4.00 verlangt. Das fand ich dann doch unter jeder Kanone.
    Ich trinke seit jeher Hahnenwasser, weil ich Blöterli nicht mag und die meisten Blöterli-freien Wasser einfach nicht schmecken (Ausnahme: Evian, gibt es aber nicht überall). Hahnenwasser gibt es an vielen Orten seit vielen Jahren schon nicht mehr gratis, und es werden immer mehr. Ich bezahle gerne etwas, 2 Franken für 1/2 Liter finde ich absolut angebracht.
    Der Service besteht für mich darin, dass überhaupt Hahnenwasser serviert wird (es ist mir auch schon passiert, dass ich auf die Bestellung von Hahnenwasser gehört habe: „Haben wir nicht“ – Nimmt mich Wunder, wie die Spaghetti gekocht haben, ohne Hahnenwasser), und zwar ohne die Kundin mit dem Blick zu töten und dann das Hahnenwasser in einem Schnapsglas zu servieren.
    In den meisten Restaurant funktioniert das erfreulicherweise problemlos.

  17. Ich habe nichts dagegen, wenn der Beizer seine Aufwände gedeckt haben will. Er soll doch beim Hahnenwasser seine Aufwände einfach gleich aufkalkulieren, wie wenn er sonst was verkauft. Ich weiss ja nicht wie hoch seine Marge beim Verkauf einer Flasche Evian ist. Stelle mir aber vor, dass mehr als Fr. 0.50 schon viel ist.
    Wenn Hahnenwasser mehr kostet als sonst ein Getränk, dann stimmt für mich der Preis nicht.

    Die Gastgeber (ich wähle extra diesen Ausdruck) könnten ja auch ihre Toiletten und die Sitzgelegenheit kostenpflichtig machen. Ich finde wenn jemand im Restaurant etwas konsumiert, sollte ein Glas Wasser auch noch drinliegen. Lang nicht jeder Gast trinkt dann nur Hahnenwasser.

  18. @ymotux

    Im Einkauf kostet ein Evian 50cl Glasfläschli etwa 1.10 und verkauft wird es meisten für 3.50 bis 5.-
    Meinst du ein Gastrobetrieb macht die richtige Kohle heute noch mit dem Essen? Die wollen dass man möglichst viel trinkt. (vor allem Alk.) ;-)

    Aber 1.- für ein Glas Wasser wäre absolut gerechtfertigt.

  19. Ich war vor ein paar Wochen mal im Migros Restaurant und sah zu, wie da ein Frölein die Tische putze und ziemlich giftig zwei Schüler anpfiff, weil die (nebst den Pommes mit Schnitzel) Eistee aus dem Beutel tranken (welcher 1. Stock weiter unten im Migros gekauft wurde). Zuerst regte ich mich auf, ab dieser scheinbaren Intoleranz. Doch als ich mich ein wenig umblickte, sah ich zig Schüler und Studenten. Wenn man das aufs Jahr hochrechnet, ist eine solche Regelung scheinbar ein muss.

    Dies nur als Vergleich zum Wasser. Und was ich damit sagen will: bei diesen Grossrestaurants sind solche Kleinigkeiten schnell mal viel Geld (viele Leute x viele Restaurants). Kleinere Gastro-Betriebe können je nach dem eine andere Rechnung machen. Das kommt halt ganz auf die Speisekarte, Weinkarte, Preis- und sonstige Politik draufan.

    Nachdem die Plastiksäckli an der Kasse weg sind, gibts jetzt auch kein Gratis-Wasser mehr. In 2 Jahren wird man bei der SBB vielleicht 2.– fürs WC zahlen müssen, dafür ist aber auch geputzt. Mir sind solche Kleinigkeiten eher Wurscht.

  20. Ich habe beruflich mit dem Trinkwasser zu tun und höre die Argumentationen btr. Wasser gratis – Wasser kostet – Preis für ein Glas Wasser etc. tagtäglich. Für mich ist die Preisgestaltung eine Frage des Marketings der einzelnen Betriebe.

    Zweierlei Wasser
    Schlimm finde ich, dass es immer mehr „zwei Wasser“ gibt:

    Hahnenwasser:
    wertlos – kostenlos – gratis – schlecht – bakteriell bedenklich – ohne Mineralien – für die Gesundheit, den Stoffwechsel wertlos – darf nichts kosten etc.

    Flaschenwasser (sog. Mineralwasser)
    wertvoll – „preis-wert“ – gesund – sauber – 1000 Jahre mit Mineralien angereichert (so ein Quatsch) – wellness – wohltuend – hat seinen Preis etc.

    Wir reden hier vom ein- und demselben Wasser. Klar kommt ein „HeRäPallegrino“ aus einer Quelle, direkt gefasst, und ein „Schweizer Trinkwasser“ z.Teil auch aus Seen und vom Grundwasser, doch das rechtfertigt noch kein „Zwei-Wasser Marketing“, wie man es versucht in den Köpfen der Konsumenten zu verankern. Trinkwasser ist das best geschützte und best kontrollierte Schweizer Lebensmittel und an allen Orten von einwandfreier Qualität.
    Tausende von Brunnenmeistern und Gemeindeangestellten in den kommunalen Wasserwerken kümmern sich mit grösster Sorgfalt und sehr verantwortungsbewusst um die lebenswichtige Ressource „Trinkwasser“.
    Bei Ihnen ist kein „Profitgedanke“ im Hinterkopf, wie bei den Wasserabfüllern, nur das Ziel, reines, gesundes und perfektes Wasser für die Bevölkerung bereit zu stellen.
    Diese Leute haben auch kein Millionenbudget um das Trinkwasserimage zu verbessern (2008 wurden in der Schweiz ca. 890’000’000 Liter Wasser in Flaschen verkauft, da kann man schon ein bisschen Werbebudget locker machen), aber sie machen einen guten Job.

    Aus diesem Grund appeliere ich dafür, dem Trinkwasser mehr Respekt und Achtung zukommen zu lassen.

    Mein Tipp: Besteht auf Trinkwasser ab dem Hahn und seid aber auch bereit, einen anständigen Preis dafür zu bezahlen. So ist garantiert, dass für uns das „Hahnenwasser“ und seine Qualität etwas wert ist.

    Apopos Marketing:
    erhizte ich 1,5 dl Wasser, schütte es in ein billiges Pressglas mit Henkel (Schweizer Teeglas) und werfe einen Teebeutel (Fr. -.10) hinein, ist der Konsument ohne Murren bereit, dafür Fr. 3.80 zu bezahlen und kein Mensch regt sich auf und macht einen Weblog darüber ;-)

  21. coop ist auch daran, alle abfallkörbe vor ihren läden und märkten abzumontieren. es sieht dementsprechend aus. coop will sparen. den abfall der beim einkauf anfällt, beziehungsweise die kosten, soll der konsument selbst übernehmen, respektive die gemeinde, der steuerzahler…

  22. aquaviva
    Danke für deinen Kommentar. Eigentlich ein interessanter Ansatz. Soviel ich weiss werden ja die Softdrinks in den Restaurants als Konzentrat mit Schweizer Hahnenwasser aufbereitet? Da wäre es ja wirklich eine coole Idee wenn die Mischbatterien um einen Hahnenwasser Teil erweitert werden. Und wenn man dafür einen guten Marketingnamen wie Hahnenburger entwickeln und vermarkten würde könnte da jemand damit ein Business machen.

    @paz
    Danke auch für deinen Input. ich denke die aktuellen Preissenkungen die immer wieder durchgeführt werden müssen allesamt über solche Aktionen subeventioniert werden damit man Ende Jahr halt auch gute Zahlen zeigen kann.

  23. @Gabz:

    Lösung Hiltl: Es gibt einen Wasserhahn, wo man selber gratis Hahnenwasser holen kann. Wenn man es serviert haben will, kostet es etwas.

    Diese Lösung ist in Ordnung, wenn auch eigentlich einem hochpreisigen Restaurant wie «Hitl» nicht würdig.

    In anderen Ländern erhält man gleich zu Beginn im Restaurant ein grosses Glas mit Trinkwasser oder gar eine Karaffe für den ganzen Tisch. Vor allem Letzteres ist eine sehr effiziente Lösung und auch gastfreundliche Lösung. Gastfreundlichkeit führt bei mir zu Mehrkonsum, das Gegenteil hingegen (teure Getränke, nicht rauchfrei) zu weniger Konsum.

    @dworni:

    Und was ich damit sagen will: bei diesen Grossrestaurants sind solche Kleinigkeiten schnell mal viel Geld (viele Leute x viele Restaurants). Kleinere Gastro-Betriebe können je nach dem eine andere Rechnung machen.

    Jeder Gastronomiebetrieb soll seine eigene Rechnung machen … Betriebe, die von mir regelmässig berücksichtigt werden möchten, müssen Trinkwasser zu einem fairen Preis anbieten – beispielsweise als Pauschale. Ich bin es leid, 5 und mehr Franken für kleine Wasserfläschchen zu bezahlen, obwohl ich eigentlich bloss Hahnenwasser trinken möchte, übrigens gerade auch aus Frische- und Hygienegründen …

    @leumund:

    Da wäre es ja wirklich eine coole Idee wenn die Mischbatterien um einen Hahnenwasser Teil erweitert werden.

    Wozu eine Mischbatterie für Hahnenwasser, wenn es dafür überall bereits entsprechende Einrichtungen gibt – die ganz profanen Wasserhähne?

  24. Pingback: Coop macht Rückzieher beim Hahnenwasser • coop, restaurant, schweiz, wasser • leumund.ch

  25. Ich weiss gar nicht was ihr habt, aber ich esse fast jeden Tag im Coop Restaurant, und seit es keinen Hahnen mehr gibt haben sie ganz einfach eine Karaffe mit kostenlosem (!) Hahnenwasser hingestellt…

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