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Maiak – The eastern Europe Newsroom

Maiak, The Newsroom of Eastern Europe ist auf den ersten Blick eine Website wie viele andere auch. Sie berichtet über Ereignisse und Zusammenhänge in Osteuropa. Und obwohl ich sogar schon Gast im Headquarter von Maiak war, habe ich die Logik von Maiak erst jetzt verstanden.

Maiak Newsroom Eastern Europe Logo

Maiak wird von einem Trägerverein gesponsert um spendenfinanzierten Journalismus zu betreiben.

Als Funding Journalism (auch spendenfinanzierter Journalismus genannt) wird die Arbeit von unabhängigen Nichtregierungsorganisationen bezeichnet, deren Journalisten aufwändige Hintergrundbeiträge vorwiegend über Politik und Wirtschaft recherchieren, die sich die Medien nicht mehr leisten können oder wollen.

Deshalb erscheinen alle Artikel auf Maiak unter einer Creative Commons Lizenz die den Nachdruck in anderen Medien unter gewissen Bedingungen erlaubt. So kann zum Beispiel dieser Artikel über die Russisch – Schweizerischen Beziehungen von Michael Ambühl, Schweizer Chefdiplomat unter diesen Bedingungen auch in weiteren Publikationen verwendet werden.

Hinsichtlich des kommenden Staatsbesuches von Russlands Präsident Dimitri Medwedew und auch den allgemeinen Beziehungen und Entwicklungen im Osten Europas eine interessante Seite. Nicht ganz klar ist mir zum jetzigen Zeitpunkt wer den genau den Verein bildet und wie sich das ganze durch den Verein finanziert. Hier wage ich noch trotz Versprechen der Transparenz ein Fragezeichen zu setzen. Vielleicht wird aber ein findbarer Jahresbericht wirklich Klarheit schaffen.

Ich finde es spannend wie Jürg Vollmer hier seine Interessen und sein gelernetes Handwerk in eine Idee investiert die für viele von uns sehr fremd anmutet und empfehle allen sich mal ein wenig bei Maiak umzusehen und sei es nur um sich wieder einmal die Geschichte vom Tilsiter anzuschauen.

10 Kommentare

  1. Herzlichen Dank für den Bericht und die kritischen Fragen!

    Wie in unseren FAQ erwähnt, „werden sämtliche Facts & Figures von maiak im Jahresbericht publiziert“. Dieser steht jeweils im Mai des Folgejahres auf unserer Website, erstmals also im Mai 2010.

    Bis dahin will maiak als europäischer Pionier des Funding Journalism organisch wachsen. Das heisst, wir haben heute einen Trägerverein mit Schweizer Mäzenen, einen kleinen Vorstand und einen fest angestellten Redakteur.

    In den nächsten Monaten werden wir in eine Schweizer Universität integriert und von nationalen Bildungsinstitutionen massgeblich mitfinanziert. So wachsen wir Schritt für Schritt und können unsere Tätigkeit ebenso Schritt für Schritt ausbauen. Diesen Prozess wollen wir nicht durch vorschnelle Ankündigungen stören, deshalb die vorübergehende Zurückhaltung bei den Namen.

  2. @jürg
    Ich bin dann gespannt auf den ersten Jahresbericht. In der Zwischenzeit wünsche ich dir viel Erfolg dass du diesen Trägerverein auf eine breite Basis stellen kannst. Ich finde die Idee nämlich wirklich genial und ich denke es braucht einiges an Durchhaltewillen für ein solches Projekt.

  3. Deshalb erscheinen alle Artikel auf Maiak unter einer Creative Commons Lizenz die den Nachdruck in anderen Medien unter gewissen Bedingungen erlaubt. So kann zum Beispiel dieser Artikel über die Russisch – Schweizerischen Beziehungen von Michael Ambühl, Schweizer Chefdiplomat unter diesen Bedingungen auch in weiteren Publikationen verwendet werden.

    Leider ist die gewählte «Attribution-Noncommercial-No Derivative Works 3.0 United States»-Lizenz von Creative Commons dafür nicht geeignet – «Noncommercial» und «No Derivate Works» beissen sich mit der Verwendung in den meisten Publikationen, hinzu kommt die absurd erscheinende Wahl einer amerikanischen Lizenz.

  4. @mds Alle Inhalte von maiak unterstehen der Creative Commons BY-NC-ND 2.5 Switzerland-Lizenz, so steht es in unseren FAQ und unter jedem Text respektive Foto …

    … aber das kleine Logo im Footer von maiak verlinkt tatsächlich auf die US-amerikanische Lizenz. Danke für den Hinweis!

    Zur kommerzielle Nutzung: „Dieses Werk darf nicht für kommerzielle Zwecke verwendet werden“ ist auslegungsbedürftig. Unser Vorbild ProPublica erklärt dazu: „The license says “no commercial use.” We’re fine with ads appearing on the same page as republished stories, but you can’t resell the stories or sell ads specifically targeted to them.“

    So hält es auch maiak: Selbstverständlich dürfen die maiak-Inhalte von kommerziellen Medien genutzt werden – das ist ja Sinn der Sache – es widerspricht aber der Lizenz, dass jemand diese Inhalte an kommerzielle Medien verkauft.

    Zum Stichwort Keine Bearbeitung: Die meisten maiak-Hintergrundbeiträge werden von international renommierten Fachleuten zu sehr sensiblen politischen Themen geschrieben. Es sind Analysen mit 8’000 bis 15’000 Zeichen Umfang (maximal eine Zeitungsseite), an denen der Autor lange gearbeitet hat und sein ganzes Renommee in die Waagschale legt. Es ist international Usus, dass solche Texte nicht bearbeitet oder in anderer Weise verändert werden dürfen. Das weiss jeder Redakteur.

  5. @mds Alle Inhalte von maiak unterstehen der Creative Commons BY-NC-ND 2.5 Switzerland-Lizenz, so steht es in unseren FAQ und unter jedem Text respektive Foto …

    Leider finden sich auf den Webseiten von Maiak widersprüchliche Angaben. In Eurem eigenen Interesse sollten Ihr diese Angaben vereinheitlichen und klarstellen, welche Bedingungen gelten – teilweise widersprechen sich unmittelbar aufeinander folgende Sätze.

    Maiak ist aber sowieso noch sichtbar im Aufbau begriffen, deutlich sichtbar wird dies beispielsweise am Wiki. Man kann problemlos so vorgehen, aber ein entsprechender Hinweis im Sinn von «BETA» könnte hilfreich sein.

    Abgesehen von diesen technischen Macken verfolge ich Maiak gern, nachdem ich Dein privates Weblog früher schon regelmässig las. Entsprechend bin ich neugierig, wie sich Maiak weiter entwickeln wird, auch wenn ich schade finde, dass die Strategie anscheinend darin besteht, sich so bald wie möglich in staatliche Hände zu begeben.

  6. @mds Diese Widersprüche in der Creative Commons Lizenzierung sind natürlich nicht Absicht. Darf ich um einen Hinweis per E-Mail bitten, wo sich solche finden?

    maiak ist die erste europäische Nichtregierungsorganisation, die den Medien spendenfinanzierten Journalismus anbietet. Und wir laden die Nutzer explizit ein, „dieses Projekt mit zu gestalten. Entscheiden Sie mit über Inhalt, Design und Usability von maiak: Wir freuen uns auf Ihre konstruktive Kritik und guten Ideen!“ (siehe http://www.maiak.info/maiak-beta-test-inhalt-design-usability). Mit kleinen Fehlern haben wir deshalb gelernt zu leben.

    Dass wir uns als Nichtregierungsorganisation aber „so bald wie möglich in staatliche Hände begeben“ wollen, ist mir neu. Die Integration in das Osteuropa-Center einer Schweizer Universität und Gelder von nationalen Bildungsinstitutionen machen einen Verein oder eine Stiftung doch nicht staatlich. Sonst wären von Reporter ohne Grenzen bis zum Internationalen Roten Kreuz alle Nichtregierungsorganisation staatlich.

  7. Darf ich um einen Hinweis per E-Mail bitten, wo sich solche finden?

    Ich komme darauf zurück.

    Dass wir uns als Nichtregierungsorganisation aber “so bald wie möglich in staatliche Hände begeben” wollen, ist mir neu. Die Integration in das Osteuropa-Center einer Schweizer Universität und Gelder von nationalen Bildungsinstitutionen machen einen Verein oder eine Stiftung doch nicht staatlich. Sonst wären von Reporter ohne Grenzen bis zum Internationalen Roten Kreuz alle Nichtregierungsorganisation staatlich.

    Leider sind tatsächlich fast alle NGO staatsabhängig und werden entsprechend zu Unrecht als «NGO» bezeichnet. Geldflüsse schaffen Abhängigkeiten und Beeinflussungen, zwangsläufig … ich verstehe, dass man sich an grosszügigen staatlichen Subventionstöpfen laben möchte, aber die eigene Unabhängigkeit gibt man damit üblicherweise leider auf.

  8. Mit diesem CC Zeugs werd ich ja immer wieder konfus. Deshalb steht mein Blog einfach unter meiner eigenen Lizenz. Bei Maiak ist natürlich wichtig dass dies klar ist, ich denke man sollte aber auch da Nachsicht haben das nicht eine 100 köpfige Redaktion das ganze betreut. Der soeben erfolgte Relaunch zeigt ja auch die Dynamik dieses Projektes.

    Dass man Staat, Wirtschaft und Presse nicht komplett trennen kann ist leider so. Das ganze bildet ja einen Kreislauf und jeder profitiert vom anderen.

  9. @Jürg Vollmer:

    Ein Beispiel für einen Widerspruch findet sich in den FAQ. Einerseits wird dort die BY-NC-ND-Lizenz erwähnt, andererseits findet sich gleich nachfolgend folgender Text:

    Es ist ausdrücklich gestattet, die Inhalte

    * zu vervielfältigen,
    * zu verbreiten und
    * zu verändern,

    Dabei sind nur die folgenden Bedingungen einzuhalten:

    * Namensnennung des Autors und von maiak.info

    @Christian Leu:

    Dass man Staat, Wirtschaft und Presse nicht komplett trennen kann ist leider so. Das ganze bildet ja einen Kreislauf und jeder profitiert vom anderen.

    Bist Du gar häufig in Osteuropa unterwegs? ;)

    Wer von staatlichen Leistungen profitiert oder sich gar unter ein staatliches Dach begibt, ist nicht mehr unabhängig. Grundsätzlich legitim, aber eben, die Unabhängigkeit ist dahin. Leider scheinen den meisten Organisationen staatliche Subventionen wesentlich wichtiger zu sein als Unabhängigkeit, viele bekannte NGO funktionieren so und sind entsprechend nur scheinbar «NG».

  10. @mds Herzlichen Dank für den hilfreichen Hinweis auf einen Widerspruch der in den FAQ zitierten BY-NC-ND 2.5 Switzerland Lizenz zu unserer Praxis!

    Wir werden den Lizenzen-Hinweis wohl mit einem erklärenden Satz ergänzen müssen:

    „Sie dürfen alle Texte und Fotos mit Nennung des Autors und von maiak.info honorarfrei vervielfältigen, verbreiten und öffentlich zugänglich machen (aber nicht anderen Medien verkaufen!). Textkürzungen sind erlaubt, jedoch darf der Text in keiner anderen Weise verändert werden.“

    Ich glaube, so können wir den berechtigten Anforderungen der Fachautoren und dem Open Source-Gedanken gerecht werden. Denn eines ist klar: Hintergrundbeiträge von international renommierten Fachautoren zu sehr sensiblen politischen Themen dürfen nicht bearbeitet werden.

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