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Papierlos fliegen

Seit einiger Zeit sind wir uns mittlerweile schon gewohnt mit einem elektronischen Ticket zu fliegen. Seit neustem erlauben uns die Fluggesellschaften nun auch das Check-In von einem Webbrowser aus. Man spart sehr viel Zeit, kommt man doch schon mit der ausgedruckten Bordkarte zum Flughafen und kann nur noch das Gepäck abgeben.

Bei SWISS sind noch nicht alle Prozesse optimal durchdacht

Bei SWISS sind noch nicht alle Prozesse optimal durchdacht

Mich hat nun interessiert ob man mit dem Web Check-In auch ohne ausgedruckte Bordkarte bis ins Flugzeug kommt. Hier mein Erfahrungsbericht bei der Swiss und Lufthansa.

SWISS International Airlines

Bordkarte als PDF

Bordkarte als PDF

Für meinen SWISS Flug von Genf nach Brüssel mache ich den Versuch noch mit Papier-Backup. In die Sicherheitszone komme ich mit der Boardingkarte auf dem iPhone am schmunzelnden Sicherheitsbeamten vorbei, beim Einsteigen ins Flugzeug will die Dame aber dann noch eine Boardingkarte drucken worauf ich Ihr mein ausgedrucktes Ticket doch noch zeige. Interessanterweise sind keine Barcode Leser vorhanden um den Barcode vom iPhone zu scannen.

Der Barcode bei SWISS

Der Barcode bei SWISS

Auf dem Rückweg checke ich mittels iPhone über die SWISS Web-Check-In Seite von unterwegs aus ein und habe keine Möglichkeit mir die Bordkarte noch auszudrucken. Dabei muss ich die Bordkarte nach dem letzten Schritt im Check-In Prozess als PDF File an meinen E-Mail Account weiterleiten.

Von dort kann ich die Bordkarte beim Eingang zum Sicherheitsbereich im Flughafen Brüssel dem Beamten unter einen Scanner halten worauf er meine Flugdaten an einem Monitor sieht und kontrollieren kann. Beim Einsteigen fehlt dann erneut ein geeigneter Scanner, man lässt mich aber ohne grosse Probleme einsteigen, nicht aber ohne mir einen handgeschriebenen Zettel mit meiner Sitznummer in die Hand zu drücken. Also, alles geklappt auch wenn man merkt dass noch nicht alle darauf eingestellt sind.

Lufthansa
Bei der Lufthansa teste ich den mobilen Check-In auf dem Flug von München in die Schweiz. Schon beim Anwählen der Lufthansa Website fällt auf dass man sich um die mobilen User kümmert. Eine ans iPhone angepasste Website führt einem elegant durch den Check-In Prozess. Die Angaben die man zum Check-In angibt sind: Miles&More Nummer, Nachnahme und die E-Mail Adresse.

lufthansa-auswahl

Flugauswahl

lufthansa-sitzplatz

Sitzplatzauswahl

lufthansa-eingecheckt

Eingecheckt!

Der Boarding Pass bei Lufthansa

E-Mail als Bordkarte

Alle Seiten sind optimiert, man kann auch den Platz auswählen und bekommt am Schluss die Bordkarte sogar per E-Mail zugestellt.

LH iPhone Launcher

LH iPhone Launcher

Die Lufthansa bietet sogar eine iPhone Applikation namens Lufthansa Launcher in der man diese Daten hinterlegen kann. Die Applikation leitet dann aber jeweils direkt auf die mobile Website weiter. Dennoch ein praktisches Tool mit dem man auch Flüge buchen und seinen Miles&More Account besuchen kann.

Genauso durchdacht wie die Applikation und die Internetseite ist der komplette Check-In Prozess im Flughafen München. So sind schon jede Menge Gepäckaufgabe Schalter vorhanden an denen man dann nur noch den Barcode aus der E-Mail einlesen muss. Im Gegensatz zu den ersten Versuchen ist jetzt aber auch Personal an diesen Gepäckabgabe Stationen die die entsprechenden Kleber an den Gepäckstücken anbringen.

Bei der Sicherheitskontrolle die im Flughafen München am Eingang der Sicherheitszone stattfindet reicht das Zeigen der E-Mail aus um hereinzukommen. Die selben Beamten sind dann auch für das Scanning des Handgepäcks und der Tascheninhalte zuständig. Sicher eine sinnvolle Doppelfunktion die man in vielen Flughäfen auch so kombinieren könnte.

Von da an geht es weiter auf dem vollelektronischen Weg. Beim einsteigen ins Flugzeug hat man mittlerweile auch schon die ersten Systeme am Start bei denen es ausreichend ist den Barcode einzulesen und man dann über ein Drehkreuz Zugang zum Flugzeug oder dem wartenden Bus kriegt.

Fazit
Auf Europaflügen sollte es sowohl mit der SWISS und auch mit Lufthansa kein grösseres Problem geben wenn man eincheckt und mit der Bordkarte auf dem Handy erscheint. Die beiden Konzerne erlauben das eigene Check-In ja eh nicht auf allen Strecken.

Grundsätzlich spart man damit viel Zeit, wenn die Prozesse wie in München auch noch optimiert sind umso besser. Bei speziellen Destinationen würde ich aber darauf auf ein Check-In ohne Papierbeleg verzichten. Man muss sich ja nicht noch Probleme schaffen.

Auf jeden Fall wird fliegen dadurch auch schneller. Man kann anders kalkulieren und fühlt sich auch bei gedrängtem Programm sicherer wenn man schon zum Frühstück eingecheckt hat.

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14 Kommentare

  1. Danke für den Test. Wenn ich gut drauf bin, werde ich das diesen Monat mit Austrian Airlines auch probieren, denn die bieten seit kurzem Handy-Checkin für österreichische Kunden an.

  2. Ich werde das ganze natürlich bei meinen Flügen mit der Swiss auch gleich testen :) Mal sehen ob die Engländer mehr Probleme haben mit dem Gefahrenpotential eines iPhone Terrorist :D

  3. Witzig, ich fliege mit Lufthansa über München damit ich ein wenig früher da bin. Aber wir sollten das glaub nutzen und am 8ten Abends essen gehen. Ich hab nichts los. :-)

  4. Sehr interessanter Bericht. Leider habe ich kein iPhone zur Verfügung um das ganze zu testen.
    Ist aber schon mal eine gute Sache, dass an meinem Heimatflughafen (MUC) das ganze schon funktioniert.

  5. Mit meinem Windows Mobile Krückenbrowser konnte ich anfangs Jahr bei der Swiss kein Ticket kaufen. Ich hab das Ticket dann woanders gekauft (BA oder Air France, so genau weiss ich das nicht mehr).

  6. übrigens ist das sozusagen fast dramatischste Feature an der Lufthansa APP das wechseln des Bildes im Hintergrund. Ansonsten ist es wirklich einfach ein Launcher der die Logindaten an die mobile Website mitgibt. Ist eigentlich eine ganz simple und nützliche Idee. Evtl. baut man in der nächsten Variante gleich noch den Browser in die App ein.

  7. Also mit austrian funktioniert das so: Ich wollte gestern meinen Flug für heute online einchecken. Und es wurde mit tatsächlich automatisch vorgeschlagen für die Strecke VIE-ZRH die Boardingkarte mobil zu erhalten. Folglich konnte ich meine Natelnummer eingeben und prompt kam der 2D-Code aufs Handy. Als ich aber die Boardkarte für einen vorherigen Flug für heute Morgen ausdruckte, war der VIE-ZRH trotzdem dabei. So machts natürlich nicht alzu viel Sinn, aber andererseits: sicher ist sicher fürs erste mal mobil boarden.

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  9. Pingback: Michel Reichert

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