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Passivrauchen in Fribourg Bitte keine halben Sachen!

Komisch, noch als Raucher, hätte ich jedem Rauchverbot in Restaurants bedingungslos zugestimmt. Grund dafür war glaub das Wissen, dass man so viel weniger Möglichkeiten zum Rauchen findet.

Im Kanton Freiburg wird nächstes Wochenende über die Verfassungsinitiative Passivrauchen und Gesundheit abgestimmt.

Kein bisschen erstaunlich und nur ein weiteres Zeichen für die gute Lobbyarbeit der Zigarettenindustrie ist der Gegenvorschlag des Staatsrates. Dieser will nämlich kein komplettes Rauchverbot wie dies die Initiative verlangt und wie dies in Italien und Irland schon hervorragend funktioniert sondern eine abgespeckte Light Variante mit vielen Schlupflöchern.

Der Staatsrat hat sich zwar das Ziel der Initiantinnen und Initianten zu eigen gemacht, dabei aber eine gemässigte Lösung bevorzugt, welche die Verantwortung jeder und jedes Einzelnen respektiert. Damit bleibt auch die soziale Funktion der Gastbetriebe erhalten.

Da ja schon auf Bundesebene keine klare Richtlinie besteht ist aber die Variante des Staatsrates immer noch konsequenter als die Bundeslösung. Dass die Verfassungsinitiative nicht wirklich der beste Weg ist kann ich aber auch nachvollziehen.

Der Text der Initiative würde die neue Verfassung aus dem Jahr 2004 entstellen, die nur einen einzigen allgemein gehaltenen Artikel zur Gesundheit enthält.

Im Endeffekt ist es wichtig dass es ein klares Ja zu beiden Vorlagen gibt. Falls sich die Variante der Verfassungsinitiative durchsetzt sollte der Staatsrat diesen Wunsch des Volkes respektieren.

Ob es danach noch eine Variante gibt diesen Wunsch auf Gesetzesebene anstatt Verfassungsebene einzuführen kann ich nicht sagen.

3 Kommentare

  1. Nach 10 Tagen in Frankreich und einen Skitag in Italien heute nerve ich mich (zusammen mit einem deutschen Kollegen, der von seinem Land punkto Raucher-Protektionismus noch enttäuschter ist als ich von der Schweiz) über das saudumme Getue hierzulande: Italien, Frankreich, Irland, viele US-Bundesstaaten usw. – alle schaffen es, strenge und konsequente Regeln aufzustellen, die auch nicht wettbewerbsverzerrend sind (Stichwort Raucherlokale) – es wird einfach in Beizen nicht geraucht, in keiner, keine Diskussionen, punkt.

    Hierzulande meint man, all die Diskussionen, die andernorts schon vor Jahren geführt wurden und die die geltenden Regelungen zur Folge hatten, nochmals führen zu müssen – was soll das? Hält man sich für sooo extrem schlauer in der Schweiz? Denkt man, dass das Volk den Qualm vielleicht etwas weniger satt hat als andernorts? Was soll dieses Pseudogelaber von „Eigenverantwortung“? Ich habe – als seltener Gelegenheitsraucher – sowas von genug davon.

    Wieso werden Regelungen, über die abgestimmt wurde, nicht endlich eingeführt (ZH)? Wieso dauert es im Kanton Bern Jahre, bis das Rauchverbot endlich kommt? Warum meinen Egozentriker, die Verbote immer wieder verwässern zu müssen?

    Immer, wenn ich aus dem Ausland heimkomme, werde ich als erstes in Beizen oder am Bahnhof mal vollgequalmt. Was müssen ausländsiche BesucherInnen über dieses mittelalterliche und rückständige Land denken?

    Macht endlich mal vorwärts – Bundesbern wird sich noch wundern, wenn sie die nationale Regelung gleich wieder abschaffen können, wenn alle Kantone strengere Regelungen eingeführt haben.

  2. Wie zu erwarten wurden beide Varianten klar angenommen. Interessanterweise hat die Initiative im Greyerzbezirk und in der Stadt Fribourg in der Stichfrage gewonnen. Interessant dadurch, dass sich eigentlich das Nachtleben im Kanton vorwiegend auf Fribourg und Bulle beschränkt und man dort die härtere, klarere Variante genommen hat. Jetzt hoffe ich dass man bei der Umsetzung vorwärts macht und möglichst auf Ausnahmeregelungen verzichtet.

  3. Pingback: Bätschman on Tour - www.Baetschman.de » Blog Archive » Fribourg wird rauchfrei (vorerst)

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