Permalink

16

Square revolutioniert den Kreditkartenmarkt.

Schon 2009 habe ich über Square, den Zahlungsdienst von Twitter-Mitbegründer Jack Dorsey berichtet. Mittlerweile ist das Unternehmen in Amerika sehr aktiv und wird demnächst den kleinen Kartenleser sowohl über den Apple Online Store wie auch die Apple Retail Stores vertreiben können. Dies wird dem Produkt eine weitaus höhere Präsenz geben, auch wenn bisher der Kartenleser sogar kostenlos vertrieben wurde.

War ich 2009 noch eher skeptisch, sehe ich heute Square als eine Revolution im Zahlungsmarkt. Square ermöglicht es, aus jedem iPhone oder iPad ein Zahlungsterminal zu machen, das innerhalb von Minuten einsatzbereit ist.

In Amerika genügt das herunterladen der App aus dem App Store und die kurze Registrierung auf der Website und man kann umgehend über die Eingabe der Kreditkartennummer Kreditkartenzahlungen akzeptieren. Sobald man den Kartenleser hat, sinkt das Disagio von 3,5% und 15 cent Transaktionskosten auf einen Wert von 2,75% ohne Fixbetrag!

Im Vergleich, in der Schweiz bezahlt ein Händler mindestens 1’000.- Franken für ein Kreditkartenterminal nach neusten Normen und wird ohne spezielle Volumenverträge für Kreditkarten auch um die 3% auf den Transaktionsbetrag zahlen müssen.

Für den europäischen Markt ist die Lösung von Square nach wie vor nicht, oder nur bedingt geeignet. Einerseits dadurch, dass Square nur in US Dollars funktionert, anderseits weil Square die hohen Anforderungen der EMV/PCI Industrie nicht erfüllt. In Europa werden mittlerweile die meisten Transaktionen über den Chip auf der Kreditkarte abgewickelt, während in den USA das einfache auslesen des Magnetstreifens genügt. Dazu kann Square mit unseren Maestro Debit Karten und den verwendeten PIN Codes nicht umgehen.

Grundsätzlich ist es aber eine Frage der Zeit, bis entsprechende Hardware für das iPhone verfügbar sein wird. So hat zum Beispiel Verifone, einer der grossen Anbieter von Zahlungsterminals schon eine eigene Hardware im Angebot und natürlich auch das Know-How um die strengen europäischen Normen zu integrieren.

Auf lange Sicht wird aber nicht die Hardware über Erfolg und Misserfolg entscheiden sondern die Gesamtlösung. Während traditionelle Anbieter noch Unmengen an Papierkram und Verträgen zum Vertragsabschluss brauchen, bietet Square eine einfach zu nutzende Komplettlösung, die innerhalb von Minuten funktioniert. Heute hat die Zahlungsindustrie noch den Schutz durch die hohen Sicherheitsanforderungen. Wenn sich NFC in den nächsten 2 Jahren in Smartphones durchsetzt, wird die Zahlungsindustrie sehr schnell weltweit wieder auf einen Standard einigen.

16 Kommentare

  1. Pingback: aschraner

  2. Ich kann mich erinnern, gelesen zu haben, dass das kleine Quadrat 9.95$ kostet, aber 10$ Guthaben beim Kauf eingeschlossen sind. Also sicher ein sehr spannendes Gerät, gerade z.B. für Flohmärkte, den Märit oder andere Kleinstgeschäfte.
    Das Problem ist aber – wie bei so vielem -, dass die Jungs und Mädels bis jetzt nur US-amerikanische Kreditkarten akzeptieren, das Kästchen in der Schweiz also noch nutzlos ist. Ich bin aber genau wie du gespannt, wie sich das mit NFC entwickelt, da sehe ich viel Potential.

  3. Pingback: apfelritter

  4. @habi
    Also grundsätzlich sollten alle Kreditkarten auf der Welt damit funktionieren. Unsere haben nach wie vor noch den Magnetstreifen. Ich denke man könnte Square sogar hier benutzen, aber halt einfach nur in $. Würde mich reizen mir so ein Teil zu bestellen, nur ums mal zu testen.

  5. Müsste doch nicht allzu schwer (bzw. nicht allzu viel teurer) sein, so ein Ding zu bauen, das den Chip ausliest – also ich meine nicht für uns, sondern für Square.

  6. @sam
    Der Chip ist das kleinste Problem. Die ganzen Normen sind relativ strikt was die Sicherheit angeht. Da ist das einfache auslesen eines Magnetstreifens noch Mittelalter dagegen. Ich denke aber auch, dass Square hier dann wohl eher direkt auf die NFC (also die Kontaktlose) Technologien setzen wird und den Chip gleich übersprint.

    Kannst dich in Sachen Standards gerne mal bei der Payment Card Industrie umsehen: https://www.pcisecuritystandards.org/

  7. Ich hab Square von Beginn weg gemocht und es leider etwas aus den Augen verloren. Schön, zu lesen, dass es erst gerade so richtig losgeht!

    Da seh ich dann auch den perfekten Einsatz vom iPad:
    Speisekarte, Bestell- und Zahlungsterminal in einem.

    Wird öppe Zyt.

  8. @leumund Ich kann mich leider beim besten Willen nicht mehr an die Quelle erinnern, meine Feeds-Abonnements sind nach meinem digitalen Reset noch höchst volatil. Ich meinte aber eben zu lesen, dass das nur mit Ami-Karten geht. Wenn’s nur in $ ginge, wäre das ja für Schweizer Karten kein Problem…
    Wenn du so ein Kästli bestellst, zahle ich dir Mal mit meiner ein Getränk nach Wahl am BLGMBDYBRN :)

    Kleingedrucktes: ich zahle keine Drinks über 20.-

  9. @habi
    Also ich habe das mit dem Gutschein auch irgendwo gelesen. Ich kann mal schauen ob mir jemand das Ding schickt und dann rüsten wir damit einen der Punks am Bahnhof Bern aus und filmen die Reaktionen wenn der sagt er nehme jetzt auch Kreditkarte. :-)

  10. Pingback: links for 2011-04-20 - Oliver Gassner: Digitale Tage

  11. Wenn das irgendwann einmal in der kleinen Schweiz funktioniert, schaue ich mir als Ultrakleinunternehmer (UKMU) dieses Square genauer an, sieht ganz interessant aus. Bis jetzt bin ich nicht willig, diese teuren Geräte für EC und Kreditkarten zu kaufen / mieten.

  12. Habe jetzt versucht einen Square Account freizuschalten, die lassen sich aber nicht einfach so mit eine Fake Sozialnummer und einer Adresse in den USA reinlegen. Die Antwort war sehr klar:

    Based upon your application, Square will not activate your account to accept card payments.

    Tja, dann halt nicht.

  13. Pingback: Visa investiert ins mobile Bezahlsystem Square – iPhoneBlog.de

  14. Pingback: PCI Update – Woche 17 • izettle, payment card industry, paypal, pci, pciupdate, square, Visa • leumund.ch

Jetzt kommentieren: