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Startups als Farmteams der Verlage?

Während Ringier gerade die Trümmer ihrer Handy-Payment-App Vanilla am wegräumen ist und mit The Collection wohl nicht viel mehr Geduld zeigen wird, hat die NZZ im Kindle Store zwar die Nase vorne, ansonsten hat das NZZ Lab bis auf eine Integration von Memonic noch nicht viel vorzuweisen und bei tamedia scheint man auf Experimente weitestgehend zu verzichten.

Wenn man die verschiedenen Verlage ein wenig verfolgt, sieht man, wie unbeholfen und unsicher die Millionenunternehmen den aktuellen Kulturwandel angehen. Ich denke niemals vorher hat sich die Medienwelt so grundsätzlich verändert und während die traditionellen Verlage kein Fleisch am Knochen sehen, sind Apple, Amazon und viele Startups ganz scharf auf die neue Medienwelt.

Sieht man sich alleine die Bandbreite an Social News Apps für das iPad an, Flipboard, BroadFeed, PulseNews, Zite, Taptu, TweetMag und das jüngste Kind, news.me aus einer Zusammenarbeit von The New York Times und bit.ly scheint es ja einiges an Potential zu geben.

Wie man sehen kann, The New York Times entwickelt nicht alleine eine solche App, sondern geht eine Partnerschaft mit einem Web 2.0 Unternehmen ein. Bit.ly, eigentlich spezialisiert auf das kürzen von Links, kann als Abfallprodukt sozusagen in Echtzeit verfolgen welche Stories oder eben Links gerade interessant sind. Dies und vielleicht auch die Möglichkeit ausserhalb der Strukturen eines Verlags zu denken scheint auf jeden Fall das Projekt zu beschleunigen.

Und ich denke in der Schweizer Verlagsszene wäre es nicht schlecht, wenn die traditionellen Verlage mit innovativen Firmen zusammenarbeiten. Warum nicht eine Zusammenarbeit von tamedia mit Joinbox, Blogwerk als Farmteam der NZZ mit frischen Ideen im Verlagsbereich und vom Mutterschiff mit Mitteln ausgestattet, die im Verlag einfach versickern würden oder vielleicht Atizo als Innvotionteam bei Ringier?

Ich bin gespannt was uns in den nächsten Monaten aus den Verlagshäusern noch alles präsentiert wird. Ich vermute aber, Innovationen können in den eingefahrenen Strukturen nur schwierig entstehen und man würde die Mittel besser in ausgelagerte Startups oder Partnerfirmen investieren.

9 Kommentare

  1. Pingback: Atizo

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  6. «ansonsten hat das NZZ Lab bis auf eine Integration von Memonic noch nicht viel vorzuweisen»

    Richtig daran ist, dass wir unser Blog unter labs.nzz.ch bisher viel zu wenig pflegen, falsch aber die Annahme, dass alles, was wir machen, auch nach aussen hin sichtbar wäre. Fürs Blog verspreche ich Besserung.

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