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SuisseID – Eine sichere Nummer

Erstaunlich wie es Trüb & Co. schaffen dem Bund pro SuisseID 65 Franken aus dem Sack zu ziehen. Für eine Chipkarte die in der Produktion wohl maximal ein paar Fränkli kostet und zu hundertausenden produziert und eingesetzt wird.

Noch erstaunlicher, dass niemand dafür gesorgt hat, dass auf der offiziellen SuisseID Website zumindest ein Verkaufspreis zu sehen ist. Man könnte meinen der USP der SuisseID liegt einzig beim Cashback-System.

Irgendwie erinnert mich das an die Geschäftemacher in Griechenland die staatliche Subventionen soweit ausgereizt haben um damit Ferien oder private Anschaffungen zu machen.

Zum Glück wird schon nächste Woche niemand von der SuisseID sprechen, sonst müsste ich mich den Sorgen von Andreas von Gunten noch anschliessen.

25 Kommentare

  1. Pingback: Christian Leu

  2. Spannend ist das die SuisseID für 33 Franken als geniales Produkt vermarktet wird (plus subvention von 65 CHF) ergibt das 98 sagen wir einen blauen Schein.

    Was hab ich als Bürger davon? Den Mehrwert mich bei der Onlinesteuererklährung direkt einzuloggen?

    Viel interessanter ist wohl der Aspekt, dass Unternehmen und Öffentliche die sich SuisseID anschliessen wohl auch noch zur Kasse gebeten werden. Die Idee ein sauberes Identity and Access Management aufzubauen ist gut und schon lange Überfällig. Aber überall Geld zu kassieren find ich irgendwie abwegig.

  3. Vorallem wirds dann spannend wenn der Bund den Pass dann auch für 14.- CHF* anpreist und dann im Kleingedruckten steht, dass dies natürlich 14.- CHF pro Jahr ist wo der Pass gültig ist. Oder die SBB das GA für 8.50 CHF* anbietet. (*pro Tag)

  4. Warum nicht? Das sind doch transparentere Kosten als einfach 99.-*

    Denn wenn du als Privater den unsubventionierten Preis siehst, winkst du eh ab, bevor du dich genauer informierst.

    Und wenn mir die 100.- das stundenlange Rumstehen auf der Bevölkerungskontrolle bei jedem kleinen Rumzügeln erspart, dann zahle ich das extrem gerne.

    (* = Und dann irgendwo kleingedruckt steht was von 3 Jahren…)

  5. @christian
    :-) du nerd. Wieviel zügelst du denn? du willst sie einfach kaufen und suchst dir einen grund. Ich finds nur lustig dass auf der offiziellen Seite der Preis überhaupt nicht zu finden ist.

  6. Ich mach jetzt einfach mal ein kleines Brainstorming:

    Vorteile:
    – Onlineshopping ohne lästiges eintippen der Daten
    – Onlinebanking ohne lästige Codes oder Streichlisten
    – Urkunden, Anmeldungen etc, welche übers Internet abgewickelt werden können
    – Verifizierte E-Mails mit vertraglicher Gültigkeit
    – Online wählen gehen (?)
    ..

    Nachteile:
    – Im Moment noch zu teuer
    – Auch die Swiss-Id wird e-Firmen nicht vor Betrug schützen
    – Ein gefundenes Fressen für Hacker und Betrüger
    – Ohne grosses Nachdenken Dinge bestätigen welche man früher noch gelesen hätte
    – Gläsener Kunde (?) unbenkannt in wiefern die daten gespeichert werden (e-cumulus-card)

    Würde mich freuen auch von euch noch ein paar Punkte zu erhalten.
    Grundsätzlich finde ich es keine schlechte Idee. Es wurden schon einige Anläufe genommen. Ich kenne die SwissID seit ca 2 Jahren. Hätte sie aber (vermutlich) bis heute noch nicht gebraucht. Sie ist noch zu teuer. Und solange Sie diesen Preis hat, werden auch die Banken, die Shops und die Behörden keine grosse Anstalten machen Swiss-ID in Ihrem Prozess zu integrieren. Auch wenn gewisse Unterstützungsgelder bestimmt fliessen werden…

  7. @monah
    Gute Zusammenstellung!

    Öffentliche würden und werden vermutlich relativ schnell aufspringen (es gibt da sicherlich genügend Projekte die einen solchen Prozess dankend annehmen)

    Die Idee ist gut. Was mich nur irgendwie stört wieso ich nun dafür zahlen soll. Postfinance (als beispiel) liefert mir ihr Identity Token fürs Online Banking auch gratis.

    Wie siehst du das?

  8. Naja die Postfinance verlangt auch Ihre Franken im Jahr für die Kontoführung ;) Was bei der Swiss ID schwieriger ist. Es ist ein Stick bzw. eine Karte die auf verschidenen Portalen genutzt wird. Wie also kannst du das Geld wieder reinholen. Was man sich auch überlegen muss ist die Verifizierung dieses Sticks / Karte. Das Material ist nicht das Problem, aber die Überprüfung. Jemand muss das ganze erstellen, eintragen und verschicken. Ich persönlich würde für sowas ca 25.- bezahlen. Mehr aber auch nicht. Was ich mich noch frage.. angenommen, du klaust mir den Stick :) Dann hast du eine Klau-Identity und kannst dich fühlen wie ne Frau? – Ich frag mich also, wie sicher sowas sein kann…

  9. @monah
    Der Stick allein nützt noch nichts, du brauchst noch einen PIN-Code dazu – und dafür müsst ich dir hoffentlich auch noch den Kopf stehlen und nicht nur ein Post-It auf dem Schreibtisch :)

    Ich find die SuisseID gut, es gibt genügend Anwendungsmöglichkeiten wo so etwas Sinn macht.

    Der Preis scheint hoch zu sein. Das scheint er mir beim Pass und der normalen ID aber auch. Trotzdem kauft man sich halt einen, weil mans braucht.

  10. @monah
    Danke für deinen Kommentar. Obwohl ich schon vor langer Zeit für eine zentrale Authentifizierungsstelle plädiert habe bin ich heute skeptisch ob die SuisseID das richtige ist. Hier meine Liste an Vor- und Nachteilen:

    • Vorteile
    • Authenitzität kann bestätigt werden
    • Grundlage für weitere Sicherheitssysteme
    • Nachteile
    • Pin wird scheinbar über die Tastatur eingegeben, da kann relativ einfach mitgehört werden
    • Keine zentrale Verwaltung bzw. Authorisierung für Drittsites
    • Zu kompliziert

    Ich muss eingestehen, ich habe die SuisseID bisher nur kurz angeschaut und vielleicht kenn ich mich zuwenig aus. Mir ist vorallem diese Preisgeschichte aufgefallen. Ob wohl der Biometrics Changer von Brack mit der SuisseID kompatibel ist?

  11. @leumund: Du kennst mich offenbar gut genug jetzt, tatsächlich habe ich mit dem Gedanken gespielt, mir einfach so eine SuisseID zuzulegen. (Nur um herauszufinden, dass mein Bruder mir zuvor kam…)

    Ich bin mit von Guntens Argumenten nicht einverstanden, muss meine Gedanken aber in einer freien Minute (Ha!) noch sammeln.

    @monah: Gläserner Kunde? Wenn du bei der Regierung etwas bestellst, kennt sie dich sowieso schon. Und wenn du bei einer Firma etwas bestellst, musst du ja Informationen liefern, andernfalls funktioniert das nicht.

  12. @sprain
    Wie gleichzeitig geschrieben, ein PinCode der über die Tastatur eingegeben wird ist relativ einfach mitzuschneiden. Da gibt es genügend Logger und Tools.

  13. @Leu
    Dann bist du einer von denen, die online nicht mit Kreditkarte bezahlen? Ich glaube langsam, die Menschheit ist noch nicht bereit fürs Internet. Man will alles online erledigen können, will aber Sicherheiten, die nicht realistisch sind. Wie wenn man fünf Bodyguards verlangen würde um am Bankomat Geld abheben zu gehen.

  14. @Leu
    Eben, was spricht denn gegen die SuisseID? Praktische Sache, nicht unsicherer als deine Kreditkarte.

  15. @Leu
    Ich will endlich ohne Papierkram und ohne persönlich erscheinen zu müssen online meine Steuererklärung machen, Halbtaxabo bestellen, mich bei der Gemeinde an- und abmelden, Versicherungspolicen abschliessen, etc. Die SuisseID kanns möglich machen.

  16. die Dinge die du nennst macht man im besten Fall (steuerklärung) einmal pro Jahr. also massive Erleichterung durch die suisseid. ich glaub ich Kauf mir einen OCR Reader.

  17. was dagegen spricht sind die Begehrlichkeiten die kommen werden, wenn eine solches Identifikationssystem flächendeckend eingeführt ist.

    Natürlich gibt es gute Gründe, warum ich mich als Person gerne eindeutig online identifizieren können möchte. Aber es gibt auch sehr viele gute Gründe, warum ich entscheiden möchte, wann und wo ich mich identifiziere. Das ist die Krux und wenn ich die beiden Interessen gegeneinander Abwäge, dann ist mir persönlich das zweite wichtiger.

  18. War Poken nicht dasselbe nur einfach umgekehrt? Keine Subvention, dafür massives Affiliate Marketing? Evtl. sollte Poken die Vermarktung der SuisseID übernehmen.

  19. @leu: Dann würden wir schnell nichts mehr davon hören.
    @avongunten:
    Das heisst, dass wir ja eigentlich alle einen Online-ID-Standard begrüssen würde, der immer auch ein Login als Anon erlaubt, oder?

  20. Die Banken geben ihre Securityclients kostenlos ab und sparen damit viel Geld.

    Die SuisseID spart bei den Beteiligten Dienstleistern ebenfalls Kosten ein. Doch im Gegensatz zu den Banken wird hier der Konsument zur Kasse gebeten. Profitieren tun die Zertifizierungsstellen welche mit einem monopolistischen Fixpreis, einer minimalen Infrastruktur und billigen Chipkarten Millionengewinne machen.

    Eine PKI ist längstens fällig. Dazu braucht es jedoch keine privaten Zertifizierungsstellen und keine zusätzliche Identitätsprüfung. Ein Chip in der Identitätskarte reicht aus – diesen kann der Bund ohne Mehrkosten für den Bürger einbauen. Den zugehörigen USB-Reader können Hama & co günstiger vertreiben.

  21. Pingback: Kritische Stimmen zu SuisseID | ananet.ch - Business Process Management

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