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1'764.- CHF Sparpotential. Jetzt wechsle ich!

Ja, zum ersten mal in meinem Leben wechsle ich dieses Jahr meine Krankenkasse. Irgendwie habe ich bis heute immer irgendwie ein Loyalitätsgefühl gegenüber meiner Krankenkasse gehabt. Schliesslich bin ich seit meiner Geburt bei der KKB bzw. Visana versichert.

Irgendwie habe ich immer aufgrund…
a) aktiver Prokrastination den Termin zum Künden verpasst
b) Angst vor Veränderungen
c) Faulheit
d) Respekt vor dem System Krankenkasse
f) falscher Loyalität

…es verpasst oder nicht geschafft meine Krankenkasse zu wechseln.

Wie diese SDA Meldung in der Sonntagszeitung aufzeigt bin ich mit dieser Einstellung nicht alleine.

Wie die Umfrage zeigt, wollen 85 Prozent der Befragten auch 2009 bei ihrer angestammten Kasse bleiben. Selbst nachdem sie detailliert über das Sparpotenzial informiert wurden, werden 75 Prozent der Befragten auf einen Wechsel verzichten.

Gerade zum Punkt Loyalität habe ich glaub immer darauf gewartet dass die Visana zu mir kommt, mir für 35 Jahre treue Mitgliedschaft dankt und mir einen Bonus und eine Prämienreduktion zuspricht. Wäre ja auch eine interessante Möglichkeit um Kunden von einem kostenintensiven Wechsel abzuhalten.

Leider sieht unser Gesetz, unsere Krankenkassen oder sonstwer ein solches Belohnungssystem für die Grundversicherung nicht vor. (Warum eigentlich? Bei der Autoversicherung klappt das ja auch!)

Genau, das System sieht nicht vor dass ich morgen einen Anruf der Krankenkasse erwarten kann und deshalb künde ich.

Ich wechsle zur Assura, die mir einen Tarif von 142.- CHF im Monat bietet. Das macht 147.- CHF im Monat die ich sparen kann. OK, ich erhöhe gleichzeitig auch die Franchise von 300.- CHF auf 1’500.- CHF im Monat. Ohne diese Änderung würde ich aber immer noch 69.- CHF im Monat sparen.

Um die Erhöhung der Franchise abzufedern habe ich beschlossen die Differenz direkt auf mein Sparkonto zu überweisen. Ergäbe dann im Jahr 1’764.- CHF, also immer noch 564.- CHF mehr als die Differenz der Franchise beträgt.

Jetzt drückt mir die Daumen dass ich es schaffe am Montag die unterzeichneten Dokumente abzusenden. Dass ich leicht konfus bin ob ich mich gleichzeitig bei der neuen Krankenkasse anmelden und bei der alten Krankenkasse abmelden kann ignoriere ich jetzt einfach mal.

Ich glaub das ist der Hauptgrund dass so wenig Menschen die Kasse wechseln. Oder wie kann man sich erklären dass alle Welt über zu hohe Prämien jammert, jedes Jahr die Medien ein riesentrara um Prämienerhöhungen und macht und nur 15% wirklich mal was tun.

Übrigens, Krankenkassen Prämien vergleicht man am besten unter Comparis. Über Erfahrungen beim Wechseln spricht man am besten hier in den Kommentaren.

7 Kommentare

  1. Danke für den Anstupfer. Letztes Jahr erhielt ich von der EGK einen Jammerbrief. Dieses Jahr erhalten die von mir eine Kündigung. Aus Kosten- UND Servicegründen. So geht das.

  2. Jetzt rechne man nur noch, wieviel Geld Du früher Monat für Monat ohne zusätzliche Gegenleistung im Krankenkassensystem versenkt hast.

    Da kommen einige Ferienwochen zusammen, insbesondere wenn der SO auch so viele Prämien zahlt. Jedoch, solange das KVG besteht, kann man das Unvermeidbare (Prämien, die man sich nicht leisten kann) nur noch hinauszögern, und zwar weil es trotzdem jedes Jahr teurer wird, weil man nicht die total freie Wahl der Anbieter hat, nämlich KEINEN Anbieter zu nehmen. Das wissen natürlich alle Beteiligten im Gesundheits-‚Markt‘ und erhöhen alle Jahre, als wäre es ein Naturgesetz und Axiom, die Preise oder reden uns ein, dass mehr ‚geleistet‘ wurde. Dort, wo kein Kaufzwang wie über die Krankenkassenprämie herrscht, sind die Preise gefallen – man betrachte nur mal Buchpreise, oder Handytarife, die nicht stark besteuert sind oder von einem einzelnen Rohstoff abhängen. Dass gewisse politische „Initiativen“ (wie z.B. dass Privatspitäler im Kanton Bern auch aus dem KVG-Topf teilfinanziert werden), hilft natürlich auch nicht weiter.

    Wäre das Obligatorium weg, würden die Krankenkassenprämien um Einiges fallen, da jetzt die Option „nichts“ besteht. Allerdings dürfte dann der Staat auch keinen müden Rappen in die Heilungskosten von solchen Leuten investieren, so hart es tönt.

    Das würde dann auch die längst fällige Abschaffung des Vertragszwangs, oder Parallelimporte im Medikamentenbereich, schnell durchsetzen.

    Das alte System war nicht optimal, förderte aber zumindest Loyalität und hätte im Endeffekt die Preise niedriger gehalten als der aktuelle Dreyfuss-Schlamassel.

  3. Ich habs geschafft und die Kündigung wie der neue Vertrag ist auf dem Postweg. Ich hoffe ich habe das richtig gemacht. Sofern ja werde ich wohl noch eine Anleitung zum Wechsel schreiben. :-)

  4. Wir sind bei einem der günstigsten Kassen und ich mache mir einfach keine Gedanken über diese Dinge. Alle paar Jahre checken, ob man noch gut unterwegs ist, ist die Devise und wegen ein paar CHF pro Monat wechsle ich nicht.

    War aber vorher bei Visana (weil die mich als Kind schon reingezogen haben) und das war dann schon extrem teuer in meinem Fall. Generell kann man davon ausgehen, dass die Kassen dort am meisten abkassieren, wo die Leute noch dort sind, wo sie als Kind waren (und somit keine Ahnung haben).

  5. letztes jahr habe ich nicht gewechselt, weil ein spareffekt von 24.- im jahr doch etwas wenig anreiz sind, um einen eingeschriebenen brief loszuschicken. dieses jahr kann ich aber mit einem wechsel 200.- im jahr sparen, und dafür schreib‘ ich doch gerne einen brief.
    ich denke, der hauptgrund ist auch, dass eine falsch verstandene loyalität die krankenkassen-kunden zur untätigkeit zwingt :)

  6. @sam und @habi
    Ich glaub wirklich mein Sparpotential ist so riesig weil ich seit meiner Geburt nicht gewechselt habe. Jetzt scheint es einzuschenken. @mousseman ju, die letzten Jahre habe ich wohl immer zuviel gezahlt. Aber wie ich von Bern nach Murten umgezogen bin ist die Prämie schon um 100.- CHF gesunken.

  7. Ich bin Krankenkassen anerkannte Therapeutin (Komplementärmedizin) und erfahre von Berufes wegen von den Patienten ihre Probleme mit den Krankenkassen. Es ist mittlerweile ein Jungle, bei dem nicht mal mehr Spezialisten durchblicken. Ich werde im Mai 2011 auf meiner Homepage http://www.lebeheute.ch einen Button aufschalten mit den Erkenntnissen, die ich zu diesem Thema machte (persönliche und durch Patienten). Soviel schon heute: schliessen Sie Ihre Krankenkasse vorausschauend ab, lieber einmal eine Zusatzversicherung (z.B. für komplementäre Therapien) bezahlen, den man nicht benötigt, als nach einem Ereignis (z.B. Unfall) keinen Zusatz mehr abschliessen zu können oder nur zu horrenden Bedingungen. Oder wirklich gut prüfen, welche Therapien interessieren mich und Stichproben bei den in Frage kommenden Krankenkassen machen, ob diese Therapien auch wirklich gedeckt sind und v.a. zu welchen Bedingungen (100% Kostenübernahme, nur Fr. 60.- pro Behandlung, etc.).
    Herzlichst, Anita Paul

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