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Wieso Compuserve zurückkommt

Genauso wie wir heute über animierte GIF’s, farbige Buttons und blinkende Links lachen wird man in einigen Jahren über das heutige Internet lächeln. Lächeln darüber wie noch jeder versucht hat seine Version einer Navigation zu gestalten, wie man ohne Standards Webshop betrieben hat und damit die User den ganzen Tag über eigentlich nur überfordert hat.

Mit Einzug des Web 3.0 wird es wieder vermehrt Strukturen geben. Strukturen die es eigentlich schon seit 1970 bei den Vorgängern von Compuserve gab. Compuserve hat die Informationen nämlich stark strukturiert in einem eigenen Client angeboten:

Dabei gab es eine einheitliche Navigation um das Angebot von Compuserve zu konsumieren. Also vom Aufbau her ein wenig farbiger wie Videotext bzw. BTX in Deutschland, vom Inhalt her zumeist genauso stiefmütterlich. Compuserve war aber sowohl Zugang- wie auch Contentanbieter. Und Compuserve ist ab 1998 zunehmend in Vergessenheit geraten. Heute verweist die Schweizer Compuserve Website nur noch auf AOL und bietet eine Google Search an.

Dass die Idee mit dem einheitlichen Content und der Struktur gut war zeigt uns aber der Siegeszug von Facebook und Konsorten.

Facebook ist eigentlich eine geschlossene Plattform im Internet die es tausenden Entwicklern ermöglicht Applikationen für diese Plattform zu entwickeln. So wird es wohl irgendwann transparente Webshops in Facebook geben bei denen man alle Produkte der Welt finden wird. Und zwar immer in derselben Art und Weise. Mit derselben Benutzerführung und einem gemeinsamen Prozess und Datenbestand.

Ein Beispiel dafür sind die Facebook Websites. Hier zum Beispiel diejenige von Google:

Facebook wird das Internet nicht revolutionieren sondern ist nur ein Vorbote. Ich denke da ist irgendwo in einer anderen Garage the next big thing. Und dieses wird und uns Informationen noch einfacher und noch strukturierter zur Verfügung stellen.

Ob sich damit auch erübrigen wird das jedes Fotogeschäft einen eigenen Online Shop bauen, betreiben und pflegen wird?

6 Kommentare

  1. Ich denke, dass genau anders herum ein Schuh daraus wird: Genau wie CompuServe und das Schwesterangebot von AOL den Bach runter gegangen ist, weil das „richtige“ Internet viel mehr bietet, wird auch Facebook entweder eingehen, oder sich soweit öffnen müssen, dass es irgendwann nur ein Social-Network-Hoster von vielen sein wird.

  2. Wenn Du so argumentierst: warum hat CompuServer dann nicht funktioniert?

    Und ich halte außerdem dagegen: Facebook hat wesentlich weniger Benutzer, als das Internet insgesamt…

  3. Diese Dinge spielen sich immer in (sehr vorhersagbaren) Zyklen ab: Wenn eine neue Technologie rauskommt, wollen die Leute erst eine strukturierte Umgebung mit geringer Komplexitaet, weil sie sonst ueberfordert waeren von all dem Neuen. Bei Web 1.0 waren das AOL, Compuserve, SwissOnline und Yahoo, bei Web 2.0 ist es eben Facebook.

    Sobald sich die Leute dann aber gewoehnen an die neuen Moeglichkeiten, verlangen sie mehr Features und mehr Offenheit. Darum wird Facebook nur zeitweise dominant sein, vielleicht noch die naechsten 2-3 Jahre. Es wird jetzt schon von offeneren Diensten wie Twitter oder FriendFeed sowie kleineren, zielgruppenorientierten Social Networks angeknabbert. Allerdings glaube ich, dass Facebook schlau genug ist, um sich schrittweise von selbst zu oeffnen, aber eine wirklich dominante Stellung kann ein monolithisches Netz niemals halten.

    Siehe dazu auch hier: http://netzwertig.com/2008/03/08/social-networks-der-long-tail-wedelt/

  4. …und so vereinfacht, rsp. einheitlich ist facebook gar nicht!?
    jegliche freunde schicken irgendwelche kuesse, quizzes und was es sonst noch gibt. jede einzelne app muss installiert, und damit automatisch persoenliche daten dritten freigegeben, werden. diese bandenkriege, zombies und sonstigen timewaster wie bowlen, usw. werden vermehrt an beliebtheit verlieren muessen, sonst werden noch mehr firmen facebook blocken und das koennte dann das ende des erfolgs sein.

    webshops werden bestimmt immer in ihren eigenen designs daher kommen wollen. steckt schliesslich hinter jeder website eine gewisse ueberlegung des unternehmens, wie kundenbindung und/oder markenpraegung. dennoch wird sich ein einheitlicher exportstandard *XML* definieren muessen, damit drittanbieter wie malls und communitys einen einheitlichen, aber benutzerdefinierten gemischtwarenladen anbieten koennen. ich denke das bleibt so, wird noch einwenig verfeinert.

    ein funktionierendes „monolithisches netz“ koennt ich mir auf handys gut vorstellen *iPhone,G1*. dafuer sollten/muessten betreiber aber eine kostenlose *traffic* plattform bringen, welche mit benutzerdefinierter werbung quersubventioniert werden kann. der dienst muss fuer den benutzer einfach konfigurierbar sein, mensch will nicht immer und ueberall erreichbar oder gar aufspuerbar sein! mit profilen sollte festgelegt werden koennen, was denn gerade gewuenscht ist *status*. will ich shoppen komm ich in den strukturierten gemischtwarenladen, will ich spielen zur definierten spiele schnittstelle. der IM ist always on und soll die SMS/MMS ersetzen. es muss einfach, aber, wie schon von andreas goeldi geschrieben, offen sein.

    kurz: ein apparatebezogenes frontend mit offener schnittstelle, damits dem versierten benutzer nicht langweilig wird. ;)

    inwetwa das sollte fuer mich das WEB3.0 sein!

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