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Wieso Twitter so ähnlich wie 2005 ist

Immer mehr fällt mir auf, wie Twitter langsam aber sicher mehr und mehr die Position der Blogs um 2005-2006 einnimmt. Mit Blogs holt man nämlich heute keinen mehr vom Hocker. Hätte früher ein Redesign bei neuerdings.com mindestens 5 Blogbeiträge verursacht bleibt es heute genauso still wie wenn Bytezh auf Slug.ch AdSense Werbeblöcke einbaut. Die Zeiten der grossen Diskussionen sind vorbei und auch die letzten Kritiker kommen allmählich auf den Geschmack des Mikrobloggens.



Sei es um schnell Informationen zu finden, seine Ideen zu teilen oder eine Information zu publizieren. Twitter lässt mit 140 Zeichen viel Spielraum. Neue Twitterer haben am Anfang zuweilen Mühe ihre Anliegen in einer Nachricht zu deponieren kommen aber schon 14 Tage später mit 140 Zeichen prima über die Runden.

Interessanterweise ist auch Matthias Gutfeldt der schon 2006 sein Blog.ch verkauft hat wieder dabei. Mit Swisstweets.ch hat er schon den einzigen Schweizer Twitter Aggregator aufgebaut und die Organisation der ersten Schweizer Twittertreffen in die Hand genommen.

Für mich ist Twitter eine tolle Möglichkeit meinen Arbeitstag mit kleinen MikroBloggingPausen aufzufrischen. Twitter kommt meinem sprunghaften Geist entgegen.

Was mir noch nicht klar ist, welches Medium die grösseren Abhandlungen aufnehmen soll. Bleiben Blogs Blogs, oder wird es eine zentrales Medium geben welches unsere längeren Ideen und Beiträge aufnehmen wird?

12 Kommentare

  1. na ja, twitter ist ja eher eine „shout-box“, die ich allerdings eher in konkurrenz zum feedreader oder skype und weniger als ernsthafte konkurrenz zu blogs sehe.

  2. @ugugu
    bist du dir da auch sicher? könnte es nicht sein dass man in Zukunft Blogbeiträge anstatt unter eigener URL in einem anderen System schreiben wird? Macht es Sinn, dass Blogbeiträge alle irgendwo isoliert im Netz stehen? Würde man nicht mehr Menschen erreichen wenn die Publikation zentral zugänglich ist?

  3. hm, die frage ist ja letztlich immer: und wer kontrolliert das? nur noch die hinterletzten anfänger bloggen auf einem zentral gehosteten blog, nicht? ;-)

    vielleicht ist es eher eine hoffnung denn eine reale entwicklung, aber dezentralisierung wird in zukunft (hoffentlich) noch wichtiger. bei slug kann ich morgen mein blog abmelden, aus welch fadenscheinigem grund auch immer – weil mich google-ads nerven oder weil mich die farbe orange irritiert – meine bloginhalte bleiben trotzdem erhalten. sollte morgen bei twitter jemand den stecker ziehen, trauere ich meinen tweets keine minute nach, die können von mir aus auf nimmerwiedersehen im digitalen nirvana verschwinden. aber zum glück gibt es ja auch noch identi.ca ;-)

  4. Macht es Sinn, dass Blogbeiträge alle irgendwo isoliert im Netz stehen?

    «Isoliert» und «Netz» ist doch ein Widerspruch!

    Mir ist letztlich egal, woher Inhalte kommen, Hauptsache, sie sind per RSS im Volltext zugänglich … an Letzterem leidet Twitter, die meisten Inhalte sind schlicht nicht lesenswert, ausser man legt Wert auf ständige Ablenkung und endlosen Datenmüll um das eigene BRAIN 1.0 am Denken zu hindern, quasi Online-ADHS.

  5. Nach wie vor gehöre ich zu den Zweiflern vom Nutzen von Twitter. Mit Blogs hat das Ganze aus meiner Sicht überhaupt nichts zu tun. Ich erreiche ja mit Twittern niemanden anders als andere Twitterer; wer ernsthaft glaubt, dass das Twitterarchiv von Menschen gelesen wird, hat ein Problem ;-) Der Datenmüll und der Social-Spam interessiert nun wirklich niemanden. Mit einem Blog erreiche ich immerhin noch ein paar Nichtblogger.

    Nein, Twitter und Blog in einen Topf zu sch(m)eissen, beziehungsweise Twitter als mögliche Nachfolge-Idee von Bloggern anzusehen, halte ich für absurd. Ausserdem müsste jeder halbherzige Blogger auf das Tiefste beleidigt sein, wenn sein Blog mit Twitter-Inhalten gleichgesetzt würde.

  6. @roman
    ich würde mal behaupten dass bei Blogs regelmässige Leser vorwiegend auch andere Blogger sind während 80% der Leser Eintagsfliegen sind die durch Google einen Artikel finden.

    Ich habe ja nicht gesagt dass Twitter der Nachfolger von Blogs ist. Ich denke vielmehr, dass RSS und co. sich in der Breite einfach nicht durchsetzen. Daher auch meine Frage nach dem richtigen Nährgrund für grössere Artikel und Ideen.

  7. @Sir Loi: Das kommt doch wohl sehr auf den Inhalt des Blogs an, woher die Leser kommen. Bei reinen Fachblogs dürfte Google ein guter „Leser-Lieferant“ sein, die dann auch weiter mitlesen, ab und zu, und vielleicht auch nicht per Feed, sondern per Bookmark oder noch besser per „Mail-Notifikator“. Diesen Lesern ist es letztlich auch egal, ob es sich bei dem Gefäss um ein Blog oder ein Forum oder gar um eine stinknormale Website handelt.

    Blogs, die breit im Thema sind und eher Richtung Personal-Bog gehen, dort stimme ich mit Dir überein. Das sind die klassischen Inzuchtblogs, welche vor allem von Leuten aus der eigenen Zunft und andern webagilen Menschen gelesen werden. Und dort ergibt ein Link im Twitter zum Beitrag Sinn, weil es die gleiche Zielgruppe sein könnte.

  8. @roman
    Genau um die Verteilung geht es mir auch. Ich denke mittlerweile dass man vielleicht gerade bei Themenblogs mehr Leute erreichen würde wenn man das ganze als Newsletter verkauft. Wäre mal ein interessanter Versuch den Content auf 2 Arten zu verteilen. Einmal als normaler Blog, und ein 2tes Mal als Wöchentlicher Newsletter.
    Dazu würde man beide Dinge entsprechend auf einer eigenen Domain laufen lassen.

  9. ich finde den Vergleich zwischen Blogs und Twitter etwaso zutreffend, wie zwischen Foren und Chats. Es sind doch recht verschiedene Dinge. Und Twitter ist doch sehr flüchtig.

  10. Twitter wird kaum von jemandem gelesen – im Gegensatz zu Blogs anno 2005 (und heute). Entsprechend hinkt der Vergleich.

    Ich sehe zB an mir selbst (Blogger und Twitter-Benutzer): während ich in meinem Feedreader möglichst lückenlos (wenn oft recht schnell) die neuen Artikel durchsehe, ist Twitter einfach für „was passiert im Moment“.

    Wir müssen (dürfen) warten, bis http://search.twitter.com einen ähnlichen Status wie Google hat, um solche Vergleiche ziehen zu können. Das wird meiner Meinung nach nicht morgen sein.

  11. @sam
    Schön wie du mal wieder eine alte Diskussion aufleben lässt. Natürlich wird Twitter gelesen. Aber vorallem von Twitter Usern. Auf was ich mich hier beziehe ist das selbstreferenzielle der Blogszene anno 2005 welches heutzutage eigentlich genauso selbstreferenziell und unter ausschluss der öffentlichkeit in Twitter geschieht. Die Beispiele habe ich ja auch aufgeführt.

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