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wir. wir! wir?

Seit ein paar Tagen fällt mir auf dass immer mehr Firmen im Netz ihre Dienstleistungen auf einen klaren und einfachen Nenner bringen wollen. Dabei stechen mir immer mehr diese Wir tun das und das so und so Texte ins Auge:

Wir entwickeln integrierte Onlinestrategien und helfen großartige Ideen und innovative Produkte erfolgreich im Web zu positionieren. MI:Concept

Wir kreieren Webseiten und Webapplikationen, die gut aussehen und einfach zu bedienen sind. Ginetta

We help you create intuitive websites or applications and craft enjoyable experiences for your users :ratio

Mir gefallen diese Botschaften einerseits, anderseits überlege ich mir ob man sich als Firma nicht zu wichtig nimmt?

Wäre es nicht sinnvoller die Kommunikation auf den Kundennutzen umzulegen? Wie könnten diese umgekehrten Texte aussehen?

23 Kommentare

  1. Pingback: Francis Dierick

  2. Ich finde solche „Welcome Blurbs“ ganz praktisch. Zumindest auf der Startseite der Website. Da weisst Du woran Du bist. Und wehe es ist nur Marketing Geplänkel…

  3. Klar wär’s sinnvoller. Aber dann müsste man einen professionellen Texter beauftragen. ;-)
    Erste Frage ist immer: Wo tut’s dem Kunden weh und wie können unsere Produkte dabei helfen? Und ganz wie Du’s gesagt hast, stellst Du dann eben den Nutzen für den Kunden in den Vordergrund, nicht die eigene Leistung. Im Grunde nur ein einfacher Perspektivenwechsel – den aber längst nicht alle Unternehmen packen. Warum eigentlich?

  4. gute frage – wir sind im moment gerade dran uns zu überlegen, wie wir von der „wir“ und „technischen“ abhol-homepage auf etwas gelangen können, das den kunden anspricht und wirklich nutzt. gar nicht so einfach. aber wahrscheinlich der schlüssel zu einem online-erfolg.

  5. Richtig, den Kunden interessiert nicht, was ICH kann, sondern was ER für einen Nutzen daraus hat.

    Warum das viele nicht so kommunizieren, könnte daran liegen, dass es sehr schwierig ist, sich selbst als Firma einzuschätzen. Eines Tages hat man eine Idee und zieht dann sein Unternehmen gross, wie ein eigenes Kind. Und irgendwann kommt der Moment, wo man definieren muss, was man eigentlich verkaufen will und wo die eigenen Stärken liegen. So sagt man zum Schluss einfach, wir machen dieses und jenes.

  6. Pingback: :ratio

  7. Es ist schwierig, das ‚wir‘ weg zu lassen, wenn man nicht auf einen beschreibenden Stil umschwenken will.

    Der Vorteil des ‚wir‘ ist mMn. der kommunikative Ansatz. Wenn man die Kundenvorteile als Subjekt nimmt ist man leicht bei dem Prospektstil, der (mich) nicht wirklich überzeugt.

  8. Pingback: Ginetta™ Web/Design

  9. @pictura
    Klar hab ich deinen Kommentar gelesen. Und war dann eben gwundrig, wie ihr denn das gelöst habt, ob ihr einen besseren Weg gefunden habt.

    Dasselbe Dilemma hatten wir seinerzeit bei !frappant auch und versucht, eine andere Formulierung zu finden. Geschrieben haben wir dann folgendes:

    !frappant webfactory ist Ihre Full-Service-Webagentur für TYPO3, Web und iPhone.

    Aber ob das besser ist?

  10. Helping clients thrive. So kannst Du es mit wenigen Worten und ohne Wir sagen. Leider lässt es sich nicht auf Deutsch übersetzen und somit hast Du das Problem dies einigen Schweizer Mitarbeitern erklären zu müssen…
    Ich glaube nicht, dass das WIR das Problem ist, zumindest solange als das klar herauskommt um was es geht. Kurz, klar, verständlich und auf den Punkt; dann darf es auch mit WIR beginnen.

  11. @sprain
    Die sprachlichen Finessen sind das eine, aber ich glaube, das Problem liegt bei der eigenen Einschätzung. Es sollte eine Community für sowas geben.

  12. Pingback: Igori Wheels

  13. Klar, die Standardrubrik auf Webseiten heißt ja auch immer noch »Wir über uns« oder zumindest »Über uns«. Und meistens sieht man da als großes Key Visual, na, was? Klar: Das Firmengebäude. Nichts interessiert den Kunden weniger, aber die Vorstände und Geschäftsführer sind so stolz, zu welch einer eindrucksvollen Burg sie es gebracht haben, dass sie es doch immer wieder durchdrücken, wenn nicht die Marketingabteilung mit vorauseilendem Gehorsam schon selber das entsprechende Bild herausgesucht hat. Dieses Sich-selbst-Überhöhen führt oft dazu, dass der Kunde sich eher abgeschreckt fühlt: Entweder aus Schwellenangst (»Ob die für so Kleine wie mich überhaupt arbeiten?«) oder weil er schlicht empfindet, hier als Kunde doch gar nicht »gebraucht zu werden«.

  14. Pingback: Daniel Mettler

  15. Ich denke, es hat beides Vor- und Nachteile und seine Berechtigung.

    Dass man den Kundennutzen stets ins Zentrum stellt und dies auch in der Kommunikation entsprechend rüberkommen sollte, lernt man in jeder Marketingvorlesung. Auch professionelle Textagenturen wie z.B. Supertext empfehlen dies.

    Eine produkt- oder serviceorientierte Kommunikation (welche häufig mit einem „wir bieten XY“ einhergeht) wird hingegen gerne als amateurhaft belächelt. Meines Erachtens zu Unrecht. Wieso?

    1. Kunde ist nicht gleich Kunde (selbstverständlich auch: Kundin ist nicht gleich Kundin). Je mehr Fach- bzw. Produktewissen vorausgesetzt werden kann (oder soll), desto mehr ist ein/e Kunde/Kundin an konkreten Produkt- und Serviceinformationen interessiert. „Erhöhen Sie die Kundenbindung durch den Einsatz von Social Media“ wird dann als Selbstverständlichkeit angeschaut und vorausgesetzt. Hingegen interessiert es solche Kunden gleich zu Beginn, welches Spektrum von Social Media Plattformen (z.B. Facebook, Twitter, Google Buzz ;) und Technologien durch den Dienstleister konkret unterstützt wird, also welche Produkte und Services im Detail wirklich angeboten werden.

    2. Genau so, wie ein bestimmtes Kundenbedürfnis durch verschiedene Produkte und Dienstleistungen befriedigt werden kann, kann ein bestimmtes Produkt oder eine Dienstleistung eine Vielzahl verschiedener Kundenbedürfnisse befriedigen. Je nach Fokus kann es deshalb mal sinnvoll sein, Beispiele von Kundennutzen aufzuführen oder aber auch Beispiele der angebotenen Produkte und Dienstleistungen. Beides hat seine Berechtigung.

    So oder so sollten potentielle Kunden/Kundinnen möglichst benutzerfreundlich und rasch zu den gewünschten Informationen kommen.

    Beste Grüsse

    Dani

    P.S. Auch die Kommunikation ist übrigens nicht frei von „Modeströmungen“ und Veränderungen über die Zeit. Die Usability (Benutzerfreundlichkeit) wird beim heutigen Informationsüberfluss zu Recht zu einem immer wichtigeren Thema. Viele Vordenker der Web-Szene sind deshalb bewusst zu einem sehr direkten, schnörkellosen und egozentrisch anmutenden Kommunikationsstil übergegangen. Ein Beispiel dafür ist z.B. die persönliche Homepage von Chris Messina (alias factoryjoe). Vorteil: Die Information wird auf das Wesentliche reduziert und ist so rasch zugänglich und überblickbar.

  16. @sprain Naja, der Unterschied zwischen „wir sind“ und „Firma xy ist“ ist ja auch sehr gering.

    Habe auch keine bessere Idee. Aber allenfalls müsste der Kunde der Aktive Part sein im Satz und nicht die Firma. Aber früher oder später kommt ja auch die Firma wieder ins Spiel. Quasi: „Sie finden in uns einen Partner für bla bla bla.“ oder so in der Art.

  17. Danke allen für die Kommentare und Anregungen. Ich habe mir auch nochmals Gedanken gemacht und festgestellt dass eine solche Aussage natürlich ein ganzes Unternehmen beschleunigen kann. Eine in einem Satz formulierte Strategie können sich alle Mitarbeiter merken und bei den Kunden kommt man klar und deutlich rüber. Ich denke das ist es was mir so gefällt. Jetzt überlege ich mir wie die Formulierung für meine Firma lauten könnte.

  18. Ein Freund von mir hatte mir genau diese Aufgabe gestellt, nämlich mein Angebot so zu formulieren, dass er darin lesen kann, was ihm das bringt. Weg vom ich/wir hin zum Sie.
    Deine Frage „Wie könnten diese umgekehrten Texte aussehen?“ Meine Antwort:

    Sie gewinnen Zeit für das Wesentliche
    Sie beherrschen die Instrumente, die Sie wirklich benötigen
    Sie steigern Ihre Effektivität und Effizienz
    Sie haben Spass an der Arbeit mit dem Computer
    Sie schonen Ihre Nerven

  19. @Gabz deinen Vorschlag finde ich echt Super!!! Werde ich mir merken! Immer gut wenn Mann/Frau sich persönlich angesprochen fühlt :-))

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