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Wird die Buchhandlung zum Mediencafé?

In der letzten Zeit mache ich mir häufig Gedanken, in welcher Form uns in einigen Jahren Buchhandlungen begegnen werden. Immerhin bin ich dank meinem Kindle Reader selber schuld, wenn es irgendwann keine Buchhandlungen wie das Nasobem mehr geben wird. Dabei ist eine Buchhandlung ein wunderbarer Ort, um auf Entdeckungsreise zu gehen, zu schmökern und sich auch beraten zu lassen. Wenn ich aber meine Bücher nur noch in Ausnahmefällen auf Papier kaufe, kann sich die Buchhandlung demnächst nicht mehr leisten eine Buchhandlung zu sein.

Kauf wie und was du willst.

Meiner Meinung nach, sollte ich deshalb in einer Buchhandlung auch die Möglichkeit bekommen, einen Titel wahlweise auf Papier, oder eben als elektronische Variante zu kaufen. Die Bezahlung würde dennoch in der Buchhandlung erfolgen, der Gewinn würde bei der Buchhandlung bleiben. Ich kenne die Margensituationen im Buchhandel nicht, nehme aber mal an, dass diese deutlich über den 5-10% sind, die man bei Amazon im Partnerprogramm bekommt.

Der Onlinehandel als Vorbild.

Sieht man die Entwicklungen im Detailhandel an, stellt man sich auch dort auf die neuen Konsumgewohnheiten ein. Einerseits wird im Elektrofachhandel der reine Onlinehandel mit Showrooms erweitert in denen man die Produkte auch anschauen kann, anderseits scheint man im Detailhandel neu auch die Abholung der bestellten Ware zur ermöglichen.

Das Café-Bücher-CD-Gadget-Kommissionen-Ladenkonzept.

Die Zukunft wird vielleicht eine Kombination verschiedener Dienstleistungen rund um den Online Handel zu sein. Ein Mediencafé, in dem der Buchhändler mit seiner Kompetenz Auskunft gibt, in dem Bücher angelesen werden können, ein Musikspezialist wird jeden Musiktitel anhand zweier mehr schlecht als recht gepfiffenen Takten erkennen und sofort in iTunes finden während die neusten Gadgets zum Medienkonsum zum testen herumliegen und man am Schluss seine am Vortag im Coop bestellte Ware einfach mitnehmen kann?

Wer macht das Rennen?

Ich denke, dass eine solche Entwicklung durchaus möglich ist, insbesondere wird auch hier der soziale Austausch, das Kontakte pflegen möglich werden und werden diese Geschäfte im Servicedenken einer Firma Apple geführt, wird sicher auch der Umsatz stimmen, sofern sich die Beratung an allen Ecken und Enden wieder in einem Einkommenskanal endet.

Die Buch- und Musikindustrie hat leider bisher nicht damit geglänzt neue Geschäftsmodelle auf die Beine zu stellen. Deshalb ist eher zu erwarten, dass unter Umständen sogar ein Online-Händler wie zum Beispiel Amazon dieses Store Konzept einführen wird. Eine Art Starbucks der Medienbranche?

4 Kommentare

  1. Ja, der Detailhandel muss sich da umstellen. Es gibt aber weitere Pioniere – auch in der Schweiz. Sie hängens (leider) nicht an die grosse Glocke:

    Guck mal hier: http://www.exlibris.ch/information/hilfe/?status=detail&item=143&subarea=45 über alle Kanäle (Online, Mobile, Stationär, Callcenter) kreuz und quer. Wie es beliebt oder die Situation erfordert

    Du kannst also auch in der Filiale ein eBook kaufen und bezahlen, wie Du willst. Und nicht zuletzt auch Dank Deinem Tipp mit dem BlueFire Reader das eBook gleich in der Filiale auf dem iPad lesen (Netzzugang vorausgesetzt).

  2. Ich bin absolut Deiner Meinung, dass der stationäre Buchhandel, wenn er längerfristig überleben will, viel stärker zu einem Ort der Begegnung und der Inspiration werden muss. Ich finde das Sphères in Zürich zeigt ein wenig in welche Richtung, das gehen kann. Das Kuratieren von Themen und dann um diese Themen herum Produkte und Events zu verkaufen, könnte auch ein Weg sein. Allerdings bezweifle ich, dass beim E-Book in Zukunft am Verkauf der Kopie etwas verdient werden kann, weder online noch offline. Das entspricht einfach nicht dem Sinn des Mediums. Im Ladengeschäft kann aber weiterhin das verkauft werden, was nicht digital kopiert werden kann. Das ist entweder ein phyisches Produkt, eine persönliche Dienstleistung oder ein einmaliges Erlebnis, wie z.B. ein Event.

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