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Relevanz in der Schweizer Medienszene

Philip Wampfler hat sich Gedanken über die Relevanz von Schweizer Blogs gemacht und schreibt als letzte Bemerkung:

Ich denke, die Schweizer »Alphablogger« haben der Schweiz ein problematisches Blogkonzept vorgelebt. Sie betrieben Lifestyle-, Technik- und Erlebnisblogs, sie waren das Tummelfeld für das Kind im Manne. Bloggen war etwas, womit man Spass haben sollte oder womit man zeigen sollte, wie viel Spass man sonst so hat. Es waren Wohlfühlblogs, in denen allenfalls ein wenig Konsumentenschutz betrieben worden ist. Das ist wohl ein Grund dafür, warum sich Blogs im journalistischen Bereich in der Schweiz nicht behaupten können.

Würde man sich mal die Anzahl der erschienenen Artikel in Tages- und Wochenzeitungen anschauen, und überlegen, was davon (im Sinne des oben erwähnten Artikels) wirklich relevant wäre, anderseits sich dann die Anzahl aktiver Journalisten die diese Artikel produzieren vor Auge führt, man wäre vielleicht erstaunt, wie hoch die Relevanz einer professionell organisierten Medienbranche ist.

Ich wäre schon froh, es gäbe mehr Leute, die sich überhaupt die Zeit nehmen und mehr als 6 Monate bloggen. So nebenbei noch relevante Stories zu recherchieren, aufzubereiten und zu verbreiten ist nun mal nicht so einfach, für Blogger und Journalisten.

3 Kommentare

  1. Christian Leu 18. Mai 2012 um 11:22

    @urs
    Es ist eine Annahme, dass nur wenige, aus professionellen Redaktionsstuben kommende Artikel die von Philip Wampfler beschriebene oder von Blogs gewünschte Relevanz haben. Vorallem wenn man es in den Vergleich mit der Anzahl Stellenprozente in diesen Redaktionsstuben setzt.

  2. Ah, dann bin ich beruhigt, dass ich die selbe Meinung habe.
    Vielleicht täusche ich mich (Alters«Fehlsichtigkeit»), aber das Tempo geht doch heute zu Lasten der Qualität. Da wird hemmungslos abgeschrieben, zitiert oder dpa, sda – Artikel verbreitet. Alles ohne oder mit mangelnder Qualitätskontrolle. Und ja, ich denke es ist nicht nur der Qualität der Redaktoren geschuldet, sondern auch den Vorgaben (eben Stellenprozente, Produktivität, Ausbildung).

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