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Das ZuhauseKraftwerk im Keller

Der deutsche Energieversorger Lichtblick plant die Installation von mehreren tausend kleinen Kraftwerken. Das sogenannte Zuhausekraftwerk ist ein Produkt der Volkswagen AG und basiert auf einem normalen VW Gasmotor der auch in Erdgasfahrzeugen zum Einsatz kommt. Gespiesen aus dem Gasnetz treibt dieser Motor einen Generator an, der für Lichtblick Energie erzeugt und gleichzeitig die Wärme für Warmwasser und Heizung in einem Einfamilienhaus nutzt.


Lichtblick übernimmt die Installation und den Betrieb der Anlage, während der Hauseigentümer nur noch für die Wärme bezahlt und am produzierten Strom beteiligt wird. Der Vorteil solcher Minikraftwerke wird deren flexible Leistungsabgabe sein. Man produziert nur dann damit Strom, wenn der Bedarf an Strom hoch ist und damit auch der Preis für den Strompreis gut ist.

Warum genau die Technologie aber als grüne, ökologische Stromerzeugung gepriesen wird ist mir schleierhaft. Ich rechne damit dass die Effizienz nicht höher als bei einem herkömmlichen Gasheizkraftwerk sein wird. Die kleinen ZuhauseKraftwerke kann man einfach besser verstecken als ein grosses Gasheizkraftwerk.

Ich denke aber das die Kombination von Wärme- und Stromerzeugung vorallem bei Mehrfamilienhäusern in Zukunft sehr interessant sein wird. Durch die Verfügbarkeit von Erdgas ab dem Netz ist die Grundenergie immer vorhanden und das Mehrfamilienhaus könnte einen Teil seiner Energie direkt als Nebenprodukt der Wärmeenergie produzieren.

Da Volkswagen ja den Vertrieb der ZuhauseKraftwerk exklusiv an Lichtblick abgetreten hat ist es aber fraglich ob diese Systeme jemals auf einen freien Markt kommen werden. Interessant wäre es auf jeden Fall.

7 Kommentare

  1. Erdgas und «immer vorhanden»? AFAIK gibt es regelmässige Probleme mit der Erdgasversorgung … die Effizienz einer solchen Anlage halte ich auch für äusserst fraglich, gerade auch in Einfamilienhäusern, die bezüglich Nachhaltigkeit im Vergleich zu Mehrparteienhäusern sowieso deutlich schlechter abschneiden.

  2. wenn im winter sowieso mit gas geheizt wird sicher eine klasse sache, da mans ja ohnehin verbrennen würde.
    Doof nur im Sommer, wohin dann mit der Wärme? Am besten eine Klimaanlage antreiben *g* (Soll ja gehen)

  3. Ich finde das ist eine sehr gute Sache.
    Ich habe im Land Brandenburg ein Heizung -Sanitär Betrieb und würde mich auch bereiterklären, diese Technologie an den Mann zubringen.
    Ich suche schon seit längerer Zeit eine Lösung um weniger Energie zu
    verschwenden.

  4. naja. dezentral. kleinkraftwerke für den autarken betrieb ist ja eine seite. aber vom ökologischen standpunkt her ist eine solche verteilte verbrennung von fossilen brennstoffen eher wenig sinnvoll. wir sollten uns besser auf alternative energieerzeugung konzentrieren und dort wo diese noch nicht ausreichend ist auf die systeme mit dem grössten wirkungsgrad und der besten abfallbeseitigung setzen…

  5. Für eine Umverteilung auf kleine Kraftwerk-Schnitze macht das sinn als Lastausgleich. Ich frag mich aber ob der Energieverlust der Zuhausekraftwerke mit einem AKW mithalten kann. Wenn das haus damit sozusagen Autonom arbeitet könnte sich das rechnen ansonsten wohl kaum…

  6. Für eine Umverteilung auf kleine Kraftwerk-Schnitze macht das sinn als Lastausgleich.

    Umverteilung auf kleine Kraftwerk-Schnitze, was soll denn das bedeuten?

  7. Sobald die Dinger mit Biogas arbeiten, werden sie interessant sein. Dann arbeiten sie klimaneutral. Der Wirkungsgrad ist wesentlich höher als bei einer herkömmlichen Gas oder Ölheizung. Sowohl Wärme wie auch Strom können genutzt werden und es entstehen keine grossen Übertragungsverluste beim Strom mehr. Vor allem für grössere Anlagen z.B. bei Geschäftshäusern sehr interessant.

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