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Volvo V60 Plug-in Hybrid Hands-On

Dank einer Einladung von Volvo Schweiz konnte ich diese Woche eine einstündige Testfahrt mit dem neuen Volvo V60 Plug-in Hybrid machen. Die im Rahmen der Volvo Art Session im Zürcher Hauptbahnhof lancierte, neue Motorisierungsvariante des V60 wird Ende Jahr in einer kleinen Serie zum ersten mal überhaupt ausgeliefert werden.

Der Volvo V60 Plug-in Hybrid Pure Edition © Timon Peyer - www.picturearts.ch

Während in der grossen Halle chinesische Künstler einen eingepackten V60 bemalen, stehen draussen schon die fünf Volvo V60 Plug-in Hybrid Testwagen in der Pure Limited Edition. Zusammen mit einem Pannenfahrzeug und einem Team von Betreuern aus Schweden, die die Fahrzeuge sowohl auf Hochglanz polieren und sich um die Akkus kümmern. Alle Testwagen werden permanent geladen um den Testfahrern den reinen Elektrobetrieb nicht vorzuenthalten.

Hochleistungsreisekombi

Der neue V60 Plug-in Hybrid kommt und die Kombination des 215 PS starken Dieselmotors aus dem D5 und dem Elektroantrieb bringen das Fahrzeug in die gleiche Leistungsklasse wie der Benzinmotor T6. Die drei verschiedenen Betriebsmodi erlauben vom Fahren im reinen Elektrobetrieb, dem Pure Modus, dem optimierten Hybrid Modus und dem Power Modus verschiedene Möglichkeiten.

© Timon Peyer - www.picturearts.ch

In allen 3 Betriebsarten profitiert man bei der Beschleunigung vom Elektromotor an der Hinterachse, der mit konstantem Drehmoment für schönen Vortrieb sorgt.

Wie schon vom Ampera gewöhnt, haben wir es beim Volvo mit einem Plug-In Hybriden zu tun, das heisst, ich kann die Akkus direkt an der Steckdose laden und vollkommen elektrisch fahren. Die Reichweite im reinen Elektrobetrieb soll dabei bis zu 50 Kilometer betragen. Damit wird auch der Volvo zum idealen Fahrzeug für den kurzen Arbeitsweg ohne aber Qualitätseinbussen im Langstreckenbetrieb hinnehmen zu müssen. Im Gegensatz zum Opel Ampera, wirken aber die beiden Motoren auf getrennte Achsen ein. Zusammen eingesetzt, ergibt dies Allradantrieb, den man bei Bedarf auch zuschalten kann.

Der Schwede im Feierabendverkehr

Vollkommen geräuschlos gliedern wir uns in den Feierabendverkehr am Hauptbahnhof ein, der V60 verfügt mit dem Elektromotor über ein ordentliches Drehmoment, will man mehr, kommt sofort und automatisch der Dieselmotor zu Hilfe. Der Kombi lässt sich sehr schön fahren, gerade im Stadtverkehr zeigt der reine Elektrobetrieb seine Stärke. Man gleitet geräuschlos von Ampel zu Ampel, dank den schwedischen Nummernschilder werden einem von den anderen Autofahrern auch gröbere Einspurfehler im Feierabendverkehr verziehen.

Auf der Autobahn zeigt der Volvo seine ganze Leistung und wir fahren elegant im Rahmen der Möglichkeiten davon. Die integrierte Geschwindigkeits- und Verkehrstafelerkennung ist eine nette Spielerei, dank der man im Armaturenbrett immer die aktuell gültige Höchstgeschwindigkeit sieht. Vielleicht nicht immer, daher sollte trotz den kleinen Helferchen IMMER die volle Aufmerksamkeit mitfahren.

Eindrückliche Assistenzsysteme

© Timon Peyer - www.picturearts.ch

Dasselbe gilt für die seitlichen Warnleuchten die Anzeigen wenn man ein Fahrzeug im toten Winkel unter Umständen nicht sieht. Der technische Aufwand, jeweils eine Kamera in beiden Rückspiegeln und die andauernden Warnungen mittels einer orangen Warnleute in der A-Säule stehen meiner Meinung nach in keinem Verhältnis zum Nutzen. Hier habe ich eher das Gefühl, man schaut dann zu wenig genau bei Fahrspurwechseln und verlässt sich zu sehr auf die Technik. Ein Blick nach Links hat noch niemandem geschadet.

Die diversen Kameras und Sensoren der Assistenzsysteme

Die diversen Kameras und Sensoren der Assistenzsysteme © Timon Peyer - www.picturearts.ch

Ganz anders verhält es sich mit dem Adaptive Cruise Control, dem intelligenten Tempomat. Die Aktivierung des Systems am Multifunktionslenkrad muss man zuerst mal begriffen haben, einmal verstanden ist das System aber eine tolle Fahrerunterstützung. Man stellt die gewünschte Fahrgeschwindigkeit ein, regelt vielleicht noch den Abstand zum Vordermann in Sekunden und schon beschleunigt und bremst der Volvo eigenständig. Auf Autobahnfahrten kann man damit ohne viel Aufwand im Reiseverkehr mitfahren und sogar im städtischen Stop-and-Go Verkehr funktioniert das System beeindruckend gut. Der Wagen fährt automatisch in der Kolonne mit, beschleunigt wenn die anderen beschleunigen und bremst wieder ab wenn die Kolonne still steht. Zum weiterfahren genügt ein kurzes antippen des Gaspedals und weiter geht es.

Der Innenraum des V60 mit dem TFT Cockpit © Timon Peyer - www.picturearts.ch

Hat man die Geschwindigkeitsregelanlage deaktiviert fährt das Radarsystem dennoch im Hintergrund mit und warnt bei einer drohenden Kollision mit einer roten Warnleuchte, reagiert man nicht darauf, leitet das System eine Notbremsung ein. Wie oben geschrieben, solange man durch die Helferchen nicht unaufmerksamer wird, können damit sicher viele Unfälle verhindert oder abgeschwächt werden.

Ich bin beindruckt von diesen technischen Hilfesystemen die heutzutage schon in Serie verbaut werden. Noch vor fünf Jahren hätte man wohl kaum zugelassen, dass ein Computer sowohl Brems- als auch Beschleunigungszugriffe an einem Personenwagen vornehmen darf.

Der Kombi für Grünliberale

Die Kleinserie mit gerade mal 1’000 Fahrzeugen die Ende Jahr ausgeliefert wird ist zumindest in der Schweiz mit einem Kontigent von 75 Fahrzeugen schon ausverkauft. Die exklusiv ausgestatteten Fahrzeuge passen zu den heutigen Trendthemen der Schweizer. Das ideale Auto für den erfolgreichen Grünliberalen Politiker, kompromisslos in der Leistung, dennoch Umweltfreundlich oder wie Anouk Poelmann, Chefin von Volvo Schweiz sagt:

Die technologischen Features des Volvo V60 Plug-in Hybrid sind genial und vereinen grösstmögliche Effizienz mit grosser Emotionalität. So zielt unser Plug-in Hybrid auf Kunden ab, die ein Fahrzeug mit einzigartiger neuer Technologie fahren wollen

Wie schon beim Ampera bin ich vom Plug-in Konzept begeistert. Man kann damit im täglichen Kurzstreckenbetrieb vollkommen elektrisch fahren ohne aber beim Fahrkomfort oder der Reichweite Abstriche machen zu müssen. Ob der Kunde im Endeffekt diese Option überhaupt nutzen wird ist für mich noch unklar. Ich denke viele wollen den Wagen genauso nutzen wie jedes andere Fahrzeug auch. Langfristig werden diese Fahrzeuge aber der reinen Elektromobilität auf die Sprünge helfen.

Der Volvo V60 D6 Plug-In Hybrid in der Ausstattung Pure Limited kann für 78’600.- CHF bestellt werden. Da die erste Serie ausverkauft ist, bietet Volvo Schweiz ein Überbrückungsangebot an, mit dem man über eine Laufzeit von 15 Monaten einen normalen V60 D5 bekommt.

Danke an Timon Peyer von picturearts.ch der mich als Fotograf auf die Testfahrt begleitet hat.

4 Kommentare

  1. der ampera ist noch immer kein plug-in hybrid, sondern ein elektroauto mit range extender.

    ich schätze den tot-winkel-warner da vor allem auf der autobahn der schulterblick ziemlich gefährlich sein kann, da man aufgrund der hohen geschwindigkeit eine ziemlich lange strecke im „blindflug“ absolviert.

    der v60 plugin hybrid stellt für mich eines fahrzeug für kurzstreckenpendler dar. tägliche wege können rein elektrisch zurückgelegt werden, während für längere strecken oder bergige etappen auch massig dieselpower bereit steht.

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