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Der mit dem Bär schläft.

Matthias Mast, Chefredaktor vom Berner Bär, Berner Gossip Blatt und Hausblatt von Peugeot Schweiz und Remo Neuhaus schreibt im Editoral vom 6. Juli:

Und genau hier liegt er meiner Meinung nach falsch! Die letzten 4 Jahre haben für Deutschland einen Wandel gebracht. Durch den 3ten Rang an der WM2006 im eigenen Land, und den 2ten Rang an der EM hat der Deutsche gelernt wieder stolz auf sein Land zu sein. Schaut man sich an, was in diesem Jahr an den Schweizer Public Viewings abging.

Deutsche in der Schweiz dürfen ihren Nationalstolz zeigen!

Deutsche haben wohl selten so ungehemmt, von den Schweizern unterstützt mitgefiebert und ihr Team unterstützt. Ich glaub noch vor 4 Jahren während der WM in Deutschland war die Stimmung in der Schweiz nicht so offen für unsere deutschen Mitbürger. Und genauso glaube ich, dass Deutschland auch in der Welt wieder als ein Volk von interessanten, innovativen und stolzen Bürgern wahrgenommen wird!

Wie seht ihr das, hat sich das Ansehen der Deutschen in der Schweiz, der Welt in den 36 Jahren verändert oder nicht?

23 Kommentare

  1. Pingback: Christian Leu

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  3. Jean-Claude Frick 11. Juli 2010 um 17:24

    Ich habe eh nie verstanden warum die Schweizer so ein Problem mit den Deutschen haben. Finde aber auch das die Medien viel von diesem Problem herbei geschrieben haben.

    Durch die vielen Deutschen im Beruf (bei mir ist das halbe Team aus Deutschland) finde ich hat sich das Image der Deutschen hier eher positiv entwickelt.
    Man kennt sich plötzlich besser und das hilft

    Ich fand es auch schön zu sehen wie sich Deutsche an dieser WM für ihr Team/Land gefreut haben, das war früher in der Tat nicht so

  4. Pingback: Christian Leu

  5. Alles Chabis.

    Mein ganzes Leben lang hatte und habe ich tolle Freunde. Deutsche. Ich fieber(t)e mit der deutschen Elf, dieses Mal und früher auch immer. Ich habe geschäftlich viel mit Deutschland zu tun, verbringe viel Freizeit in der ehemaligen DDR, finde Berlin GEIL und…

    …bin Zürcher.

    Hier gibt’s inzwischen natürlich eine grosse Community von Deutschen. Wahrlich ein Gewinn für diese schöne Stadt!

  6. @ray
    du meinst also es gibt keine Veränderung diesbezüglich in den letzten 36 Jahren? Ich hatte wirklich das Gefühl dass dieses Jahr viel mehr Leute auch für Deutschland waren als in den paar Jahren zuvor.

  7. diesmal fand ich die stimmung wirklich gut und den unterschied zu vor 4 jahren ganz enorm.
    bei der letzten wm waren die schlagzeilen und auch manche blogbeiträge echt unterhalb der gürtellinie. ich war damals richtig froh als die wm vorbei war.

  8. Doch, grosse Veränderung – zum Glück endlich. Chabis ist, was der da in der Zeitung schreibt. Hat wohl noch nie einen Deutschen gesehen… :-)

  9. als deutsche find ich es im moment besser als auch schon, wobei social media-leute sicher weltoffener sind als manche… :-)

  10. Aus meiner Sicht trauen sich die Deutschen schon an den letzten zwei Turnieren deutlich mehr die Flagge zu zeigen und das wurde von den Schweizern akzeptiert und unterstützt.

    An einigen Public Viewings an dieser WM waren die Deutschen viel stärker auch von Schweizern unterstützt. Vorallem beim deutschen Sieg gegen England… also ich sehe da eine grosse Veränderung. Zum Glück…

  11. Ja, die Stimmung hat sich zum Glück geändert,und es wurde auch endlich Zeit. Ich hab mich vor vier Jahren einige Male so richtig schön fremdschämen müssen.

    (Aber ich war trotzdem für England, im Fall :-))

  12. Es wird keines falls besser, ich merke davon nichts.

    Wir (Frau und ich) musste uns beim Public Viewing Sprüche anhören wie „Scheiss Deutsche“ und „Ich hasse die Deutschen, habe ich das jetzt laut genug gesagt“, nachdem festgestellt wurde das wir Deutsche sind, die es gewagt hatten in der Öffentlichkeit dazu zu stehen und sich über ein Tor der DFB-Elf zu freuen. Total Rassistisch und aufs tiefste verletzend. Was bei mir zu Überlegungen geführt hat die Schweiz wieder zu verlassen (Es war dann schon die min. 10 rassistische Äusserung gegen uns). Wenn ich tief verankerte Ausländerfeindlichkeit und Rassismus will, dann kann ich auch nach Ostdeutschland ziehen.
    Ich versteh nicht was ihr Schweizer gegen uns habt. Da werft ihr uns unsere Nazi-Vergangenheit und den Krieg vor (bei the way, fast Alle die daran beteilige waren sind mittlerweile tot. Vielleicht Zeit das Thema zu deckeln), kopft aber selbst solche Sprüche in der Öffentlichkeit.
    Meiner Meinung nach hat sich die Welt in den Köpfen zu vieler Schweizer in den letzten Jahren nicht verändert.
    Wie auch immer. Meiner Meinung nach muss die Schweiz noch viel aufarbeiten, öffentlich machen und politisieren bevor aus meiner Sicht eine Besserung eintreten kann.

    Als kleiner Test zieht euch doch einfach mal ein Shirt der DFB-Elf an und lauft am Wochenende damit durch ein Einkaufzentrum oder die Stadt. Beobachtet dabei eure Mitbürger. Es werden sich Abgründe auftun…

  13. Hallo Zusammen,

    ich, als Schweizer, habe dieses Jahr auch total mit den Deutschen mitgefiebert. Eigentlich war ich schon immer auch für die Deutschen. Ich mag an den Deutschen, dass sie Selbstvertrauen haben und nicht, wie wir Schweizer, immer einen auf Understatement machen müssen.

    Dieses Jahr habe ich mir nach dem England Spiel in St.Gallen ein DFB Nationalmannschafts Shirt gekauft und bin damit, mit meinen Kollegen, zu zweit durch St.Gallen gelaufen. Sofort merkte ich böse Blicke auf mir. Am Zürifäscht war es dann besonders Interessant wähernd des Argentinien Matches. Ich wurde direkt auf Schriftdeutsch angesprochen, obwohl ich doch Schweizer bin. Ich fragte den Argentinien Fan, mit Serbischen Wurzeln (ich hab Deutsche, Urgrossvater war nach Zürich ausgewandert), ob ich ihn denn automatisch mit, meinen fliessenden ;) , Spanisch ansprechen müsste……¨

    Noch ne kleine Frage by the way (ja ich weiss das nervt sorry): Kann man sich hier eigentlich Registrieren? Hab gesehen, dass ihr „Avatare“ habt.

  14. @Meikel71: Das lese ich natürlich nicht gern und es betrübt mich. Für die Primitivlinge, die Euch das angetan haben, möchte ich mich entschuldigen.

    Selber bin ich 3 Wochen lang während der WM mit einer deutschen Flagge am Auto rumgekurvt, habe oft öffentlich parkiert und habe höchstens ab und zu mal ein Hupen und ein Thumbs-up aus einem Auto mit D-Kennzeichen gekriegt. Am Public Viewing wo ich GER-ARG sah, waren etwa 50/50 Schweizer und Deutsche. Alle haben für D gefiebert. Es war ein Fest, man lag sich in den Armen!

    Immerhin, das kann man konstatieren: Es hat gebessert, wäre vor ein paar Jahren noch anders gewesen. Ein Gedanke aber noch:

    Das arrogante A…. Steinbrück hat sichergestellt, dass viele Schweizer bezüglich Sympathie für die Deutschen einen gröberen Rückfall hatten. Der Mann hat für D hier in der CH einen Imageschaden von immensen Proportionen verursacht. Er hat jedes, aber wirklich jedes stereotype Negativum, das man den Deutschen hierzulande anhängt bestätigt. Leider.

  15. Ich hab schon oft genug beides erlebt, bin inzwischen etwas abgestumpft. Diesmal war’s toll, aber die Hiltl-Lounge im Landesmuseum war auch eine Art deutsche Enklave.

    Nach dem England-Spiel war das halbe Limmatquai Schwarz-Rot-Gold. Das war schon sehr ungewöhnlich, da hatte ich schon das Gefühl: Es braucht die kritische Masse, damit die Leute sich das trauen. (Nach dem Argentinien-Spiel war Zürifäscht, da war eh alles voll und durcheinander.)

    Was mich halt besonders gefreut hat, ist, wie das deutsche Spiel wahrgenommen wurde. Zu Zeiten von Andy Brehme, Matthäus, Kahn (oder viel früher Toni Schumacher mit dem Foul gegen Patrick Battiston) konnte man natürlich immer leicht sagen: „Typisch, so sind sie halt.“ Das war mit Thomas Müller, der entwaffnend natürlich (das gleiche wurde wenige Monate zuvor auch von „Lena“ gesagt, und der Blick titelte: „Wir wollen auch eine Lena“) seine Oma grüsste, schon nicht mehr so einfach. Es ist eigentlich schlimm, wo so viele Deutsche hier leben, dass es womöglich eine WM braucht, damit einige Schweizer sehen: Die sind nicht alle gleich. Aber wenn es so ist, sei’s drum, besser, als wenn sie’s nie merken.

    Schön jedenfalls, dass #sohn2 und ich es zu Dir als Illustration für was auch immer zu Dir geschafft haben.

  16. Ich habe bisher eigentlich nur positive Erfahrungen gemacht, dass war auch schon vor der WM so. Vor kurzem hatte mich ein Freund aus D gefragt: „Sag mal, dass muss ja schlimm sein für Deutsche in Zürich, wir sind da ja total verhasst und werden diskriminiert“. Ich musste ihn erst überzeugen, dass da nichts dran ist (ich kenne keine Fall in dem das so ist). Diese Wahrnehmung ist wohl Resultat der schmierigen Kampagnen, die hier im Wahlkampf gelaufen sind (Deutscher Filz, Die Deutschen sind eine Rasse etc.).

    Bei Fussball wars super. Ich hab mich mit der Schweiz gefreut beim Spanien-Sieg und viele Schweizer Kollegen haben mit mir die Spiele geschaut und haben mitgejubelt. Und mit meinem Özil-Trikot (zwei Nummern grösser als das Original) hatte ich auch vor und nach dem Spiel kein Probleme. Ob das jetzt am schönen Spiel der Deutschen liegt, weiss ich nicht. Mir wär’s lieber gewesen mit einem hässlichen Sieg ins Finale zu kommen und da die Holländer zu schlagen.

    Rivalität und auch mal wüstes Fluchen gehören zum Fussball aber dazu, spätestens wenn Deutschland und die Schweiz mal wieder aufeinander treffen. Ich werde auch noch in zwanzig Jahren jeden Schweizer Fussballfan wegen der drei verschossenen Elfer bei der WM 2006 aufziehen. Und ich werde nie-, nie-, niemals für England jubeln (ausser sie spielen gegen Italien).

  17. ich mag deutschland und die deutschen… so lange sie nicht fussball spielen. ;-)

    und @ meikel71: ich verstehe nicht ganz, ob die mindestens 10. rassistische äusserung im rahmen dieses erwähnten public viewings gemeint ist, oder aber generell. wenn man fussball in der öffentlichkeit schaut, muss man leider mit solchen primitiven sprüchen rechnen. ich möchte das keinesfalls entschuldigen. schliesslich erlebe ich diesbezüglich genügend dinge, die in eine ähnliche richtung gehen. aber es ist dann doch etwas anderes, von einer alkoholisierten masse beleidigt zu werden, als vom einzelnen otto normalbürger auf der strasse.

    generell habe ich das gefühl, dass seit der wm 2006 auch fussballerisch viele sympathien gegenüber den deutschen entstanden sind. dieses mal habe ich einige schweizer kollegen erlebt, die offen zugaben, für deutschland zu sein – noch vor ein paar jahren undenkbar.

  18. Pingback: Ray Kroebl

  19. @amade: Beim Public-Viewing waren es die beiden erwähnten Aussagen. Den Rest habe ich sonst in den letzten 3 Jahre abbekommen. Teils hier in meinem Büro (als man gedacht hatte ich wäre nicht mehr in Hörweite), teils von Nachbarn meiner alten Wohnung und und und. Die Aussagen während des Public Viewings habe ich auch „abgelegt“ unter „Beim Public Viewing muss man mit solchen Fussball-Prolls rechnen“

  20. @meikel71 oh, ok, das ist übel, aber leider scheinbar an der tagesordnung. das wäre was für meinen blog. kannst mich gerne mal kontaktieren.

  21. Bin gerade in den Ferien, daher nur ganz kurz:
    Ich bin seit 2004 in der Schweiz und kann klar sagen, dass es entgegen der medialen Stimmung deutlich besser geworden ist. Ich denke die WM 2006 war noch ein wichtiger Hebel, denn dort waren viele Schweizer in Deutschland und wurden mit offenen Armen empfangen und konnten in Deutschland ausgelassen feiern. Ich war auch bei der größten CH Party in DE, beim Spiel gegen Togo in Dortmund. Die 60k Zuschauer aus der Schweiz haben sicher auch die Tolle Stimmung dann mit Bach Hause gebracht, und das war gut so. Ich freue mich über eine zunehmende Normalisierung, weiter so!

  22. @all
    Vielen Dank für die vielen Interessanten Kommentare, es scheint dass ich vielleicht ein wenig zu optimistisch war und es für Deutsche in der Schweiz nicht überall einfach ist.

    Ich persönlich hatte ja bis 2001 auch so meine Vorurteile, diese habe ich dann in meiner beruflichen Tätigkeit ablegen können und den tollsten Eindruck von Deutschland habe ich in den Tagen der WM2006 in Deutschland bekommen. Ich hatte damals das Gefühl ich sei in einem Land in dem ich noch nie war.

    Im Endeffekt denke ich halt auch, dass auf beiden Seiten Integration gelebt werden muss. Was wir in diesen Social Media Kanälen ja glaub schon länger und einfacher tun.

  23. Die ersten Schweizer, mit denen ich zu tun hatte, habe ich bei Wikipedia getroffen. Deren extreme Deutschfeindlichkeit hat mich vollkommen unvorbereitet getroffen und deswegen auch so umgehauen. Ich wusste bis dahin nicht, dass es eine solche gewaltbereite Feindschaft gegenüber „dem großen Kanton“ in der Schweiz gibt. Dadurch auf das Thema aufmerksam geworden, habe ich mich ein wenig umgehört und musste feststellen, dass das was mir passiert ist kein Einzelfall ist. Hat nicht kürzlich eine große, internationale Organisation die Schweiz als xenophob bezeichnet. Ich musste dem aus eigener Erfahrung zustimmen und habe seitdem große Widerstände dagegen, einen Fuß in die Schweiz zu setzen.

    Das erste, das mir vor Augen geführt hat, dass es auch eine andere, freundliche und offene Schweiz gibt, war dieses Blog hier, oder vielmehr sein Betreiber, der Leu.

    Das musste ich jetzt einfach mal loswerden.

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