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Das Maurer Prinzip

Ich finde es ganz spannend, zu sehen wie Bundesrat Ueli Maurer aktuell die Themen festlegt. Fast wie früher in seiner Funktion als Parteipräsident legt er im Moment die Karten und spielt mit dem Volk und seinen Ängsten.

Auch wenn ich seine Arbeit nur wenig verfolge, musste ich schon vor einigen Wochen lächeln, als angekündet wurde, die Luftwaffe sei nur noch während den Bürozeiten aktiv. :-) Die Medien nehmen das Thema dankbar auf und beklagen, dass so eine Luftwaffe doch bitte schön 24 Stunden während sieben Tagen zu funktionieren habe.

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Darauf die Antwort aus dem VBS:

Seit mehreren Jahren ist zwischen Parlament und Bundesrat die Frage offen, wie viele finanzielle Mittel die Armee in Zukunft erhalten soll. In dieser Lage müssen Projekte, die zu erheblichen und wiederkehrenden Mehrkosten führen, im Moment zurückgestellt werden

Und nun, knapp 20 Tage später steht also die Patrouille Suisse zur Diskussion. Erneut ein genialer Schachzug von Maurer, der dazu sagt: Um Folklore zu machen, haben wir künftig keine Flugzeuge mehr. Ha, ausgerechnet Maurer sagt das, der wohl selber noch schaut, dass an jeder SVP Versammlung mindestens ein Handörgeler oder Jodler auftritt.
Bildschirmfoto 2013-02-14 um 19.22.19

Und so ist natürlich das offizielle Statement aus dem VBS:

Wir können es uns mit den bestehenden finanziellen Mitteln schlicht nicht leisten, neben dem Gripen und dem F/A-18 ein drittes System zu unterhalten

Passt doch alles ganz gut, denn jetzt werden gemäss dem Bund die Parlamentarier aktiv und arbeiten an einem Vorstoss für die März Session:

Im Gespräch mit der BaZ kündet er für kommende März-Session einen Vor­stoss an, der «mit möglichst vielen Unterschriften von Parlamentariern» den Erhalt der Patrouille Suisse festschreibt.

Ich bin überzeugt, Ueli Maurer spielt hier ein Spiel, das darin enden wird, dass wir nicht nur unbestritten die Gripen beschaffen werden, sondern dass auch weiterhin die Patrouille Suisse im Rahmen der zu absolvierenden Flugstunden üben kann und wenn er Glück hat, bekommt er sogar noch Geld um einen 24 Stunden Betrieb zu gewährleisten.

3 Kommentare

  1. …und wenn er’s richtig macht, kriegt er Olympia in die Schweiz und vielleicht auch von Raiffeisen jedes Jahr eine schöne Wintermütze, von Swisscom ein iPhone und von Alpiq den Strom für sein Haus. Bauernschläue halt.

  2. geb dir in deiner Analyse absolut recht. Dass auch immer alle News darauf aufspringen *kopfschüttel*. Hoffe nur, dass sich das Parlament nicht zu sehr für die Patroullie Suisse einsetzt und er wirklich vor die Entscheidung gestellt wird, ob er sie abschaffen will. Dann würde man dann sehen, wie ernst ihm solche lapidaren Statements sind…

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