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Wie sich Evernote im Jahresrythmus neu erfindet und Apple auf einmal nichts verpassen will.

Evernote ist nun schon seit einigen Jahren eines meiner Lieblingstools und hat sich soeben wieder neu erfunden. Mit den neuen Versionen für iOS und Mac OS X hat Evernote das komplette User Interface erneuert. Ein mutiger Schritt, denn eine starke Abkehr vom bisherigen Layout kann auch User vergraulen.

Viele Firmen können sich aber an Evernote ein Beispiel nehmen. Das andauernde Überdenken der eigenen Lösung, das Hinterfragen der Benutzeroberfläche und den Mut auch mal einen kompletten Neustart zu machen und ein Programm mit dem gewonnenen Wissen von Grund auf Neu zu erschaffen, das würde vielen Firmen gut tun.

Auch Apple steht mittlerweile in einem Zyklus, in dem nur noch verfeinert wird und es Zeit wird, die revolutionären Konzepte von damals, sei es iOS, die MacBook Reihe oder das iPhone komplett neu zu überdenken. Ein gutes Gerät heisst ja nicht, dass es nicht doch noch ein besseres gibt. Ich bin überzeugt, dass Apple in den nächsten Jahren nicht’s revolutionäres mehr kreieren wird. Der letzte Event hat gezeigt, dass Steve Jobs bei Apple fehlt, und dass man nun in eine rein profitgesteuerte Firmenstrategie übergeht.

Die gleichzeitige Lancierung von zwei neuen iPads, einem überarbeiteten iMac und einem Mac Mini hätte Steve Jobs niemals zugelassen und lieber das Weihnachtsgeschäft im iPad Mini Segment sausen lassen. Den medialen Verlust durch die gleichzeitige Lancierung ist zwar nicht messbar, aber das neue iMac Design hat durch den Launch des iPad Mini sicher zu wenig Aufmerksamkeit bekommen. Aber der fallende Aktienkurs spricht für sich.

Zurück zu Evernote, eine Firma die es perfekt versteht nicht stehenzubleiben. Hat man sich in den letzten beiden Jahren mit neuen, mit dem Hauptdienst verbundenen Apps wie Evernote Hello, Evernote Food und Evernote Peek experimentiert, hat man jetzt die zentrale App erneuert. Und zwar radikal, dass man sicher auch den einen oder anderen User irritiert. Dafür sind die wesentlichen Funktionen optimiert worden, die Suche massiv verbessert und für die geobasierte Nutzung wurde entsprechend den sich verändernden Bedürfnissen ein neues User Interface entwickelt.

Wenn wir uns überlegen, wie lange eine Applikation wie Word, bzw. Office in den Grundzügen gleich geblieben ist, sehen wir hier eine rasant andere Entwicklungsstufe. Durch die kurzen Produktzyklen kann man das Produkt den stetig wechselnden Anforderungen anpassen, gleichzeitig wird aber auch die Anpassung des Businessmodels vorangetrieben. Von der Einzelplatzlösung geht es bei Evernote in Richtung Collaboration Tool, sicher auch, um den Anteil an zahlenden Benutzern zu erhöhen.

1 Kommentar

  1. Evernote ist ohne Zweifel innovativ. Aber Veränderung per se ist noch nichts Positives. Für mich persönlich hat es Evernote trotz vieler schöner Ideen nie geschafft, eine wirklich intuitive Benutzeroberfläche zu entwickeln. Auch die neue Mac-Version ist zwar attraktiv, in den Details aber nicht durchdacht.

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