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Der Work-Life-Balance-Trojaner

Wer schon einmal unter erhöhtem Druck gearbeitet hat kennt die Symptome: kleine Flüchtigkeitsfehler, Buchstabendreher beim Schreiben, erhöhter Gebrauch der Korrekturtaste vermiesen einem die Arbeit und man kommt noch mehr in Stress.

Eigentlich ein guter Indikator um Burnouts frühzeitig und elektronisch zu erkennen. So wie ich hier über die Messung der Mitarbeitermotivation durch Netzwerktrafficanalyse bei Google geschrieben habe, sollte es doch auch möglich sein in einem Betriebssystem einen Work-Life-Balance Trojaner zu installieren, der die Nutzung des Computers aufzeichnet und dann bei auffälligem Benutzerverhalten Alarm schlägt.

Beim Heim-PC oder am Mobiltelefon würde die Software direkt den Benutzer aufmerksam machen, in Firmennetzwerken könnte direkt in der HR-Abteilung ein Monitoring aufgebaut werden und Burnout-Kandidaten frühzeitig erkannt werden. Natürlich wäre der Datenschutz ein Thema, anderseits müssen wir auch lernen die digitalen Hilfsmittel zu nutzen.

4 Kommentare

  1. >“sollte es doch auch möglich sein in einem Betriebssystem einen Work-Life-Balance Trojaner
    > zu installieren“

    Ein Programm, welches die Arbeit am Computer in „Produktive Zeit“ und „Ablenkungszeit“ einteilt gibt es schon: http://www.rescuetime.com
    Nur muss man das Programm zuerst trainieren. Firefox wird zum Beispiel generell als „sehr ablenkend“ bewertet.

  2. Die Idee ist gut, nur würde ein solches Programm die Dummen diskriminieren. Außer dieser Nebeneffekt ist erwünscht, weil sie z.B. vor einem schwarzen Bildschirm keinen weiteren Schaden anrichten können.

  3. @Andreas
    Ja, es gibt auch Tools mit denen man Kontingente machen kann. Ich denke hier aber mehr an Analyse des Userverhaltens.

    @Philippe
    Nun, das System würde ja aufgrund vom normalen Verhalten auf ein verändertes Verhalten schliessen. Hier wird also niemand diskriminiert. Das einzige Problem wäre, wenn jemand nahe am Burnout damit zu arbeiten anfängt.

  4. gute Idee. vielleicht wär aber auch ein netter Kollege ne Lösung ;) oder womöglich lassen wir uns eher von einer Technologie etwas sagen, als von Menschen? (ich hab da eine Ahnung)

    Obwohl ich oft die alarmierenden Symptome bei anderen sehe, traue ich mich oft nicht, sie direkt anzusprechen: Reizbarkeit, nicht Erreichbarkeit, nicht Rückmelden/Antworten auf schriftlichen Kontakt, Rechthaberei, Verspannungen, oberflächliche Antworten bei Wie-gehts-Frage, flache Atmung sind sichtbare Kennzeichen. Leider kommen die Leute erst aktiv mit ner Yoga- (oder ähnlichem) Anfrage, wenn sie nicht mehr schlafen können.

    Nun denn, wenns das Programm nicht richtet, werde ich also mutiger sein, Danke Loi für den Impuls.

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